
"Die Autonome Republik Nachitschewan ist eine autonome Republik Aserbaidschans mit 461'500 Einwohnern (Stand: 2021). Eine Volkszählung 2005 ergab 372'900 Einwohner. Sie bildet eine Exklave, die hauptsächlich vom Iran und Armenien umschlossen ist (mit der Türkei hat sie eine Grenze von nur 17 Kilometern Länge). Hauptstadt ist die Stadt Naxçıvan, nach der die autonome Republik benannt ist. Die Exklave hat eine eigene Verfassung und ein eigenes Parlament."
Nachitschewan 
Geständnis: Bis vor Kurzem hatte ich von der Existenz Nachitschewans, einer autonomen Republik Aserbaidschans, keine Ahnung. Aserbaidschan ist eine der noch übrig gebliebenen Destinationen in Europa/Eurasien, wo ich noch nicht war. Eine Reise nach Aserbaidschan habe ich schon ein paar Mal ins Auge gefasst, aber es folgte danach keine Realisierung.
Bei den Planungsarbeiten für meine Indonesien-Reise 2025 stiess ich beim Stöbern auf die von DIAMIR Erlebnisreisen angebotene Aserbaidschan-Rundreise Feuer des Kaukasus, sogleich hat mich das Feuer gepackt. Speziell an dieser Reise ist, dass auch die Exklave Nachitschewan mehrtägig besucht wird. Ich setze mich mit Diamir in Verbindung.
DIAMIR Erlebnisreisen GmbH, Berthold-Haupt-Strasse 2, D-01257 Dresden,
+49 351 3120-77, info@diamir.de, www.diamir.de
Diamir, ein erfahrener Anbieter auch von Reisen in den Südkaukasus, bietet mit dieser Reise die Möglichkeit, die selten besuchte Exklave Nachitschewan ausführlich zu besuchen. Zwei Wochen Aserbaidschan und Nachitschewan, in einer der wildesten und abenteuerlichsten Regionen am Rande Europas. Die Autonome Republik Nachitschewan, Mikronation, Enklave oder Exklave, abgetrennt vom Mutterland Aserbaidschan, nicht ganz einfach zu erreichen, das klingt nach Abenteuer. Das ist etwas für mich.
"Enklave ist ein Gebiet, das vollständig von einem anderen Staat umgeben ist (aus Sicht des umgebenden Staates), während Exklave ein Gebiet ist, das vom Rest seines eigenen Staates abgetrennt ist (aus Sicht des eigenen Staates)."
Der erste Teil der Reise, vom 11. Oktober bis 18. Oktober 2025, ist unter Aserbaidschan.
Guten Morgen Baku. Wir haben bisher von einem unglaublichen Wetterglück profitieren können; auch heute begrüsst uns die Sonne, wie der Blick aus dem Hotelzimmerfenster zeigt.

Das Frühstück gibt es ab 7 Uhr, passend zu unserer Abfahrt zum Flughafen um 8 Uhr. Wir fliegen ab Terminal 2 des Internationalen Flughafens Heydar Aliyev, wo alle Inlandsflüge abgewickelt werden. Klar, wird sind zu früh am Flughafen - der Flug geht erst um 10:50 Uhr - die Check-in Schalter haben noch nicht geöffnet.

Alle Flüge haben das gleiche Ziel, Naxçıvan, die Stadt nach der die autonome Republik benannt ist. Die Exklave hat eine eigene Verfassung und ein eigenes Parlament.



Wir fliegen mit Azerbaijan Airlines.

"Azerbaijan Airlines (aserbaidschanisch: Azərbaycan Hava Yolları, auch AZAL) ist die nationale Fluggesellschaft Aserbaidschans mit Sitz in Baku und Basis auf dem Flughafen Baku. Azerbaijan Airlines wurde am 7. April 1992 als staatliche Fluggesellschaft gegründet."

