Ueli Meyes

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Ozeanien-Reise, 27. Dezember 2025 - 27. Februar 2026, Teil 3/4

Der kursiv geschriebene Text stammt von meinen Recherchen im Internet.

Neuseeland Nordinsel Neuseeland Neuseeland

1. Februar - 16. Februar 2026

 

Inspiration - Motivation

Meine 11. Australien-Reise verbinde ich mit einer Schiffsreise in Französisch-Polynesien. Um von Australien nach Tahiti und zurück zu gelangen, ist eine Zwischenlandung in Auckland nötig. Deshalb will ich auf der Rückreise die Nordinsel erkunden; die Südinsel Neuseelands habe ich bereits 2001 zusammen mit meinem Vater und meinem Sohn Pascal, der damals in Neuseeland lebte, bereist.

 

Vorbereitung

Meine Idee ist, von Auckland aus die Insel mit einem Mietwagen während zweier Wochen zu entdecken. Das bedeutet, dass ich mir eine sinnvolle und Route, gespickt mit Sehenswürdigkeiten, zusammen stellen muss, inkl. dem Buchen von Motels oder Hotels. Nach vielen Stunden recherchieren sind die Route und die Highlights in einer Worddatei auf 9 Seiten beschrieben.

Bei New Zealand Immigration melde ich meine Reise an und das NZeTA (New Zealand Electronic Travel Authority) wurde ausgestellt. Später, vor der Einreise, muss ich noch die Arrival card ausfüllen.

 

Verwirklichung

Der zweite Teil meiner Ozeanien-Reise ist unter Französisch-Polynesien.

Samstag, 31. Januar 2026, Abreise von Papeete/Tahiti nach Auckland/Neuseeland

Diesmal verliere ich beim Überfliegen der Datumsgrenze nach Neuseeland wieder die Zeit, die ich beim Anflug nach Tahiti gewonnen habe: Abflug am 31. Januar 2026 um 09:10 Uhr in Papeete und Ankunft am 1. Februar 2026 um 13:40 Uhr in Auckland. Der 5 1/2-stündige Flug verschlingt deshalb 28 1/2 Stunden.

Farbenfroh begrüsst Air Tahiti Nui die Passagiere an Bord.


Sonntag, 1. Februar 2026, Flughafen Auckland - Matamata

Nach der Landung und dem Einreiseprozedere kaufe ich mir in der Ankunftshalle zuerst eine e-SIM-Karte; erstmals, aber sicherlich nicht letztmals. Es hat sich bewährt und die Kosten sind nicht hoch (49 NZD/23 CHF). Danach gehe ich zum Schalter von Avis, wo mir rasch und unkompliziert die Unterlagen und der Schlüssel ausgehändigt werden.

Beim Fahrzeug angekommen, lege ich zuerst den Koffer in den ... genau, Kofferraum und den Rucksack auf die Rücksitze. Ein optischer Check des Nissan X-Trail zeigt keine offensichtliche Schäden. Ich richte den Fahrersitz in eine für mich passende Position ein und mache mich mit der Bedienung vertraut. Nach dem Finden der Steckdose verbinde ich mein Handy mit dem Auto und gebe die Route ein. Nun kann es losgehen. Ich bin mir nicht gewohnt, mit Google Map zu fahren, weshalb ich eine entsprechende Zeit benötige. So verpasse ich jedenfalls auf dem Flughafenareal die Ausfahrt und finde mich bald auf einer Baustelle wieder. Beim zweiten Versuch klappt es und ich gelange kurz darauf auf die Strasse, die mich südwärts nach Matamata führen wird.

"Matamata ist eine kleine ländliche Stadt im Matamata-Piako District der Region Waikato auf der Nordinsel von Neuseeland. Matamata ist der Begriff für „Landspitze“ in der Sprache der Māori. Matamata war der Name des Dorfes (Pā) des Māori-Häuptlings Te Waharoa, das auf einer aus dem Sumpfgebiet herausragenden Landspitze errichtet wurde. Ein Farmgelände ausserhalb der Stadt diente als Drehort für die Trilogie Der Herr der Ringe als „Hobbingen“ im „Auenland“. Das Gelände mit den Behausungen stellt seit der Verfilmung eine Touristenattraktion dar"

Gegen halb sechs Uhr erreiche ich die Stadt und das gebuchte Broadway Motel, wo ich direkt vor meinem Zimmer parken kann.

Bevor ich mich auf die Suche nach einem Restaurant mache, kaufe ich im nahen Shop Getränke für Morgen.

Da muss ich morgen hin, um an der gebuchten Tour Hobbiton Movie Set teilzunehmen.

Als ich das indische Restaurant India Tadka sehe, ist meine Entscheidung sehr rasch gefallen.

Als ich auf der Menü-Karte Vindaloo Lamb entdecke, bin ich sehr schnell zum Bestellen bereit; es ist meine Lieblingsspeise aus der indischen Küche.

"Lamm-Vindaloo ist ein klassisches, scharfes, in Essig mariniertes Goan-Curry mit zarten Lammstücken, Knoblauch, Ingwer und intensiven Gewürzen, oft mit Kartoffeln angereichert. Das Gericht stammt von der portugiesischen Küche ab und wird am besten durch langes Schmoren oder Marinieren über Nacht (bis zu 24 Stunden) zubereitet, um den typisch sauren und scharfen Geschmack zu entfalten."

Beim Berichtschreiben läuft mir das Wasser im Mund zusammen und ich bekomme grosse Lust auf ein Vindaloo.

"Wenn das Wasser im Mund zusammenläuft, handelt es sich um einen automatischen Reflex, bei dem die Speicheldrüsen vermehrt Speichel produzieren, oft ausgelöst durch den Anblick, Geruch oder Gedanken an leckeres Essen. Dieser Vorgang bereitet die Verdauung vor, indem Enzyme wie Amylase freigesetzt werden, um Kohlenhydrate zu spalten und Nahrung gleitfähig zu machen."


Montag, 2. Februar 2026, Matamata - Filmset Hobbiton - Waitomo

Kurz nach neun Uhr checke ich im Motel aus und fahre auf den Parkplatz beim Visitor Information Center. Bei einer Bank will ich Euro gegen neuseeländische Dollars wechseln. Ich hole in der Bank meinen Pass und die Euro raus und gehe zu einem Schalter. Sie wechseln kein fremdländische Noten, auch nicht in einer anderen Bank, höchstens in Auckland. Ja nu, dann muss ich halt die Kreditkarten benutzen.

Im The Bakehouse Cafe kehre ich für ein schnelles Frühstück ein.

Danach schlendere ich gemütlich zum Matamata Visitor Information Centre zurück, wo ich um 10:30 Uhr sein soll. Um 11:00 Uhr beginnt dann die geführt Tour.

Mit einem Bus fahren wir zur Stadt hinaus ins Auenland, welches in der üppigen, grünen Landschaft von Matamata zum Leben erweckt wurde.

"Das Auenland, die Heimat der Hobbits, befand sich im Nordwesten von Mittelerde. Das Auenland war neben dem Breeland und dem südlichen Gondor das am dichtesten besiedelte Gebiet von Mittelerde. Im Auenland gab es intakte Strassen, Postämter und Tavernen in Hülle und Fülle.
Hobbits sind ein kleines, menschenähnliches Volk in J.R.R. Tolkiens Mittelerde, bekannt für ihre Körpergrösse von 60 bis 120 cm, behaarte Füsse und ihre Liebe zu Frieden, gutem Essen und einer gemütlichen Lebensweise.
Mittelerde war die Bezeichnung für die Länder östlich des trennenden Meeres Belegaer. In den Romanen Der Hobbit und Der Herr der Ringe spielen vor allem die Regionen im Nordwesten (Westlande) eine grosse Rolle. Die Länder im Süden (Harad) und Osten Mittelerdes (Rhûn) waren größtenteils unbekannt."

Anna aus Deutschland ist unsere begleitende Reiseführerin, die uns auf dem gemeinsam Rundgang über das weitläufige Filmset führt und uns dabei auf raffinierten Details hinweist.

Selbstverständlich habe ich alle Filme aus Der Herr der Ringe gesehen: Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs. Hingegen weiss ich nicht mehr, was ich aus der Trilogie Der Hobbit gesehen habe, der Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“: Eine unerwartete Reise, Smaugs Einöde und Die Schlacht der Fünf Heere.

Jedenfalls ist es sehr speziell, durch das in den Filmen gesehene Dorf der Hobbits zu schlendern.

39 Hobbit-Löcher wurden aus unbehandeltem Sperrholz und Styropor angelegt. Bei manchen dieser Bauten hat man den Eindruck, einen Hobbit gerade verpasst zu haben. Rauch steigt aus dem Kamin, ein Zeichen, dass jemand da lebt ...

... oder die Tische draussen sind noch nicht abgeräumt ...

... aber die einzigen Lebewesen die wir sehen, gehören der Gattung Touristen oder Mitarbeitende an.

An diesen Hobbit im Film, kann ich mich nicht erinnern.

Hier wohnt Frodo, der wohl bis ganz kurz mit seiner Pfeife auf der Bank gesessen und gelesen hat.

In diese Behausung können wir reingehen und über das Innenleben staunen.

Vorbei am schönen The Millhouse gelangen wir ...

... zum The Green Dragon Inn, wo wir ein Getränke erhalten, und anderes gekauft werden kann.

Zum Schluss fahren wir mit dem Bus zurück zum Eingang, wo Souvenirs aller Art, auch Gandal in gross, gekauft werden könnte. Ich begnüge mich mit einem Café Latte und einem Süssgebäck, bevor wir nach Waitamo zurückfahren.

Dort angekommen, wechsle ich vom Bus in mein Mietauto und will wegfahren; beim Wollen bleibt es, denn ich kann das Auto nicht mehr starten. Nun beginnt mein Telefonmarathon mit AVIS, respektive mit der ausgelagerten Service-Firma. Nach rund einer halben Stunde kommt ein Pannenfahrzeug. Der Mechaniker stellt fest, dass die Batterie entladen ist und überbrückt diese. Später erhalte ich von AVIS den Bescheid, dass solche Art von Hilfe bei mir nicht enthalten sei und ich eine Rechnung erhalten werde. Ich schreibe zurück, dass ich mir nicht bewusst sei, was ich falsch gemacht hätte.

Gegen halb sechs Uhr erreiche ich Waitomo und das Waitomo Caves Guest Lodge, wo ich ein Zimmer gebucht habe. Die Lodge wird von einem indischen Paar geführt. Vorgängig wurde ich angeschrieben, ob ich ein Dinner möchte, was ich bejaht habe.

Hier geht's zu meinem Zimmer, welches über viele Fenster verfügt.


Dienstag, 3. Februar 2026, Waitomo
- Waitomo Caves - Marokopa Falls - Te Kuiti

Das Frühstück wäre erst ab acht Uhr. Für meine Führung bei den Waitomo Caves muss ich bereits um halb neun Uhr vor Ort sein. Ich habe gestern Abend gefragt, ob nicht ein früheres Frühstück möglich sei; doch, ab acht Uhr, bekomme ich zu hören. Um Zeit zu sparen, bringe ich mein Gepäck bereits vor dem Frühstück zum Auto, wo ich auf dem Weg zum Parkplatz dem Abfallentsorgungswagen begegne; ein Mann, gleichzeitig der Chauffeur, genügt für diese Arbeit.

Auf diese Brotaufstriche verzichte ich: Choc Hazelnut Spread (gegen erstklassige Haselnüsse und hochwertigem Kakao wäre ja nichts einzuwenden, aber ich fürchte mich vor der Kalorienbombe), Peanut Butter (Erdnussbutter ist gesund, da reich an pflanzlichem Eiweiss, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren, jedoch hoher Kaloriengehalt) und Vegemite (hoher Gehalt an B-Vitaminen, aber auch hoher Salzgehalt).

Ich verabschiede mich von der freundlichen Familie und fahre weiter ins Waitomo-Tal hinein. Beim Parkplatz vom Waitomo Glowworm Caves Visitor Centre (roter Kreis) halte ich an und gehe zum modernen Eingang. Als ich dort mein Buchung zeige ist diese zwar registriert, aber ich bin am falschen Ort. Freundlich wird mir der Weg zum Ruakuri Visitor Centre (gelber Kreis) gezeigt, wo meine Tour stattfinde.

Die Waitomo Glowworm Caves sind einer der besten Orte, um Glühwürmchen zu sehen.

Hier bin ich nun richtig. Es bleibt noch Zeit um mich über die Geschichte der Höhle zu erkundigen. Um 9 Uhr beginnt die geführte, rund 1,5-stündige Tour durch die Ruakuri Höhle.

"Die Ruakuri Cave in Waitomo ist eine spektakuläre, 1,6 km lange Kalksteinhöhle, die für ihre beeindruckenden Stalaktiten, Stalagmiten und Glühwürmchen bekannt ist. Sie bietet die längste geführte Untergrund-Wanderung des Landes. Die Höhle ist durch eine einzigartige spiralförmige Rampe barrierefrei zugänglich."

Hier beim künstlichen Höhleneingang verlassen wir das Tageslicht und steigen über das einzigartige Bauwerk in die Tiefe.

Unten angekommen weist die Tour Guide darauf hin, die Tropfsteine nicht zu berühren, da das Hautfett an den Händen das Wachstum der sensiblen Kalkgebilde stoppt oder verlangsamt.

"Ein Stalaktit ist der von der Decke einer Höhle hängende Tropfstein, sein Gegenstück ist der vom Boden emporwachsende Stalagmit. Zusammengewachsene Säulen in Höhlen, die aus einem von der Decke hängenden Stalaktiten und einem vom Boden wachsenden Stalagmiten bestehen, heissen Stalagnat (auch Tropfsteinsäule oder Sintersäule genannt)."

Ich war schon viele Male in Höhlen, bin aber immer wieder begeistert, was die Natur, mit kalkhaltigem Wasser und viel, viel Zeit, für wunderschöne Formationen zustande bringt.

Wir entdecken unterschiedlichste Formen und Farben ...

... grobe Blöcke und feine Röhrchen ...

... in der Form von Blumenkohl oder ...

... Stoffbahnen

Wir kommen zu einer Stelle wo wir aufgefordert werden kein Licht zu machen: Glühwürmchen.

"Die Leuchtkäfer oder auch Glühwürmchen sind eine Familie der Käfer mit weltweit etwa 2000 Arten, die innerhalb der Überfamilie Weichkäferartige geführt werden."

Spezielle Beutefangtechnik: Angelnde Glühwürmchen.

"Die klebrigen Fäden der neuseeländischen Glühwürmchen sind spezialisierte Fangvorrichtungen, die von den Larven zur Jagd in feuchten Höhlen oder Wäldern abgesondert werden. Diese aus Seide bestehenden Fäden hängen herab und sind mit klebrigen Wassertropfen besetzt, die durch eine Mischung aus Harnstoff und Proteinen extrem klebrig gemacht werden.
Die Larven produzieren die Fäden aus ihrem Maul und lassen sie an den Höhlendecken hängen. Die Tröpfchen kondensieren aus der feuchten Luft an den Seidenfäden. Die Larven locken Insekten durch ihr blau-grünes Biolumineszenz-Licht an, woraufhin die Beute an den klebrigen Tropfen haften bleibt. Die klebrige Substanz besteht zu 99 % aus Wasser, das durch eine Harnstoff-Eiweiss-Kombination fixiert wird. Eine einzelne Larve kann bis zu 30-70 derartige Fangfäden produzieren, die bei Bedarf wieder eingezogen und gegessen werden."

Wir kehren zurück und steigen ...

... über die Rampe wieder nach oben ans Tageslicht.

Zurück beim Auto, fahre ich auf der Te Anga Road weiter; mein Ziel sind die Marokopa Falls.

Hier halte ich an, parke, ziehe meine Regenjacke an und klappe meine Wanderstöcke auf. Dann beginne ich den Spaziergang zum versteckten Wasserfall, den viele als einen der schönsten Neuseelands halten.

Ich liebe die grossen Farne und die überwachsenen Bäume.

Ganz von Wald umgeben fällt das Wasser des Marokopa Rivers 35 Meter tief.

Nun fahre ich die Strecke wieder zurück, an den Glühwürmchenhöhlen und meiner Unterkunft vorbei. In Waitomo biege ich rechts ab und fahre südwärts bis Te Kuiti, zu meiner gebuchten Unterkunft.

"Te Kūiti ist die Gebietsbezeichnung der Māori, abgeleitet von der ursprünglichen Form 'Te Kuititanga' für das 'Tal' oder die 'Verengung'"

Zimmer mit Blick ins Grüne und auf die Eisenbahntrasse.

Auf Empfehlung der Rezeptionistin im Motel, buche ich einen Tisch im Stoked Eatery, einem ganz speziellen Restaurant in der Stadt.

A must-stop for travellers, out-of-town workers, mountain bikers, skiers, bikers, and car enthusiasts.

"Eingebettet in eines der bekanntesten Gebäude von Te Kūiti, vereint Stoked den Charme der ursprünglichen Bahnhofseinrichtungen mit einer warmen und entspannten Atmosphäre. Im Winter bieten wir gemütliche Sitzplätze im Innenbereich und in den wärmeren Monaten komplett überdachte Sitzplätze auf dem Bahnsteig. Seien Sie auf die vorbei rasenden Züge gefasst, sie tragen zur Atmosphäre bei."

Leider fährt kein Zug während meiner Anwesenheit vorbei; diese Strecke wird nicht mehr oft befahren.

Ich beginne mein Abendessen mit einem Glas Weisswein und einer Seafood Chowder.

"Seafood Chowder Delicious mussels, prawns, squid and fish in a creamy sauce served with our house made garlic Rewana Bread. Rēwena-Brot oder Māori-Brot, ist eine Sauerteigbrotsorte aus Neuseeland. Es wird mit einem fermentierten Kartoffelsauerteig gebacken. Das Brot stammt aus der Kultur der Māori und ist eng mit deren Küche verbunden.


Mittwoch, 4. Februar 2026, Te Kuiti - Mount Taranaki - Stratford

Guten Morgen neuer Tag: Packen, das Gepäck ins Auto bringen; ich bin bereit für die Weiterfahrt. So drücke ich den Startknopf und ... nichts und, es passiert nichts. Schon wieder, das darf doch nicht sein! Also rufe ich wieder den Avis-Partner an und warte danach auf Hilfe. Ein freundlicher Pannenhelfer fährt in den Innenhof vom Motel. Auch er stellt fest, dass die Batterie total entleert ist und überbrückt sie. Er stellt aber auch fest, dass ich nichts falsch gemacht habe; irgendetwas entleere die Batterie. Als ich ihm sage, dass dies bereits das zweite Mal sei, empfiehlt er mir, dem Autovermieter zu sagen, dass ich kein Vertrauen mehr in dieses Auto habe und einen Wechsel wünsche. Ich bedanke mich und rufe Avis-Service nochmals an und bitte um einen neuen Mietwagen. Dafür hätten sie keine Kompetenz, sie müssten dies zuerst mit AVIS klären, müssten aber vorher den den Service-Rapport erhalten. Ich fahre los. Der Morgen scheint doch nicht so gut zu sein ...

Beim späten Frühstückshalt rufe ich wieder an; AVIS habe einem Fahrzeugwechsel zugestimmt. Sie würden nun abklären, ob es in Hamilton einen Ersatzwagen gäbe. Ich weise darauf hin, dass ich nicht zurück nach Hamilton fahren möchte, das liege rund 80 Km hinter mir; ich würde eine Avis-Station vor mir vorziehen und fahre weiter. Nach einer gewissen Zeit rufe ich wieder an um zu vernehmen, dass es in Hamilton kein Ersatzauto gäbe. Vor mir gebe es aber in New Plymouth eine Avis-Vertretung, sie müssten aber zuerst dort anfragen (zwei Dinge gleichzeitig machen liegt offensichtlich ausserhalb ihrer Servicemöglichkeiten). Ich erhalten keinen Telefonrückruf. Als ich irgendwo anhalte und wieder anrufe - eigentlich möchte ich Neuseeland sehen und nicht die Zeit mit Telefonaten verbringen - vernehme ich die frohe Kunde, dass es am Flughafen von New Plymouth einen entsprechenden Ersatzwagen gäbe. Super. Also ändere ich die Route im Navi und fahre zum Flughafen.

Als ich am Flughafen ankomme, ist der Avis-Schalter vereinsamt; sie komme sicher bald zurück, meint eine Frau am Nachbarschalter. Ich gehe auf die Toilette als es plötzlich dunkel wird. Stromausfall. Der gute Morgen ist definitiv nicht gut. Kurz darauf kommt die Avis-Mitarbeiterin zum Schalter; sie ist über den Fahrzeugwechsel informiert, welcher nun unkompliziert über die Bühne geht.

Spielerwechsel: Nissan raus, Mazda rein. Gepäck umpacken, was-wie-wo kennenlernen, Handy mit Strom verbinden, Route eingeben und los geht's.

Wegen der verlorenen Zeit streiche ich die vorgesehene kleine Wanderung "Wilkies Pools und Dawson Falls Rundweg" und fahre direkt zum Egmont Nationalpark, zum Mount Taranaki.

Hier sehe ich ihn zum ersten Mal, den Mount Taranaki, wegen seiner perfekten Spitzkegelform Neuseelands Vorzeigevulkan. Aber passend zum "guten Morgen" versteckt sich der Vulkan teilweise hinter Wolken.

Die spätere Zufahrtsstrasse wird schmal, aber es hat beinahe keinen Verkehr auf der Strasse.

Als ich das Dawson Falls Visitor Center auf 902 MüM erreiche, ist es merklich kühler geworden und von Sicht ist keine Rede mehr. So bediene ich mich mit einem Foto aus dem Internet.

"Der Mount Taranaki oder Mount Egmont ist ein solitärer, 2518 m hoher Stratovulkan im Westen der Nordinsel, in der Region Taranaki. Der Mount Taranaki ist vermutlich ein geologisch relativ junger Vulkan, der erst vor knapp 135'000 Jahren aktiv geworden ist. Die letzte Eruption wird auf das Jahr 1854 datiert und soll neben Lavaflüssen auch mit fünf grösseren Eruptionen einhergegangen sein. Der von den Māori seit jeher Taranaki genannte Berg wurde von dem britischen Seefahrer und Entdecker Kapitän James Cook nach dem 2. Earl of Egmont in Mount Egmont umbenannt. Der Berg erhielt später jedoch wieder seinen alten Namen, und nur der ihn umgebende Egmont National Park erinnert an den Adligen, der nie etwas mit Neuseeland zu tun hatte. In den Sommermonaten Dezember bis März kann der am meisten bestiegene Gipfel Neuseelands auch ohne Kletterausrüstung erreicht werden. Allerdings haben das sehr wechselhafte Wetter und die zum Teil unerfahrenen Bergsteiger ihren Anteil an der höchsten Todesrate auf allen neuseeländischen Bergen."

Ich schaue mich im Besucherzentrum, in dem geheizt ist, um. Es hat ein kleines Bergsteigermuseum, welches Eindrücke aus der früheren Bergsteigerzeit vermittelt.

Damals kamen noch ganz andere Materialien zum Einsatz.

Auch beim Wegfahren ist die Sicht auf den Vulkan total zu.

Ich fahre den Weg zurück und wieder in der Ebene angekommen fahre ich zu meinem heutigen Tagesziel, in die ländlich geprägte Kleinstadt Stratford, wo ich im Regan House ein Zimmer gebucht habe.

Das Regan House von Judith und Wayne ist eine restaurierte Villa aus dem Jahr 1910, die in einem wunderschönen, üppigen und gepflegten Garten im englischen Stil liegt. Während sich Wayne um den Garten kümmert, betreut Judith liebevoll um die Gäste.

Klar, das Haus und die Einrichtung sind antiquiert, aber ich fühle mich sofort wohl hier.

Auf Empfehlung von Judith fahre ich zu Colonel Malone's Restaurant & Bar. Beim Bestellen des Special's lasse ich mich zu stark von meinem Hunger leiten und nehme zwei der Lamb Shanks (Lammhaxe). Die Unterschenkel beim Schmorklassiker aus England werden am Stück geschmort und serviert. Es war eher zuviel als zu wenig.


Donnerstag, 5. Februar 2026, Stratford
- Whanganui - Desert Road - Taupo

Judith hat für mich ein leckeres Frühstück vorbereitet.

Auf der Weltkarte die an der Wand hängt, sind schon viele Nadeln von Gästen eingesteckt. Sie fordert mich auf, auch mein Land zu markieren. Da Europa schon stark zu markiert ist, schlage ich ihr vor, den Pin bei Tahiti zu stecken, meinem letzten Aufenthaltsort vor Neuseeland.