"Die Embraer 190 ist ein regionaler Jet für Kurz- und Mittelstrecken mit einer Kapazität von bis zu 106 Passagieren, der für seine Effizienz und Leistung bekannt ist. Sie wird häufig für Flüge zu kleineren Zielen verwendet und ist dank ihrer kurzen Start- und Landefähigkeiten für Flughäfen wie London City zertifiziert. Das Flugzeug wird von Embraer hergestellt und ist auch in einer neueren, effizienteren Generation (E2) erhältlich, die für den Frachtmarkt umrüstbar ist."

"Die Empresa Brasileira de Aeronáutica S.A. (Akronym Embraer/ EmBrAer) mit Sitz in São José dos Campos, Brasilien, ist ein börsennotierter Flugzeugbauer; nach Airbus und Boeing gilt er als der drittgrösste weltweit, der nicht nur militärische Flugzeuge herstellt. Embraer produziert sowohl für den zivilen als auch den militärischen Sektor. Das Unternehmen ist einer der grössten Exporteure Brasiliens und hat weltweit über 18'000 Beschäftigte, von denen 95 Prozent in Brasilien tätig sind, und es unterhält Büros und Servicestützpunkte weltweit (in Australien, China, Frankreich, Portugal, Singapur und den USA)."



Von mir aus können wir starten.

Irgendwo, wohl über Armenien.

Pünktliche Landung in Naxçıvan, des definitiv kein Tourismus-Hotspot ist, da dieses Reiseziel eher abseits der Touristenpfade liegt; entsprechend tief sind die Touristenzahlen.
"Im Jahr 2024 kamen laut dem Statistikkomitee der Autonomen Republik Nachitschewan 32'782 ausländische Besucher nach Nachitschewan."
"Naxçıvan oder Nachitschewan ist die Hauptstadt der Autonomen Republik Nachitschewan, einer Exklave von Aserbaidschan. Die Stadt ist kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt eines landwirtschaftlich geprägten Gebietes des Süd-Kaukasus. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 130 km². Die Umgebung der Stadt ist gebirgig. Sie hat 95'100 Einwohner (Stand: 2021)."

Nach der Übernahme des Gepäcks werden wir in der Ankunftshalle von Guide Emil begrüsst; nun müssen wir unsere Sprachmodule auf englisch wechseln.


Emil führt uns zum wartenden Bus und stellt unseren Fahrer Emin für die nächsten Tage vor.

Aussen nix und innen fix oder so ähnlich.

Mit seinem offenen und gewinnenden Lächeln erinnert mich unser Reiseführer Emil an den US-amerikanisch-kanadischen Schauspieler Dwayne Douglas Johnson, auch bekannt unter seinem Ringnamen "The Rock".
Wir fahren zuerst zum Tebriz Hotel, in welchem wir 5 Nächte bleiben werden. Nach dem Einchecken, Zimmerbezug und einer kurzer Pause, treffen wir uns wieder in der Rezeption. Emil hat noch zwei "Lehrlinge" mit dabei, Tourismus-Studenten, die einen Praxis-Einsatz absolvieren.

Unsere erste Besichtigung in Nachitschewan gilt dem Karabaglar-Mausoleum, welches am Rande des Dorfes Qarabağlar, nur wenige Fahrminuten vom Hotel entfernt, liegt.

Reiseführer Emil in der Mitte, flankiert von seinen beiden Praktikanten, und ... unser Bus.

"Das Karabaglar-Mausoleum besteht aus einem Mausoleum und einer Moschee mit zwei Minaretten und ist der einzige Rest der früheren Stadt Qarabağlar. Die Minarette wurden vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet, der Stil des Mausoleums verweist auf das 14. Jahrhundert."

"Das Grabmal besteht aus zwölf miteinander verflochtenen Halbzylindern, die auf einem mit Steinplatten ausgelegten Fundament ruhen. Die Fassade ist mit farbigen Kacheln geschmückt, die mit sandfarbenen Ziegeln ein quadratisches Netzmuster bilden, auf dem weiße Inschriften angebracht sind. Den Abschluss der Fassade bildet ein dunkelblaues Blattgewinde. Das Mausoleum besitzt vier Tore, die in die vier Himmelsrichtungen weisen. Die Tore nach Süden, Osten und Westen sind mit Dreiviertelsäulen und einem Stalaktitgewölbe verziert. An den gekachelten Türrahmen befinden sich Girlanden in kufischer Schrift. Am Süd- und Westtor finden sich außerdem Pflanzenornamente, am Osttor stattdessen geometrische Motive. Das Nordtor hat im Gegensatz zu den anderen eine tiefere Wandnische und teils vergoldete Kacheln. Die Wände sind mit Steinplatten verkleidet."