Alles Gepäck ist im Auto, ich verabschiede mich von Judith, starte die Tour in meinem iPhone und fahre los. Nach zwei Stunden mache ich beim Rotokawau Virginia Lake, der See liegt bei Whanganui, einen Halt um die Beine zu vertreten.

Du machst mir nichts, dann mache ich auch dir nichts, okay?

Hier in Whanganui bin ich am südlichsten Punkt meiner Tour angelangt. Nun fahre ich zuerst ost-, dann nordwärts weiter.

Die Route führt mich durch grünes, hügeliges Gelände mit Weideland und Viehzucht, Rinder und Schafe.

Auf der Weiterfahrt entdecke ich in Waiouru ein Schild, welches mich spontan zu einem Besuch animiert.

Das National Army Museum sieht aus wie eine Festung.

"Das National Army Museum (Maori: Te Mata Toa) ist das Museum der neuseeländischen Armee. Es war früher als Queen Elizabeth II Army Memorial Museum bekannt. Es befindet sich am State Highway One, südlich der kleinen Garnisonsstadt Waiouru."

Neuseeland war in viele Kriege und Konflikte involviert, auch im Zusammenhang mit der Zugehörigkeit zum British Empire.

"Das Britische Weltreich war das vom 17. bis zum 20. Jahrhundert bestehende, grösste Kolonialreich der Geschichte und vom Ende der Napoleonischen Ära bis zum Ersten Weltkrieg die führende Weltmacht. Zum Zeitpunkt seiner grössten Ausdehnung, 1922, umfasste es mit 458 Millionen Einwohnern und ca. 33,67 Millionen km² sowohl ein Viertel der damaligen Weltbevölkerung als auch ein Viertel der Landfläche der Erde."

Gebiete, die ehemals Teil des Britischen Weltreichs waren, heutige Territorien sind rot unterstrichen.

Neuseeländische UNO-Einsätze im Irak und Afghanistan.

Der State Highway 1, der hier den Namen Desert Road (Wüstenstrasse) trägt, steigt bis auf 1074 MüM an und ist damit die höchste Hauptstrasse Neuseelands. Die Landschaft ist zu Beginn noch grün, verändert sich aber zunehmend und wird karger und karger, unfruchtbar und wüstenähnlich. Die drei markanten Vulkane, der Ruapehu (2707 MüM), der Ngauruhoe (2287 MüM) und der Tongariro (1967 MüM), verstecken sich hinter Wolken.

Der Versuchung, die Desert Road zu verlassen, ist zu gross, auch wenn ich nicht Skifahren will, aber ...

... die Warnschilder im offensichtlichen Militärgebiet, sind nicht unbedingt ermutigend.

Als ich eine Stunde später den Lake Taupo, ein Kratersee eines vor rund 26'500 Jahren kollabierten Vulkans und der grösste See Neuseelands, erreiche, halte ich wieder an.

Wegen dem bevorstehenden Feiertag und damit einem verlängerten Wochenende mit viel Ausflugsverkehr, werden die Autofahrer auf dem Parkplatz sensibilisiert, die Gefahr der Übermüdung nicht zu unterschätzen. Ich mache beim Quiz auf einem tablet auch mit und erhalte dafür einen Kaffee und Früchte.

Nix passiert, habe nur ein Gespräch mit dem Polizisten geführt und nach einem Selfie gefragt.

Der letzte Teil meiner Tagesstrecke führt mich am Ufer des grossen Sees entlang nach Taupo, wo mich im Lake Breeze Motel das gebuchte Zimmer erwartet; hier werde ich zwei Nächte bleiben.

Die Stadt Taupo ist für ihre Lage am See und Outdoor-Sportarten wie Angeln oder Jetboot-Fahren bekannt.

Nach dem Einrichten im Zimmer und einer Erholungspause, spaziere ich dem See entlang ins Zentrum

Schweizer gibt es überall.

Da werde ich meine Lust auf thailändisches Essen sicherlich stillen können.

Ich beginne mit einer Tom yum soup: Thai hot and sour soup with lemongrass, lime leaves, coriander and mushrooms and - wie in meinem Fall - your choice of seafood (NZD 15.90/CHF 7.30) ...

... gefolgt von einem leckeren Curry mit Reis (NZD 27.90/CHF 12.85).


Freitag, 6. Februar 2026,
Taupo: Ausflüge Wai-O-Tapu Thermal Wonderland & Huka Falls

"Der Waitangi Day (Maori Te Rā o Waitangi) ist ein Nationalfeiertag in Neuseeland. Er wird offiziell seit 1934 begangen und ist seit 1974 gesetzlicher Feiertag, der jedes Jahr am 6. Februar zelebriert wird, um die Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi (Neuseelands Gründungsdokument) im Jahre 1840 zu feiern."

Zum Frühstück fahre ich in die Downtown von Taupo.

Das Angebot an Cafés ist gross, so checke ich die verschiedenen Angebote für ein Frühstück im The Hub, ...

... im Dixie Browns ...

... und im Cafe Baku. Ich entscheide mich für "einen Moment Zeit", wohl auch, weil ich im Oktober 2025 in Baku/Aserbaidschan war.

Kurz darauf steht ein Eggs Benedict vor mir, zwar nur suboptimal gesund, dafür himmlisch lecker.

"Eggs Benedict ist ein klassischer, proteinreicher Brunch, der durch pochierte Eier wertvolle Nährstoffe liefert, aber durch die Sauce Hollandaise und das Weissbrot kalorien- und fettreich ist. Das Gericht liefert hochwertige Proteine, Vitamine und Mineralstoffe."

Nun fahre ich aus Taupo hinaus. Mein erstes Ziel ist der Lady Knox Geyser, der um 10:15 Uhr - ? wieso können sie dieses Ereignis so genau voraussagen ? - eruptieren wird ...

Ich bin nicht der einzige, der in der Arena gespannt wartet.

"Der Lady Knox Geyser ist künstlich erzeugter Geysir: Im Jahr 1906 fanden Gefangene eines Straflagers, das in der Gegend von Wai-O-Tapu von dem damaligen Department of Justice geführt wurde, heraus, dass die heisse Quelle, in der sie ihre Kleidung wuschen und die heute die Grundlage für den Geysir darstellt, auf Seifenlauge reagiert und heisses Wasser ausstößt. Scanlon, Leiter des Straflagers, verringerte daraufhin den Durchmesser der Öffnung der Quelle mittels eines Stahlrohrs, mit dem er gleichzeitig die Wasseraustrittshöhe erhöhte und umgab das Rohr mit Bimsstein, um so einen Kegel zu erzeugen. Fontänen von bis zu 50 Fuß (rund 17 m) und Eruptionen, die mehrere Stunden dauern konnten, waren so möglich. Die im Dezember 1906 vom New Zealand Herald als Northland Geyser publiziert, führten zunehmend zahlreiche Touristen an den Ort und machte den künstlich angelegten Geysir zu einer Attraktion. Im Laufe der Jahre haben sich Mineralablagerungen über den Bimsstein gelegt und den Rand des Austrittsloches so gestaltet, dass der Kegel wie ein natürlich entstandener Kegel wirkt."

Nach dieser Show kehren alle Zusehende zu ihren Autos zurück und fahren das kurze Stück zur nächsten Attraktion, dem Wai-O-Tapu Thermal Wonderland, welches zu den Highlights der Nordinsel Neuseelands gehört.

Nach dem Kauf eines Eintrittes informiere ich mich über die Rundwege. Ich entscheide mich, die komplette Rundwanderung zu machen, was mit 1 1/2 Stunden veranschlagt wird.

Auf dem Rundweg durch dieses aussergewöhnliche Naturwunder werde ich die Kraft der Erde hautnah erleben: es brodelt, es dampft und permanenter Schwefelgeruch liegt in der Luft. Die Farben der heissen, mineralreichen Gewässer und Pools schimmern von Smaragdgrün bis Gelb.

Hier schaut es noch nicht so speziell aus, dafür ist der Schwefelgeruch stark.

"Artist's Palette: Die Künstlerpalette im Thermalbad Wai-O-Tapu ist eine lebendige, sich ausdehnende Mineralterrasse neben dem berühmten Champagnerbecken, das für sein wechselndes, mehrfarbiges Wasser und seine Sinterablagerungen bekannt ist. Je nach Wind, Wasserstand und Sonneneinstrahlung ändert es seine Farbe und zeigt Schattierungen von Grün, Orange, Gelb und Weiss."

Mit dem Dampf, dem Blubbern und dem Geruch nach faulen Eiern wirkt es surreal auf mich. Zudem spüre ich, je nach Windrichtung, die warme bis heisse Luft.

Hier geht's nun auf den Rundweg 2 und 3.

Ich bin froh, dass ich meine Wanderstöcke bei mir habe, geht es doch einige Male treppauf und treppab.

Zuerst gehe ich links, zum Aussichtspunkt Lake Ngakoro und danach rechts zum Wasserfall ...

... nun ja, der Lake Ngakoro Wasserfall kommt sehr bescheiden daher.

Nach der Zusatzschlaufe Walk 3 führt mich der Weg wieder zum Rundweg 1 zurück.

Giftgrün und doch natürlichen Ursprungs.

"Eine der schlimmsten Giftschleudern des 19. Jahrhunderts war ein Farbpigment, das als »Schweinfurter Grün« in Tapeten, auf Textilien, bei Spielzeug und sogar in Lebensmitteln verwendet wurde und dabei so toxisch war, dass die Farbe Pate stand für unseren heutigen Begriff giftgrün."

Der Rundweg führt mich zum Eingang zurück, wo ich etwas gegen meinen Durst machen möchte. Es hat so viele Leute, dass ich stattdessen zum Auto zurückkehre - wo ich Wasser habe - und zurück auf die Hauptstrasse fahre und auf ihr Richtung Taupō.

Beim Abzweiger zu den Huka Falls biege ich ab und suche mir auf dem Parkplatz einen Platz.

"Der Waikato River, Neuseelands längster Fluss, verengt sich dramatisch an den Huka Falls und erzeugt genug Kraft, um ein olympisches Schwimmbecken in nur 11 Sekunden zu füllen. Die Wirkung ist faszinierend, aber laut, sie hören die Huka Falls, bevor Sie sie sehen."

Nach kurzer Zeit halte ich auf dem kleinen Hügel, bevor mich der Hunger - es ist zwischenzeitlich 3 Uhr nachmittags - in die Stadt drängt.

"Eine ausrangierte Douglas DC-3 von 1943 dient seit 1990 als Teil eines McDonald's-Restaurants. Das Cockpit ist noch intakt, und Kunden können auf 20 Sitzplätzen im Flugzeug essen."

Auch wenn die Idee originell ist, will ich weder in einem Flugzeug essen, noch habe ich Lust auf einen Burger, aber gegenüber beim Vietnamesen kehre ich ein und bestelle ...

... ein Banh Mi.

"Banh Mi vietnamesische Sandwiches ist ein unverwechselbares vietnamesisches Sandwich mit französischen Einflüssen. Knuspriges, leichtes Baguette nach französischer Art bildet die perfekte Brotbasis. Verschiedene schmackhafte Füllungen wie Schweinefleisch, Hähnchen oder Tofu stehen zur Auswahl. Pikantes eingelegtes Gemüse sorgt für den nötigen Biss und eine angenehme Säure. Frischer Koriander und Gurke verleihen dem Sandwich eine erfrischende Note. Cremige Pastete und Mayonnaise runden den luxuriösen Geschmack ab. Frische Chilischoten ermöglichen die individuelle Schärferegulierung. Dank des praktischen Formats eignet sich Banh Mi ideal für den schnellen, unkomplizierten Genuss."

Zurück beim Motel, ist es auf dem Parkplatz voller geworden, ich erwische noch den letzten freien Parkplatz. Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun: Da ich heute schon über zehntausend Schritte gegangen bin, ist ruhn angesagt.

Später gehe ich ins Jolly Good Fellows, welches unten am See liegt.

Mit einem Bier geniesse ich die Stimmung auf der Terrasse mit Blick über den See. Später bestelle ich Spicy Pork Belly Bites und Fish & Chips, welchen ich in Australien tunlichst aus dem Weg gegangen bin.

"Fish & Chips: battered fish served with chips, tartare sauce and a lemon wedge with salad."


Samstag, 7. Februar 2026,
Taupo - Redwood Nationalpark - Rotorua

Meine heutige Tagesetappe ist nicht lang. Nach gut einer Stunde erreiche ich auch schon den Parkplatz vom Redwood-Nationalpark, wo ich den Redwoods Treewalk machen will. Der Baumwipfelpfad mit 28 Hängebrücken ist rund 700 Meter lang.

"Der Nationalpark wird gemeinsam mit dem kalifornischen Staatspark verwaltet, um fast die Hälfte aller verbleibenden höchsten Bäume der Erde - die Redwoods, oder Coastal Redwoods, Mammutbäume oder Küstenmammutbäume - zu schützen."

Mit der Spiralrampe hinter dem Plakat geht's in die Höhe für den Baumkronenpfad. Vorher erhalten alle Besucher Instruktionen über das, was zu beachten ist, wie das Nichtberühren der Bäume oder die limitierte Anzahl Besucher auf den Hängebrücken.

Die Höhe des wackligen Weges ermöglicht eine einzigartige Perspektive von oben.

Da vorne geht's auf einer Zusatzschlaufe noch höher hinauf.

"Der höchste Baum ist etwa 72 bis 75 Meter hoch. Diese Küstenmammutbäume wurden 1901 gepflanzt und wachsen aufgrund des feuchten Klimas und der nährstoffreichen Böden schneller als in ihrer kalifornischen Heimat."

Auf der Weiterfahrt erreiche ich nach rund 10 Minuten die Stadt Rotorua. Bevor ich zum Hotel fahre, tanke ich auf und esse auf die Schnelle eine Kleinigkeit im Tankstellenshop.

Mein Zimmer ist sehr gross und die beiden Betten sind mit 2 x 6 Kissen dekoriert. Wozu eigentlich? Zum Schlafen reichen mir zwei, so überlade ich das zweite Bett mit den überzähligen Kissen.

Für den Abend habe ich ein Te Pā Tū Māori Kulturerlebnis mit Abendessen gebucht; um 16:30 Uhr werde ich vor dem Hotel abgeholt.

Rotorua gilt als das kulturelle Herz der Māori in Neuseeland, wo Traditionen des Stammes der Te Arawa durch Manaakitanga (Gastfreundschaft) lebendig gehalten werden. Besucher erleben tiefe Einblicke in das reiche kulturelle Erbe der Māori.

Vom Clan-Führer werden wir empfangen und begrüsst. Danach werden wir in Gruppen aufgeteilt und zu verschiedenen Stationen im Wald geführt, wo wir kleine Snacks erhalten und danach in verschiedenartige Bräuche eingeführt und zum Mitmachen aufgefordert werden.

Nach einer gewissen Zeit rotieren die Gruppen, so dass alle bei allem mitmachen können.

"Die berühmten Steinstatuen auf der Osterinsel (Rapa Nui) heissen Moai, die aber nicht von den Maori aus Neuseeland stammen, sondern von den polynesischen Bewohnern der Osterinsel. Die traditionelle Schnitzkunst der Maori in Neuseeland nennt man Whakairo, wobei Figuren oft als Tiki dargestellt werden."

Ja, ich komm' ja schon.

Nun werden wir in eine gedeckte Arena geführt, wo wir Tanz- und Gesangsvorführungen beiwohnen.

Der Clan-Chef stellt seine Grossfamilie vor und fordert uns auf, nun zum Hāngī-Abendessen ins Restaurant zu gehen.

"Hāngī ist eine traditionelle Kochmethode der Māori in Neuseeland, bei der Fleisch und Gemüse über mehrere Stunden in einem Erdofen auf heissen Steinen gegart werden. Diese Methode verleiht den Speisen – typischerweise Lamm, Schwein, Huhn, Kūmara (Süsskartoffeln) und Wurzelgemüse – ein rauchiges, erdiges Aroma."

Während ich in Papua-Neuguinea bei den stundenlangen Vorbereitungen des dort traditionellen Pig Mumu dabei war und, wegen dem langen Warten beinahe "verhungert" wäre, ist hier das die Hāngī-kochen der Zeit angepasst worden.

Im Restaurant werden wir Tischen zugeteilt und können danach Getränke bestellen, auch Bier und Wein.


Sonntag, 8. Februar 2026,
Rotorua - Cathedral Cove - Whitianga

Die Fahrt in den neuen Tag beginnt ...

... aber nach einer halben Stunde gönne ich mir einen Frühstückshalt.

Beim Beginn der Coromandel Halbinsel halte ich an. Beim roten Kreis bin ich im Moment und im grünen Kreis liegt Whitianga, mein Ziel für heute.

"Die Coromandel Peninsula, in der Sprache der Māori Te Tara-o-te-ika-a-Māui genannt, ist eine Halbinsel in der Region Waikato auf der Nordinsel von Neuseeland. Den Namen Coromandel bekam die Halbinsel sowie der Ort Coromandel von dem Handelsschiff HMS Coromandel, das am 13. Juni 1820 erstmals in der Colville Bay ankerte, um das für den Schiffsbau der Royal Navy wertvolle Kauri-Holz an Bord zu nehmen. Das namensgebende Schiff wiederum hatte seinen Namen von der Koromandelküste in Indien."

Eine Stunde später erreiche ich das Städtchen Whitianga und parke vor dem Bayside Motel Whitianga, welches ausserhalb vom Zentrum liegt.

Beim Einchecken schnappe ich mir bei der Rezeption ein paar Aktivitätenprospekte, die ich danach im Zimmer studiere. Ein paar Touranbieter bieten am späteren Nachmittag keine Bootsausflüge mehr an, andere sind ausgebucht; ein Telefonanruf ist aber erfolgreich und ich kann einen Platz für 15:45 Uhr buchen. Wenn ich schon am Telefonieren bin, reserviere ich auch einen Platz in einem Restaurant für nach der Tour.

Frühzeitig genug fahre ich zum Hafen Whitianga Wharf, finde einen Parkplatz und schaue mich um.

What's on? Mein Touranbieter Ocean Leopard ist auch dabei.

Es ist Zeit, einzusteigen, ...

... eine Schwimmweste anzuziehen und ...

... den Instruktionen des Guides zuzuhören.

"Whitianga ist ein lebhafter Küstenort an der Mercury Bay auf der Coromandel-Halbinsel, bekannt für seine geschützte Lage, goldene Sandstrände und vulkanische Küstenlandschaften. Die Region ist ein Paradies für Wassersportler, mit Highlights wie der berühmten Cathedral Cove, dem Hot Water Beach und Bootsfahrten zu versteckten Höhlen."

Wunderschön, die zerklüftete Vulkan-Küste mit den unterschiedlichen Formen.

Cathedral Cove.

Wohl nicht billige Anwesen über den Klippen.

Unser Guide und Bootsführer steuert auf die Klippen zu ...

... und fährt in eine Höhle hinein.

Die Tour macht mir Spass, kein Wunder bei diesem tollen Wetter.

Zurück beim Ausgangspunkt im Hafen, gehe ich zu Fuss zum Restaurant Salt.

Ich bekomme einen Tisch mit schöner Sicht auf den Bootshafen. Nach einem Blick in die Speisekarte kann ich mich bei der Vorspeise nicht entscheiden, so bestelle ich halt zwei: Tempura Oysters, danach einen Pot Thai Green Curry Mussel und als Hauptgang Seared Snapper with whipped butter, mashed potato and seasonal vegetables.


Montag, 9. Februar 2026,
Whitianga - Matakana

Beim Bereitmachen für die Abfahrt ist es schon angenehm und praktisch, das Auto vor der Türe zu haben.

Das Navi führt mich heute, an Auckland vorbei, weiter nach Norden

Ich entscheide mich, den weiteren Weg zu nehmen, der mich am Ufer der grossen Bucht Firth of Thames entlang führt.

Auf dem Parkplatz sind viele Autos mit Bootanhänger.

Später führt mich die Strasse hoch und gibt einen anderen Blick frei; zuerst auf die Meeresbucht, später bin ich dann ganz von Hügeln umgeben.

Die Strasse führt mich wieder ans Ufer der Firth of Thames Bucht zurück und dort in die Stadt Thames.

"Thames wurde gegründet, als 1867 im unteren Teils des Kauaeranga Valley, wenige Kilometer östlich der heutigen Stadt, Gold gefunden wurde. Es war William Hunt, der am 10. August 1867 oberhalb des Wasserfalls im Karanui Creek seinen ersten respektablen Goldfund machte und die ersten Schürfrecht in dem Gebiet zugesprochen bekam. Die Goldmine, die er unter dem Namen Shotover eröffnete, produzierte zeit ihres Bestehens 102'353 Unzen Goldbarren. Weitere Funde wurden gemacht und zahlreiche weitere Bergwerke eröffnet. Innerhalb von drei Jahren kamen rund 11'000 Bergarbeiter in die Stadt, die sich zu Beginn aus den folgenden drei Orten bildete: Tookeys Flat, am Kuranui Stream gelegen und von den Goldsucher bevorzugt, Shortland, an der Mündung des Kauaeranga River in den Firth of Thames gelegen und von der Regierung bevorzugt und Grahamstown, die zwischen den beiden Orten lag und 1868 von dem Entrepreneur Robert Graham nach vorherigem Landkauf gegründet wurde. Die drei Orte wuchsen zur Stadt Thames zusammen, wobei Grahamstown sich zuvor zum wirtschaftlichen Zentrum herausgebildet hatte."

Von dieser Goldgeschichte der Gegend wusste ich aber nichts. Als ich auf der linken Seite den nachstehenden Hinweis sehe, halte ich an, denn ein Besuch einer Mine ist für mich immer etwas Spezielles.

Nachdem noch ein Touristenpaar aus Deutschland Interesse zeigt, ist Alan bereit, eine Führung zu machen.

Helm auf und los geht's und immer schön acht geben, meint Alan, den die Stollen seien nicht hoch.

Trotzdem wir mit einem Guide unterwegs sind, dürfen wir nicht überall hinein; einige Tunnels seien instabil.

Von Alan erfahren wir, dass bei der Goldförderung keine Maschinen zum Einsatz kamen.

Wieder am Tageslicht besichtigen wir das Gebäude, in dem das Ausbruchsmaterial zerkleinert, geschüttelt und gewaschen wurde, um an die kostbaren Goldnuggets zu gelangen. Wir erhalten Kopfhörer, bevor Alan Maschinen startet die einen Höllenlärm machen.

In einem kleinen Museum gibt es weitere Informationen zur Geschichte von Thames und der Goldmine.

Später benötigen sowohl mein Auto wie auch ich Antriebsmittel um mit den neuen Energieträger weiter zu funktionieren. Obwohl die heissen, gefüllten Teigtaschen in Neuseeland als Meat Pies extrem beliebt sind, ist das Blätterteiggebäck für mich nicht herzhaft; viel zu heiss und ohne Geschmack; ich freue mich auf das Abendessen.

Ich erreiche Matakana, ein beliebtes Ausflugsziel für die Menschen aus Auckland. Es gibt viele Boutique-Weingüter (Chardonnay, Grauburgunder, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah), einen Samstagsmarkt - heute ist Montag - und unzählige Strände in unmittelbarer Nähe. Wein gegenüber bin ich nicht abgeneigt, aber die Weingüter liegen abseits der Stadt und mit dem Auto Wein zu degustieren ist eher sinnfrei. So fahre ich - ohne Badehose - zur Omaha Beach.

"Der Name Omaha Beach stammt aus der Māori-Sprache und bedeutet in einer der Deutungen 'Ort der reichen Nahrung' oder 'große Ressourcen', was auf die ehemals ertragreichen Fischgründe in der Umgebung hindeutet. Er hat nichts mit dem gleichnamigen D-Day-Strand in der Normandie zu tun."

Im Shop beim Parkplatz kaufe ich mir ein paar Dosen Eiskaffe, so bin ich für die morgige Abfahrt ohne Frühstück gerüstet. Auf dieser Reise bin ich auf die japanische Marke BOSS gestossen und bereits guter Kunde geworden. Es muss ja nicht immer Caffè Latte von Emmi oder Nescafe von Nestlé sein.

"Suntory: Heiss gebrüht. Schnell gekühlt. Reichhaltiger Geschmack. Mit einem traditionellen und bewährten Verfahren aus Japan haben wir die Zubereitung perfektioniert und kreieren so den besten Eiskaffee auf dem Markt. Wir wissen, dass ein wahrer Kaffeegenuss nur mit heiss gebrühten Bohnen möglich ist. Deshalb brühen wir unseren Kaffee kochend heiss und kühlen ihn blitzschnell ab – so entsteht Eiskaffee, ohne dass die Vorzüge des heissen Kaffees verloren gehen. Kompromisslos."

 

+

Zurück in meinem Zimmer im Matakan Motel mache ich mich schlau in Bezug auf Restaurants fürs Abendessen.

Im Matakana Village gibt es das Matakana Market Kitchen, welches mit der Verwendung frischer Zutaten und regionaler Produkte wirbt.

Beim Wein lasse ich mich beraten und versuche von zwei verschiedenen Weissweinen.

Als Vorspeise bestelle ich ...

... Prawn Cassoulet: Sautéed with garlic, chives, capers, and parsley, finished in a rich butter sauce and served with toasted ciabatta, und als Hauptgang Sri Lankan Prawn Curry: Deep in flavour & aromatics served with egg plant pickle, basmati rice & crispy pappadum.


Dienstag, 10. Februar 2026,
Matakana - Twin Coast Highway - Russel

Bei der heutigen Streckenwahl habe ich mich entschieden, nicht die direkte Route nordwärts zu nehmen, sondern auch auf dem Twin Coast Discovery Highway zu fahren und so die Insel zweimal zu durchqueren.

"Der Twin Coast Discovery Highway ist eine ca. 800 km lange, ausgeschilderte Rundreise (Scenic Route) in Neuseelands nördlichster Region Northland. Die Strecke beginnt und endet in Auckland, führt an der Ostküste hinauf bis zum Cape Reinga und an der Westküste zurück, wobei sie Highlights wie die Bay of Islands, die Waipoua Forest Kauri-Bäume und den Ninety Mile Beach verbindet."

Wieso schaut Kuh No 114 mich so an, hat wohl noch nie einen Schweizer gesehen?

Der Boss verlangt eine Pause.

Die Strasse ist kurvig, sie geht mal aufwärts, dann wieder runter und das Landschaftsbild ändert sich.

Kein Fake: Bei diesem Halt scheint die Natur auf der rechten Seite zerstört zu sein, während es links paradiesisch aussieht.

High Noon ist bereits vorbei, als ich bei diesem Road House Café - somewhere in nowhere - eine Pause einlege.

Danach geht's frisch und munter weiter, auch über gefährliche Strecken.

Kurze Zeit später erreiche ich Paihia, eine kleine Stadt direkt am Meer gelegen, an der Bay of Islands. Von hier fährt eine Fähre nach Russel, meinem Tagesziel. Ich folge den Wegweisern, fahre an einer stehenden Kolonne vorbei bis ich vorne realisiere, dass die Autos in dieser Kolonne auf die nächste Fähre warten. Also wenden und zurück ans Ende, denke ich. Beim Wenden ruft mir der Fahrer aus dem ersten Fahrzeug zu, ich solle hier am Rand warten, er werde mich dann vorlassen. So freundlich können Autofahrer sein! Ob es die hintersten Wartenden auch so sahen, weiss ich nicht, jedenfalls fahre ich als erster auf die Fähre.

Mit dieser Fährfahrt konnte ich einen grösseren Umweg sparen. Kurze Zeit nach der Ankunft erreiche ich Russel, wo ich in der Hananui Lodge ein Zimmer gebucht habe. Das Zimmer entpuppt sich als Wohnung, sehr gross, aber nicht mehr in so gutem Zustand, vor allem die Teppiche schreien nach Ersatz.

Nach dem Einrichten erkunde ich die unmittelbare Nachbarschaft. Auf der Rückseite des Motels liegt ein Friedhof und eine Kirche.

Danach schlendere ich auf der Uferpromenade entlang auf der Suche nach einem Restaurant. Dieses Vorhaben ist nicht einfach, reiht sich doch ein schönes Restaurant ans andere an dieser Flaniermeile.

"Russell bietet eine hervorragende Auswahl an Restaurants, oft mit direktem Blick auf das Wasser und frischen lokalen Meeresfrüchten."

"The Gables: Frische Pasta und ungezwungene italienische Küche am Russell Waterfront. Grosszügig und unkompliziert vereint The Gables die Eleganz vergangener Zeiten mit dem warmen, einladenden Ambiente einer ungezwungenen Osteria. Wir konzentrieren uns auf Weine aus Northland und Italien und servieren dazu italienisch inspirierte Cocktails in unserer gemütlichen Enoteca. Benvenuto!"

"Butterfish: Willkommen im Butterfish Restaurant & Café, einem Juwel in der malerischen Umgebung von Russell, in der The Strand 25. Dieses einladende Restaurant verspricht ein kulinarisches Erlebnis der Extraklasse mit atemberaubendem Blick aufs Wasser. Mit seinem Fokus auf Qualität und ansprechender Präsentation ist das Butterfish bekannt für seine vielfältige Auswahl an Gerichten, die unterschiedlichsten Ernährungspräferenzen gerecht werden und es so zu einem beliebten Treffpunkt für Einheimische und Touristen machen."

"Das Duke of Marlborough: Das Restaurant liegt direkt am Russell-Ufer und ist das Herzstück unseres historischen Hotels. Wir servieren Ihnen sieben Tage die Woche Mittag- und Abendessen. Unsere Speisekarte bietet saisonale, regionale Produkte und interpretiert Klassiker neu. Geniessen Sie die lebhafte Atmosphäre, das charaktervolle Interieur mit Hafenblick und eine Getränkekarte mit über 100 Weinen und 30 Biersorten."

Auch ein hübsches Haus, ist aber kein Restaurant.

Als ich am Ende der Spaziermeile angelangt bin, ist meine Entscheidung getroffen: The Gables, der Italiener am Anfang soll es sein. So kehre ich zurück um zu vernehmen, dass kein Platz mehr frei sei. Aber für einen Apéro könne ich an einem reservierten Tisch Platz nehmen, was ich auch mache. Danach starte ich die Restaurant-Findungstour nochmals und stehe bald vor dem Swordfish, wo ich in den ersten Stock hochsteige.

An der Theke werde ich gefragt, ob ich Mitglied sei. Mitglied, ich, hier? Nein gebe ich zu und rechne bereits mit meinem Rückzug. Kein Problem, ich könne kostenfrei Tagesmitglied werden. So fülle ich das Formular aus und suche mir einen Tisch.

"Der Bay of Islands Swordfish Club ist der älteste Sportfischerverein Neuseelands und blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1910 reicht. Der Verein wurde 1918 als Bay of Islands Kingfish Club eingetragen. 1924 entschieden die Mitglieder des Kingfish Clubs, dass der Name 'Kingfish' (Königsfisch) der breiten Öffentlichkeit nicht die tatsächliche Grösse der in der Bay of Islands gefangenen Fische verdeutlichte, und beantragten die Umbenennung in 'The Bay of Islands Swordfish and Mako Shark Club'. Der Kingfish Club wurde abgemeldet und der Verein existierte einige Jahre ohne offizielle Registrierung weiter. 1952 wurde der Name schliesslich auf 'The Bay of Islands Swordfish Club Inc.' verkürzt, und so heisst er bis heute.
Das Sportfischen mit Rute und Rolle begann um die Jahrhundertwende mit einigen wenigen Enthusiasten. Im Februar 1915 fing Major A. D. Campbell den ersten Marlin mit Rute und Rolle in der Bay of Islands. Mitte der 1920er-Jahre kam der amerikanische Schriftsteller und Fischer Zane Grey in die Bay of Islands, und die Bucht erlangte durch sein Buch 'Tales of the Angler’s El Dorado' Berühmtheit als Angelrevier.
Der Bay of Islands Swordfish Club unterhält heute Clubhäuser in Russell, Paihia und Opua."

Nachdem ich eine Zeit lang am Tisch sitze und sich niemand um meine Bestellung zu interessieren scheint, stehe ich auf und gehe zur Theke. Dort kann ich mein Gewünschtes aufgeben und muss dies gleich bezahlen.

Auf dem Rückweg zum Motel sehe ich beim Kiwi Square den ersten Kiwi, ich meine den Vogel, nicht die Frucht und auch nicht den Kiwi-Dollar.

"Der Kiwi ist ein flugunfähiger, nachtaktiver Laufvogel und das einzigartige Nationalsymbol Neuseelands. Mit zotteligem Gefieder, langem Schnabel, exzellentem Geruchssinn und einer ovalen Form erinnert er an einen kleinen Federball. Kiwis sind stark bedroht, jedoch ein fester Bestandteil der neuseeländischen Identität."

Als ich um Mitternacht herum mal aus dem Fenster schaue, ist drüben alles ruhig; beruhigt schlafe ich weiter.


Mittwoch, 11. Februar 2026,
Russel - Ahipara

Eigentlich wollte ich bis ganz nach oben fahren, bis zum Cape Reinga, aber beim Feintuning der Route ist mir die angegebene Fahrzeit von über 5 Stunden zu lang; dazu kommt noch die Zeit für den Spaziergang zum Leuchtturm. So wird Awanui, ein kleiner Ort mit einem Flusshafen, der nördlichste Punkt meiner Nordinsel-Rundfahrt sein.

Auf der Suche nach einer Apotheke gehe ich nochmals ins Zentrum von Russel. Heute präsentiert sich die Ufergegend in schönerem Wetter als gestern.

Diesmal verlasse ich Russel nicht mit der Fähre, sondern über die Russell Road, die mich entlang der Küste und durch hügeliges Gelände in südlicher Richtung führt.

Als ich diese Schilder sehe, biege ich spontan von der eingegebenen Route in diese Strasse ab; ich bin ja nicht mit dem Auto unterwegs. Später weist mich das Navi auf eine Strasse hin, die rechts abbiegt und kurz darauf in eine Naturstrasse übergeht.

Nun wird's abgelegen; während der gut halbstündigen Fahrt begegnen mir nur eine Handvoll Autos. Die Strecke ist sehr schön, führt mich durch Wald und Wiesen, vorbei an kleinen Māori-Siedlungen.

Im Ort Kawakawa halte ich an. Der Name stammt vom Strauch Kawakawa, der in der Gegend wächst.

"Die öffentliche Toilette an der Gilles Street 60 in der Ortschaft Kawakawa wurde von Friedensreich Hundertwasser, der von 1973 bis zu seinem Tod 2000 in Kawakawa lebte, in dem für ihn typischen Stil mit geschwungenen Linien, unregelmässigen Keramikfliesen, integrierten Kleinskulpturen, farbigen Gläsern und einem in die Architektur einbezogenen Baum gestaltet. Die Toilette wurde 1999 eröffnet. Funktional unterscheidet sie sich nicht von anderen Bedürfnisanstalten. Die Toilette ist die Hauptattraktion von Kawakawa und die meistfotografierte Toilette Neuseelands. Die Zahl der fotografierenden Besucher übersteigt diejenige derer, die die Anlage als Toilette nutzen, bei weitem."

Die Toilette habe ich nicht benutzt, dafür stellt sich mir die Frage:

Und weiter führt mich die Fahrt durch die Northland Region (Te Tai Tokerau), die nördlichste der siebzehn Verwaltungsregionen Neuseelands.

Frische Früchte, tönt nicht schlecht ...

... allerdings gibts aktuell nur Blaubeeren zu kaufen.

"Es gibt im Wesentlichen keinen botanischen Unterschied zwischen Blaubeeren und Heidelbeeren; es handelt sich um dieselbe Frucht, oft nur um regionale Bezeichnungen. Der Hauptunterschied besteht zwischen wilden Waldheidelbeeren (klein, dunkelrotes Fruchtfleisch, färbend) und Kulturheidelbeeren (grösser, helles Fruchtfleisch, nicht färbend), die oft als Blaubeeren vermarktet werden."

Kurzer Halt an der Coopers Beach, welche an der Doubtless Bay liegt, einer Bucht am Pazifischen Ozean. Danach wechsle ich wieder auf die andere Seite der Nordinsel.

Um fünf Uhr nachmittags erreiche ich mein Ahipara Bay Motel in Ahipara, einer Gemeinde an der Tasmanischen See gelegen.

In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es einige Häuser mit Top-Aussicht aufs Meer.

„Der Mensch lebt nicht von der Aussicht allein“, so nehme ich nach einem Apéro die Menükarte in die Hand.

Garlic scallops or Garlic prawns, served in a creamy garlic sauce, $22.00 (CHF 10). You may wish a medley with some of each. Ja, das hätte ich gerne; so erhalte ich Jakobsmuscheln und Crevetten.

Auch beim Hauptgang habe ich ehemalige Meeresbewohner bestellt.

Während ich über diese Lebensweisheiten nachdenke - sie passen (noch?) nicht zu mir - hat das Wetter aufgehellt.


Donnerstag, 12. Februar 2026,
Ahipara - Auckland

Es sollte nicht mein Tag sein ...

... eine lange Fahrstrecke ohne Sightseeings liegt vor mir ...

... es regnet viel, manchmal sogar wolkenbruchartige, heftige Regenschauer, wo das Wasser in Strömen vom Himmel fällt und das Fahren grosse Konzentration verlangt ...

... erst nach 2 1/2 Stunden gönne ich mir einen Kaffeehalt in Whangarei; der Espresso ist jedoch perfekt ...

"Whangārei ist eine Stadt in der Region Northland im Norden der Nordinsel von Neuseeland. Sie ist Verwaltungssitz der Region und zugleich Sitz des Whangarei Districts."

... in Auckland angekommen, verfügt das gebuchte Abstract Hotel an der Upper Queen Street über keine Parkplätze; ich werde an ein Parkhaus in der Nähe verwiesen. An der Rezeption kann ich höchstens einen 3-Tage-Pass kaufen; ich bleibe aber vier Tage hier ...

... mein Zimmer ist so was von klein. Um nicht den Augen der Bewohner im sehr nahen Nachbarhaus ausgesetzt zu sein, schliesse ich die Vorhänge ...

... während ich auf dem Bett liege und im Internet nach Restaurants suche, spüre ich etwas auf meinem nackten Bein; ein rund zwei Zentimeter grosser, dunkler Käfer ist die Ursache. Ich scheuche ihn weg und hole im Badzimmer Toilettenpapier, um ihm den Garaus zu machen. Als ich aus dem Bad komme, kreuzt ein kleinerer, gelber Käfer meinen Weg; sein Leben endet im nicht für ihn vorgesehen Toilettenpapier. Vom anderen Käfer ist nichts mehr zu sehen.

Die Internetsuche für Restaurants in der Nähe ist nicht so erfolgreich, die meisten gehören für meine Begriffe in die Kategorie Fast Food ...

Heute war definitiv nicht mein Tag.


Freitag, 13. Februar 2026,
Auckland & Waiheke Island

Für heute habe ich einen Ausflug auf die Insel Waiheke gebucht.

"Waiheke ist eine Insel, knapp 18 km von Auckland entfernt. Sie ist nach Great Barrier Island die zweitgrösste Insel im Hauraki Gulf. Die stark gegliederte Insel ist 92 Quadratkilometer gross, ihre Ost-West-Ausdehnung beträgt 19,25 km, die Nord-Süd-Ausdehnung 9,65 km. Es gibt 19 Buchten, überwiegend mit feinkörnigen Sandstränden. Vorwiegend im westlichen Teil der Insel leben ständig etwa 8700 Einwohner (Stand 2011). In der Hochsaison können es durch die Nutzer von Ferienhäusern mehr als doppelt so viele sein. Es gibt auf der Insel mehrere Weingüter. Die Überfahrt mit der Fähre dauert etwa 35 Minuten. Am Fährhafen in Waiheke werden Autos und Fahrräder vermietet. Es gibt einen regelmässigen Busverkehr. Strassen gibt es fast nur im ausgebauten Westteil der Insel. Wanderwege sind gut ausgeschildert."

Ich füttere Google Maps mit der Adresse eines Parkhauses am Hafen, laufe zum Parkhaus beim Hotel und fahre los. Die Navy-Lady lotst mich durch Auckland, wie wenn sie hier leben würde. Erwische ich mal nicht die richtige Abzweigung, findet sie locker eine neue Strecke. Im Parkhaus Car Park Viadukt angekommen fotografiere ich den Platz wo mein Auto steht.

Zu Fuss gehe ich zum Hafen und suche dort den Terminal für die Fähre.

Pünktlich fährt die Te Kotuku, eine Katamaran-Passagierfähre, ab und gewährt den Blick auf die Skyline von Auckland und den Waitematā Harbour.

Land in Sicht. Kurze Zeit später steige ich und die vielen anderen Passagiere aus.

Die Bus-Tour funktioniert wie eine Hop-on/Hop-off Tour: an 16 Stopps kann ausgestiegen werden. Die meisten Stopps sind bei Weingütern. Als wir um 10 Uhr beim ersten Weingut, dem Mudbrick Vineyard ankommen, ist niemand willens, auszusteigen.

Das Weingut verfügt über beachtliche Anbauflächen und die Gebäude sehen ansprechend aus.

Bei Stopp 9, an der Onetangi Beach, steigen viele aus, aber nur um gleich in einem der vielen Restaurants Platz zu nehmen. Beim nächsten Stopp 10, will ich aussteigen um das Museum zu besichtigen. Nachdem der Bus abgefahren ist, stelle ich fest, dass das Museum heute gar geöffnet ist. Habe wohl die entsprechende Durchsage nicht gehört. Also auf den nächsten Bus warten, resp. ich laufe zum Stop 11. Als der Bus kommt, ist dieser leer, bis auf den Chauffeur und Alyssa, die Tourbegleiterin. Da es zuhause auch eine Alyssa gibt, komme ich mit ihr ins Gespräch. Wir haben es lustig, auch der Fahrer amüsiert sich.

In Oneroa Village verabschiede ich mich von den beiden. Der Busfahrer winkt mir auf der Weiterfahrt zu.

"Oneroa ist eine Siedlung auf Waiheke Island, bekannt für den gleichnamigen langen Strand. Es dient als Hauptort der Insel, bietet Geschäfte, Restaurants, Galerien und ist ein beliebtes Touristenziel."

Es ist frisch und regnerisch, deshalb spüre ich keine Lust, weder auf ein Happy Hour Beer, noch auf Obee's Gelato, jedoch beim nächsten Schild werde ich neugierig ...

Einen Entenburger, eine exklusive Alternative zu Rindfleisch, habe ich noch nie gegessen, deshalb ist die Zeit bis zur Bestellung sehr kurz.

Gespannt warte ich auf meinen ersten Duck Burger. Er schmeckt lecker, einzig das Brot ist die Schwachstelle, da es sehr trocken ist. Mehr Sauce, oder statt einer Ciabatta, ein Baguette, wie beim vietnamesischen Bánh mì, verwenden wäre wohl das Optimum.

Mit einem Black Cab, den offiziellen, ikonischen Londoner Taxis im klassischen Design und schwarzer Farbe, könnte die Inseltour auch gemacht werden.

Auf meinem Spaziergang entdecke ich die Waiheke Community Art Gallery, wo ich die aktuelle Ausstellung besichtige.

Gleich um die Ecke vom Gebäude ist Whittaker's Musical Museum. Neugierig trete ich ein.

Viele antike und restaurierte Instrumente sind ausgestellt.

Hallo edle Dame, hallo Tourist.

Danach mache ich mich auf den Weg zur Matiatia Bay runter, wo die Fähre zurück nach Auckland ablegt. Auf Sichtweite vom Hafen sehe ich die Fähre, ich erhöhe mein Tempo und erreiche sie.

Wieder in Auckland angelangt, kehre ich zum Parkhaus zurück.

Nein, ich kaufe keine und auch den Souvenir-Shop verlasse ich wieder ohne Geld auszugeben.

Zurück im Hotel - diesmal ohne Käfer-Sichtung - gönne ich mir eine kreative Pause. Danach will ich auf den Sky Tower, der ungefähr 20 Fussminuten von meinem Hotel entfernt liegt.

"Der 328 Meter hohe Sky Tower prägt seit über 28 Jahren die Skyline von Auckland und bietet einen atemberaubenden 360°-Panoramablick über Tāmaki Makaurau. Mit seiner bewegten Geschichte, preisgekrönten Restaurants und adrenalingeladenen Aktivitäten ist er mehr als nur ein Ort zum Ausgehen – er ist ein Erlebnis. Geniessen Sie den Blick auf die Stadt aus einer Höhe von 186 Metern über dem Straßenniveau. 360°-Panoramablick bis zu 80 Kilometer in jede Richtung. Entdecken Sie wichtige Sehenswürdigkeiten, die 53 Vulkane und andere historische Orte im Grossraum Tāmaki Makaurau."

Hier sehe ich den Himmelsturm erstmals, er liegt aber im Nebel.

Erinnerungen an meine Taiwan-Reise werden wach, wo ich vom Taipei 101 vor allem eine verhangene Aussicht hatte.

Bungeespringen habe ich in der Vergangenheit von einem Kran (Bern), zwei mal von einer Brücke (Tandemsprünge in Frankreich) und aus einer Luftseilbahn (Lauterbrunnen) gemacht, so muss ich mich hier nicht mehr beweisen, wofür ich froh bin.

Wegen dem bevorstehenden Beginn vom Jahr des Pferdes, ist der Eingangsbereich voll in chinesischer Hand; aller mögliches an Essbarem wird angeboten.

"Das Jahr 2026 ist im chinesischen Kalender das Jahr des Feuer-Pferdes, welches am 17. Februar 2026 beginnt und bis zum 5. Februar 2027 andauert. Es steht für hohe Energie, Dynamik, Unabhängigkeit und radikale Veränderungen, wobei dieses spezifische Feuer-Element als besonders intensiv und unberechenbar gilt."

Den roten Mustang würde ich gerne in meiner Garage haben.

Beim Ticketschalter werde ich darauf hingewiesen, dass es auf der Aussichtsplattform nichts zu sehen gäbe, zu stark sei der Nebel. Ich verzichte auf die Wiederholung eines Erlebnisses.

Auf dem Weg zum Sky Tower bin ich bei der Town Hall vorbeigekommen und habe über diese Kolonne gestaunt, auch weil viele der Anstehenden im Gothic-Stil gekleidet sind.

"Gothic ist ein Lifestyle, der mehr ausmacht als sich schwarze Gothic Kleider zu tragen oder ein Faible für edle Materialien wie Satin, Samt oder Spitze zu haben. Die einstige Tochterkultur des Punks, die ihren Ursprung in der Batcave-Bewegung der 80er Jahre hat, ist inzwischen zu einer weitverzweigten Strömung herangewachsen, die ihre eigenen Ableger hervorgebracht hat. Die Schwarze Szene ist facettenreicher und keineswegs nur düster. Anders als der Mainstream bis heute meint, ist Gothic für die Angehörigen des Genres beinahe eine Philosophie – und die oftmals herablassend als 'Gruftis' verschrieenen Goths haben mit Satanismus und Grabschändung dabei nur wenig gemein."

Beim Rückweg ist die Kolonne viel länger geworden. Neugierig geworden, frage ich die ganz vorne stehenden, wie lange sie schon anstehen - seit ein paar Stunden, bekomme ich zu hören - und für was - Ethel Cain gebe ein Konzert, war die Antwort, was mir jedoch nichts sagt.

"Ethel Cain spielte am 13. Februar 2026 ein ausverkauftes Konzert in der Auckland Town Hall als Teil ihrer "Willoughby Tucker Forever" Tour.

Ethel Cain (* 24. März 1998 in Tallahassee, Florida; bürgerlich Hayden Silas Anhedönia) ist eine US-amerikanische Singer-Songwriterin und Musikproduzentin. Ihre Musik wird den Genres Ambient, Indie-Rock und zeitgenössischer Folk zugeordnet, während sich ihre Texte auf nostalgische und Themen des Southern Gothic konzentrieren. Mitte 2017 begann Anhedönia mit ätherischer, von gregorianischen Gesängen inspirierter Musik zu experimentieren. Nachdem sie verschiedene Mixtapes und EPs auf Streaming-Plattformen unter dem Namen White Silas sowie auf Webseiten wie SoundCloud und Tumblr veröffentlicht hatte, wandte sie sich einem mehr alternativen Sound zu und begann ab Mitte 2019 den Künstlernamen Ethel Cain zu verwenden."

Zurück in der Nähe meines Hotels entdecke ich das Jeepney Filipino Restaurant. Da ich noch nie auf den Philippinen war, finde ich es reizvoll, die Küche dieses Landes zu versuchen.

"Savor the Taste of the Philippines" wird angepriesen, was mich aber nicht überzeugt. „In der Not frisst der Teufel Fliegen“ und der Ueli frittierte Tintenfischringe: Fried Calamari $11.50, Crumbed calamari rings with garlic aioli sauce.

Ich weiss nicht mehr, welche Sinigang (Tamarindensuppe) mit Reis ich als Hauptgang bestellte.

Auch wenn dieser erste kulinarische Ausflug in die philippinische Küche, die spanisch-mexikanische, chinesische, indische, japanische und amerikanische Einflüsse vereinigen soll, mich nicht gross überzeugte, möchte ich irgendwann dieses südostasiatisches Land im Westpazifik besuchen.


Samstag, 14. Februar 2026,
Auckland & Spookers

Heute steht als erstes der Besuch vom Auckland War Memorial Museum auf meiner Sightseeingliste. Der Name kommt dem nicht gerecht, präsentiert das Museum doch nebst der Militärgeschichte, auch die Geschichte des Landes, die pazifische Kultur sowie deren Naturgeschichte.

Das Museum ist in einem grossen, runden Gebäude untergebracht und zeigt die Exponate auf drei Stockwerken.

Der Eintritt zum Museum ist für die Einwohner Aucklands gratis, während die anderen Besucher ein Ticket lösen müssen.

"Die Moas sind eine Ordnung flugunfähiger, heute ausgestorbener Vertreter der Laufvögel. In historischer Zeit waren sie mit neun Arten über beide Inseln Neuseelands verbreitet. Die teils bis über zwei Meter grossen und bis 270 Kilogramm schweren, pflanzenfressenden Vögel besassen bis auf den Haastadler keine natürlichen Fressfeinde. Mit der Ankunft des Menschen Ende des 13. Jahrhunderts wurden die Tiere als leichte Beute bejagt, bereits Ende des 14. Jahrhunderts waren alle Arten weitgehend ausgerottet. In der Kultur der Maori hinterliessen die Tiere keine Spur, erst im 19. Jahrhundert wurden sie anhand von Fossilien wiederentdeckt."

Ich frage diesen Maori-Vater, der mit seiner kleinen Tochter das Museum besucht, um ein Selfie.

Vulkane werden in einem Teil der Ausstellung thematisiert. Da Neuseeland auf dem pazifischen Feuerring liegt, hat Neuseeland, besonders die Nordinsel, sehr viele Vulkane. Die Auckland herum gibt es gegen 50 Vulkangipfeln und Whakaari/White Island ist eine bekannte aktive Vulkaninsel.

"Whakaari/White Island ist der aktivste Kegelvulkan Neuseelands, gelegen 48 km vor der Küste der Bay of Plenty. Nach einer verheerenden Eruption im Dezember 2019, die 22 Menschenleben forderte, sind Landungen auf der Insel derzeit nicht gestattet. Die Insel ist eine Privatinsel, bekannt für ihre dramatische vulkanische Aktivität, ist aber nach dem Ausbruchs-Unglück für Touristen gesperrt."

"Die QF 4.5-inch howitzer war eine britische Feldhaubitze im Kaliber 114 mm, die von 1910 bis in den frühen 2. Weltkrieg als Standard-Artilleriewaffe diente. Bekannt für ihre Zuverlässigkeit, Robustheit und ihre Rolle als Hauptunterstützungswaffe im Ersten Weltkrieg, feuerte sie Sprenggranaten über eine Reichweite von bis zu ca. 6'500 Metern ab."

"Der Scheinwerfer (searchlight) der HMS New Zealand (ein Schlachtkreuzer, Stapellauf 1911) ist ein historisches Artefakt, das mit dem Besuch des Schiffes in Neuseeland im Jahr 1913 in Verbindung steht."

"Die 20-mm-Oerlikon-Kanone war eine Flugabwehrkanone des Schweizer Unternehmens Oerlikon-Bührle. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg von Alliierten und Achsenmächten genutzt, feuerte ca. 320–450 Schuss/Min und war eine Standard-Kurzstreckenwaffe gegen Flugzeuge sowie leichte Seeziele."

Die Hinweise auf die Sonderausstellung Sharks - aussen und innen im Gebäude - sind nicht zu übersehen und wecken so auch mein Interesse. Der bezahlte Museumseintritt ist für diesen Teil vom Museum nicht gültig, also investiere ich ein paar Neuseeland-Dollar mehr, um die "neun lebensgrossen, wissenschaftlich präzise Hai-Modelle, darunter der Helicoprion (ausgestorbener Sägehai), der Hammerhai, der Tigerhai sowie der Weisse Hai," zu sehen.

"Helicoprion ist eine ausgestorbene Knorpelfischgattung aus dem unteren und mittleren Perm vor rund 250 Millionen Jahren, die zu den Euchondrocephali gehörten. Ihre nächsten heutigen Verwandten sind die Seekatzen. Charakteristisch für die Gattung Helicoprion sind die fossil erhaltenen Zahnspiralen. Diese bestanden bei jedem Fisch aus einer einzigen spiralförmig aufgerollten Zahnreihe aus schmalen Zähnen, die bei ausgewachsenen Tieren mehr als drei Umgänge aus bis zu 180 Zähnen aufwies."

"Scalloped hammerhead shark: Der Bogenstirn-Hammerhai gehört zur Familie der Hammerhaie und erreicht maximale Grössen zwischen 3,7 und 4,3 Meter und ein Gewicht von mehr als 150 Kilogramm. Er ist wahrscheinlich der häufigste Hammerhai küstennaher Regionen und ist nahezu weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Regionen verbreitet. Wie alle anderen grossen Hammerhaie wird diese Art als dem Menschen potenziell gefährlich eingestuft, Haiunfälle mit Hammerhaien sind allerdings sehr selten dokumentiert."

"Tiger shark: Tigerhaie sind gross, gehören zu den grössten Haien der Welt. Sie erreichen in der Regel eine Länge von 3 bis 4 Metern und können bis zu 635 kg wiegen. Der grösste jemals registrierte Tigerhai war über 5 m lang und wog ~635 kg. Sie haben einen stumpfen, breiten Kopf mit grossen, kräftigen Kiefern, die mit einzigartig gezackten Zähnen besetzt sind, mit denen sie selbst die zähesten Beutetiere zerreissen können. Im Gegensatz zu den stromlinienförmigeren Körpern von Arten wie dem Weissen Hai sind Tigerhaie stämmiger und für langsame, heimliche Bewegungen gebaut. Tigerhaie haben ihren Namen von den vertikalen, tigerähnlichen Streifen, die an den Seiten ihres Körpers verlaufen. Diese Markierungen sind bei Jungtieren am deutlichsten zu sehen und verblassen mit zunehmendem Alter etwas. Die Färbung dient der Tarnung im Wasser, da sie die Umrisse des Hais aufbrechen und ihn für Beute schwerer erkennbar machen."

"White shark: Der Trivialname Weisse Hai bezieht sich auf die auffällig helle Bauchfärbung der Tiere. Die Art kommt fast weltweit vor und besiedelt bevorzugt gemässigte Küstengewässer. Als die grösste Haiart, die sich nicht von Plankton ernährt, ist der Weisse Hai der grösste Raubfisch; er kann auch Menschen gefährlich werden. Der Weisse Hai gehört mit einer durchschnittlichen Länge von etwa vier Metern und einer maximalen Länge von über sieben Metern zu den grössten Haiarten."

Zum schlechten Image der Haie hat auch der Film 'Der weisse Hai' von Steven Spielberg beigetragen. Der Tierhorrorfilm aus dem Jahr 1975 handelt von einem riesigen Weissen Hai, der die fiktive Insel Amity Island terrorisiert.

"Haie sind stark bedroht: Etwa ein Drittel aller Hai- und Rochenarten gilt als gefährdet. In den letzten 50 Jahren sind die Populationen von Hochseehaien um über 70 % zurückgegangen, hauptsächlich durch Überfischung. Jährlich sterben rund 100 Millionen Haie, oft als Beifang oder wegen des Finning.
Finning bezeichnet das grausame Abtrennen der Flossen von Haien (meist noch bei lebendigem Leib) und das anschliessende Zurückwerfen der verstümmelten Tiere ins Meer. Die Haie verbluten oder ersticken elendig am Meeresboden, während nur die wertvollen Flossen für den asiatischen Markt (z.B. Haifischflossensuppe) genutzt werden.

Wie wahr, wie wahr.

Nachdem ich über 3 Stunden im Museum verbracht habe, kehre ich zu meinem Auto zurück. Dabei entdecke ich ein neuseeländisches Nummernschild mit Silberfarn, der eine immense kulturelle, historische und symbolische Bedeutung hat und eines der wichtigsten Nationalsymbole des Landes ist.

Nachdem ich gestern keine 360-Grad-Aussicht geniessen konnte, will ich dies heute nachholen, aber nicht auf dem Sky Tower. Ich fahre ins wohlhabende Wohngebiet Mount Eden, welches vom Vulkankegel Mount Eden, oder Maungawhau, dominiert wird.

"Der Mount Eden (Māori: Maungawhau) ist mit 196 Metern der höchste natürliche Vulkankegel in Auckland und bietet einen Panoramablick über die Stadt. Der erloschene Vulkan ist bekannt für seinen 50 Meter tiefen Krater, seine historische Bedeutung für die Māori und ist ein beliebtes Ziel für kurze Wanderungen. Der markante, grüne Krater ist ein geschütztes Naturdenkmal. Der Berg war einst eine grosse befestigte Māori-Siedlung (Pā) und gilt als heiliger Ort."

Für den Aufstieg habe ich den längeren Weg gewählt, der mich nach einer halben Stunde auf den Kraterrand führt.

Zurück zum Parkplatz nehme ich den Weg, den die allermeisten genommen haben.

Weil ich später am Abend ein Date habe - heute ist ja Valentinstag - fahre ich ausnahmsweise mit dem Auto zu einem früheren Essen als üblich. Auf der Suche nach einem guten indischen Restaurant stosse ich auf das Thirty One.

Das feurig-scharfe Lamb-Vindaloo aus Goa haben sie nicht. Die Bedienung empfiehlt dafür das Lamb Rogan Josh, ein klassisches, würziges Lammcurry aus Kaschmir, das für seine zarte Fleischkonsistenz, eine tiefrote Farbe und aromatische Gewürze wie Kardamom, Nelken und Zimt bekannt ist. Die Empfehlung mundet mir.

Nun liegt eine Fahrt von gut 40 Minuten vor mir. Während der Fahrt mache ich mir Gedanken zu dem, was mich erwartet. Meine Gefühle schwanken zwischen Spannung und Anspannung. Wird es mir gefallen?

Zu früh komme ich an und steige auf dem Parkplatz aus. Eine hässliche Frau fragt mich, wo meine Begleiter seien. Ich sei alleine, gebe ich zur Antwort. Das gehe nicht, meint sie, das sei viel zu gefährlich. 'Was soll das?' denke ich genervt ...

Ob uns das Lachen bald vergehen wird?

Das Lesen während dem Warten ist noch harmlos, aber die Überreste der letzten Besucher weniger ...

... zudem habe ich das Gefühl, von oben beobachtet zu werden.

Ich stehe lieber beim Warten.

Endlich bin ich beim Tresen, wo ich mein Ticket zeigen muss. Ob ich eine Taschenlampe hätte, werde ich gefragt. Taschenlampe? Nein habe ich nicht; ich kaufe mir ein.

Disturbia: Irgendeinmal kann auch ich in den ersten Teil eintreten (Fotografieren ist innen nicht gestattet). Jede Gruppe betritt das Gebäude mit einem Abstand - meine Gruppe besteht nur aus mir - so dass die Vorangehenden nicht gesehen werden können; deren Schreie höre ich aber schon. Bei jeder Ecke des schmalen Ganges, oder vor dem Durchschreiten eines Vorhanges, bin ich voller Anspannung: Was erwartet mich? Plötzlich steht eine Clown artige Gestalt (Schauspieler) vor mir und fragt, ob ich zur vorangehenden Gruppe gehöre. Sie wollte mich wohl zum Aufschliessen bewegen. Als ich ihr sagte, ich sei für mich alleine eine Gruppe, verschwindet sie mit einem grässlichen Lachen. Alles in allem reizt der verdrehte Zirkus meine Schreckheftigkeit nicht gross.

"Betritt die Welt der Schwarzlicht-verrückten Freaks. Enge Räume, ohrenbetäubender Lärm und ein rasantes Tempo werden deine Grenzen sprengen. Psychedelische Clowns treiben das „Clownen“ auf die Spitze und lassen dich in eine irrationale, glückliche Welt entführen. Versteck dich nicht, denn sie werden dich finden."

Wieder draussen, stehe ich beim Haunted House, der zweiten Attraktion, an.

"Vom blutrünstigen Metzger bis zu den so traurigen Babys und anderen gequälten Seelen, deren Stimmen durch die Dielen dringen; schon drei Schritte in Spookers Haunted House könnten dazu führen, dass man um Gnade fleht und zur Tür rennt."

Sie gibt uns den Tarif über does and not does bekannt.

Drinnen werden ich und mein Date noch fotografiert. Hoffentlich wird es nicht das letzte Foto - missing in action - von mir sein.

Trotz aller Ekelheftigkeit, Grauslichkeit und Hässlichkeit, den vielen Scheusslichkeiten übelster Art, mit Begegnungen lebender, verunstalteter Untoten (Schauspieler), bin ich wieder heil herausgekommen.

Nun steht der dritte und letzte Teil an, CornEvil, für mich der eindrücklichste und erschreckendste: Im Dunkeln alleine auf einem schmalen Pfad durch ein Maisfeld gehen, begleitet von den ängstlichen Schreien von Touristen, dem schrecklichem Gebrüll von Angeketteten und Entstellten (Schauspieler), dem plötzlich aus dem Nichts auftauchenden, wandelnden Toten (Schauspieler), die mit ihren Kettensägen furchterregende Bewegungen und höllischen Lärm erzeugen. Wie bin ich froh, eine Taschenlampe gekauft zu haben. Längst habe ich die Orientierung verloren. Der Pfad wechselt x-mal die Richtung, es geht aufwärts, dann wieder runter. Andere Touristen sehe ich selten bis nie.

"Betritt das Herz der Finsternis, ein endloses Labyrinth aus hoch aufragenden Maisstängeln, wo hinter jeder Ecke ein neuer Schrecken lauert. Nur das Mondlicht weist dir den Weg, während finstere Gestalten aus dem Schatten auftauchen und die Luft von beunruhigenden Geräuschen widerhallt. In CornEvil führt der einzige Weg hinaus, in dem du durchgehst. Plötzlich auftauchende Zombies verschwinden hinter den Bäumen, die sich hoch gegen die pechschwarze Nacht erheben. Sie hören jeder deiner Gedanken, jeder deiner kurzen Atemzüge. Das plötzliche Dröhnen der Kettensäge hinter dir, lässt dich erschreckt schreien. Weglaufen wird dich nicht retten."

Mein Highlight-Schreckmoment: Ich komme auf einen erhellten Platz, wo eine entstellte Gestalt an einer Wand angekettet ist. Er schreit mich an. Tröstend rede ich mit ihm - er ist ja ein Schauspieler - was ihn aber nicht beruhigt. Ich wende mich von ihm ab und will auf dem Pfad weitergehen, als ich plötzlich Kettenklirren hinter mir höre. Ich drehe mich um und erschrecke gewaltig. Die Gestalt kommt brüllend auf mich zu gerannt, die Ketten hinter sich herziehend; er muss sich befreit haben. Unbewusst erhöhe ich das Tempo meiner Schritte und schaue dabei nach hinten, als er abrupt von den Ketten am Weiterlaufen gehindert wird; der Auslauf der beiden Ketten an seinen Händen hindert ihn daran, weiterzurennen.

Einen Horror der anderen Art erlebe ich später in der Nacht, als ich ins Parkhaus bei meinem Hotel hineinfahren will; ein heruntergelassenes Gittertor versperrt den Eingang. Nun beginnt ein Telefonmarathon mit dem Servicedienst des Parkhausbetreibers. Nach einer gefühlten Ewigkeit - zwischenzeitlich bin ich zum Ausgang gefahren, wo auch Hineinfahren möglich ist, aber die Schranken lassen sich nicht öffnen. Ich rufe wieder an und danach wird mir die Schranke geöffnet und ich kann ins Parkhaus fahren. Fortsetzung der üblen Geschichte dann morgen ...


Sonntag, 15. Februar 2026,
letzter Tag in Auckland

... als ich aus dem Parkhaus fahren will und das Ticket einschiebe, erhalte ich die Meldung, dass meine Einfahrt nicht registriert worden sei. Kein Wunder, gestern Abend wurde mir ja aus der Ferne die Schranke geöffnet. Also wieder anrufen, wieder erklären und wieder warten bis mir die Schranke geöffnet wird.

Mit dem Auto fahre ich zum Frühstück, wozu ich über 40 Minuten benötige. Erstmals fahre ich über die achtspurige Auckland Harbour Bridge, die das Stadtzentrum von Auckland (Saint Marys Bay) mit dem North Shore City verbindet. Mein Ziel ist der Puhoi Pub, der letzte historische Pub Neuseelands aus dem Jahr 1879.

Im Pub treffen sich auch die Einheimischen, manche mit speziellen Fahrzeugen, ein Ort, um auch gesehen zu werden.

"Die Triumph Rocket 3 GT ist ein ultimativer Power-Cruiser mit dem hubraumstärksten Serienmotorradmotor der Welt (2458 ccm). Mit 182 PS und und einem gewaltigen Drehmoment von 225 Nm bietet sie atemberaubende Beschleunigung."

Da kann sogar meine fette Kawasaki VN 2000, mit 2053 ccm, 103 PS und einem Drehmoment von 177 Nm, nicht mithalten.

Der Innenraum ist überfüllt mit Erinnerungsstücken; jeder Zentimeter ist bedeckt mit Fundstücken oder Zurückgelassenem und ...

... wilden Sprüchen.

Der bunte Pub lädt zum Staunen ein.

Nun gehe ich mein Frühstück bestellen; dabei will ich mich nicht lumpen, so soll es Puhoi big breakfast sei.

Für $28 gibts Bacon, creamy mushroom, sausages, tomato, hash brown, eggs poached or fried & toast. Ich habe meinen Hunger wieder mal überschätzt, kann nicht alles essen.

Nach einem Besuch im Slow Water Trading Post gehe ich zu meinem Auto und fahre nach Auckland zurück.

Nun fahre ich nach Auckland zurück, zum Hafen, wo ich das Maritime Museum besuchen will. Das Museum ist sehr gross. Auf einem Rundweg über zwei Etagen werden die Hauptthemen 'Entdeckung Neuseeland', 'Neuseeland als Einwanderungsland' sowie 'Neuseeland als Yachtnation' behandelt.

Vor dem Museum steht die KZ1, eine Rennyacht, die für den America's Cup 1988 für Neuseeland gebaut worden ist.

Neuseeland ist eine seefahrende Nation mit einer Geschichte, die weit in die Vergangenheit zurückreicht.

Mitten in dieser stimmigen Ambiente habe ich das Gefühl, ein Teil der Vergangenheit zu sein.

Als Vater eines ausgewanderten Sohnes, und Bürger von einem ausgeprägten Einwanderungsland, interessiere ich mich sowohl für die Perspektive der Emigration (Auswanderung), wie der Immigration (Einwanderung).

Dieser Raum ist wie ein Massenraum auf einem damaligen Schiff gestaltet, welche die Auswanderer auf deren langen Reise nach Neuseeland brachte. Der Boden bewegt sich wie auf einem schwankenden Schiff. Knarrende und ächzende Geräusche der Holzkonstruktionen sind zu hören, Stimmen der Passagiere, das Weinen von Kindern und Stöhnen Kranker. Lediglich der unangenehme Menschengeruch, der von vielen Menschen in einem engen Raum ausgeht, der Mix aus Schweiss, Bakterienaktivität, Atemluft und Kleidung, wird nicht wiedergegeben. Ist vielleicht besser so. Der Eindruck ist gewaltig und die Vorstellung, dass die Passagiere monatelang unterwegs waren, macht nachdenklich; definitiv kein Kreuzfahrtfeeling wie in heutiger Zeit.

Mit dem Aufkommen von Dampfschiffen, verkürzte sich die Reisezeit und die Unterkünfte wurden besser.

Da Neuseeland eine grosse Yacht-Nation ist, darf der America’s Cup nicht fehlen.

"Der America’s Cup ist die älteste und prestigeträchtigste Segelregatta der Welt, oft als 'Formel 1 des Segelsports' bezeichnet. Es handelt sich um ein Match-Race zwischen zwei Yachten – einem Verteidiger (Defender) und einem Herausforderer (Challenger) –, bei dem es um eine historische Silbertrophäe geht. Der Wettbewerb ist bekannt für technologische Innovationen, extrem hohe Geschwindigkeiten durch Foiling-Technologie und immense Budgets.
Erstmals 1851 vor England ausgetragen, ist er die älteste noch heute ausgetragene internationale Sporttrophäe. Benannt ist er nach der Yacht "America", die 1851 gewann. Es ist kein typisches Regattafeld, ein 1-gegen-1-Format (Match Race), wobei der Gewinner alle Regeln für die nächste Austragung festlegt. Die Teams investieren oft über 100 Millionen Euro, um an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Der Herausforderer (Challenger) wird in einer separaten Serie ermittelt, um gegen den Titelverteidiger anzutreten.

Auch die Schweiz ist auf der Siegerwand aufgeführt, sogar zweimal: Die Alinghi hat den America’s Cup 2003 als erstes europäisches Team gewonnen und den Titel 2007 erfolgreich verteidigt.

Danach schlendere ich im Hafen herum, wo es sehr viele Menschen hat; Sonntag lässt grüssen.


Montag, 16. Februar 2026,
Abreisetag, Auckland - Melbourne

Kurz nach sieben Uhr beginne ich meinen Koffer auf Flugtauglichkeit zu packen.

Zum letzten Mal hole ich den Mietwagen aus dem Parkhaus, füttere das Navi mit den Koordinaten vom Flughafen und fahre los. In der Nähe vom Flughafen schaue ich mich nach einer Tankstelle um. Vergebens, so gebe ich halt das Mietauto bei AVIS ohne Auftanken ab. Das sei kein Problem, höre ich von der Dame an der Rezeption; später erhalte ich auf meiner Kreditkarte die Belastung fürs Benzin.

Wie bezahle ich die Gebühren für die Toll Roads, frage ich. Die müsse ich online bei NZ Transport Agency bezahlen. Um Auckland herum habe ich ein paar Mal die gebührenpflichtige Autobahn benutzt. Als ich auf der Webseite bin, gebe ich das Kennzeichen ein und erwarte den zu bezahlenden Betrag. Stattdessen heisst es "If you have travelled in the last 10 days but it's not showing yet, buy enough tolls below to cover the trips you made." Also besser mehr bezahlen als zu wenig, wenn man die genaue Anzahl nicht weiss - eigenartiger Businessplan. Ich versuche die Anzahl Fahrten zu zählen und gebe eine mehr ein; es kostet ja nicht alle Welt.

"In Neuseeland gibt es nur wenige mautpflichtige Strassen (Toll Roads), alle auf der Nordinsel. Die Gebühren für Pkw liegen meist zwischen NZD 2.10 und NZD 2,60 pro Fahrt, zahlbar vorab oder kurz danach online über NZ Transport Agency. Es gibt keine Mautstellen, an denen man bar bezahlen kann; die Registrierung erfolgt rein elektronisch."

Beim Check-in gebe ich meinen Koffer auf und erhalte die Boardingkarte für meinen 2 1/4-stündigen Flug ins Nachbarland.

Nach der Sicherheit- und Passkontrolle gehe ich in die Halong Bay, wo ich 1996 war.

"Die Halong-Bucht im nordöstlichen Vietnam ist für ihr smaragdgrünes Wasser und die Tausende hoch aufragenden, von Regenwald bedeckten Kalksteininseln bekannt."

"Halong Bay ist ein vietnamesisches Restaurant im Auckland Airport, das sich im ersten Stock des internationalen Terminals nach der Sicherheitskontrolle befindet. Es bietet frische vietnamesische Gerichte wie Pho, Sommerrollen und Banh Mi zu moderaten Preisen an.

Ist die vietnamesische Nudelsuppe Pho Prawn kurz nach zehn Uhr nun ein spätes Frühstück oder ein frühes Mittagessen?

Go to gate steht bei meinem Flug und wenig später, nun auf meinem Sitz 8D in der Boeing 737-800, staune ich einmal mehr über die beweglichen Passagiere auf den Sicherheitsinstruktionen, oder haben sie mehr Platz als ich oder ist es ein Fake?

 

Das Ende der Ozeanien-Reise ist unter Australien 2026.

 

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