V.l.n.r.: Praktikant, Heinz, Thomas, Ueli, Jörg, Annette, Gert, Evelyn, Jano, Günther, Roland, Carsten und der zweite Praktikant.


Das Innere der ehemaligen Moschee.


Wir verlassen die Stadt und fahren zur Duzdağ-Salzmine, welche in einer wüstenhaften, hügeligen Gegend liegt.




"Die Duzdağ-Salzmine, eine der ältesten der Welt, liegt 10 Kilometer von der Stadt Nachitschewan entfernt liegt. Sie wird heute nicht nur touristisch genutzt, sondern auch als therapeutisches Zentrum zur Behandlung von Atemwegserkrankungen verwendet, da die Luft in der Mine reich an gesunden Salzpartikeln ist. Die Mine kann bis zu 300 Meter tief erkundet werden und enthält fast 130 Millionen Tonnen Natursalz."




Salzkristalle sind an den Wänden sichtbar.

Wir erreichen das Behandlungszentrum, welches tief im Berg liegt. Die Patienten kommen hierher um mehrere Nächte zu verbringen; tagsüber bleiben sie nicht in der Salzmine.


Hier geht es zu den Patientenzimmern, welche sehr einfach eingerichtet sind.

Wieder draussen stellt sich uns die Frage, in welchen Bus wir einsteigen sollen; trotz schmalen Sitzen ziehen wir den schwarzen Mercedes vor.

Wir fahren zurück in die Stadt zum Komplex, wo sich das Mausoleum des Propheten Noah, eine historisch und religiös bedeutsame Stätte, befindet.

Das heutige achteckige Mausoleum wurde um 2006 errichtet, um einen älteren Tempel zu ersetzen, und beherbergt eine Steinsäule, die als Ruhestätte des Propheten und seiner Schwester gilt.
"Laut überlieferter mythologischer und religiöser Tradition gilt die Stadt Nachitschewan als erster Wohnplatz Noahs, nachdem er beim lokalen, 2415 Meter hohen Berg Ilandag gelandet und herabgestiegen sein soll.
Tatsächlich hat der Ilandag zwischen seinen zwei Gipfeln eine gewaltige Kerbe, die für alle Gläubigen nur von der Arche Noah verursacht worden sein kann. Dazu beigetragen hat auch, dass der Name Nuchitschewan sich vom Namen Noahs ableitet: Nuh/Noah + chivan/shivan (Schutz, Siedlung); Der Ort, an dem sich Noah niederliess. Dieser Umstand wird aber unter Kennern der Bibel unterschiedlich ausgelegt, denn auch der Berg Ararat an der türkisch-iranischen Grenze beansprucht für sich, Noah sei dort mit seiner Arche gelandet.
Unter den weltweit vier dem Patriarchen Noah zugeschriebenen Gräbern hat das Noah-Mausoleum in Nachitschewan eine besondere Stellung. Denn es steht dem Gipfel, wo die Arche strandete, am nächsten – sofern die Behauptung der Nachitschewaner zutrifft, wonach sich das grosse Holzboot auf der Bergspitze des Ilandag verkeilte."


Nebst dem Mausoleum umfasst der Komplex eine Festung und eine neue Moschee (2023).

"Die Festung Nachitschewan-Qala ist Teil des historisch-architektonischen Museumskomplexes. Eine alte, quadratische Befestigungsanlage aus dem 7. Jahrhundert, die restauriert und in ein Museum umgewandelt wurde. Sie umfasst eine grosse und eine kleine Festung."






Am Abend werden wir zu einem Begrüssungsessen im grossen Garten eines Restaurants eingeladen und erhalten traditionelle Speisen aufgetischt. Dazu gibt es Bier und auch Wein. Nach dem ersten Schluck Bier und den ersten Bissen, fühle ich mich nicht gut. Plötzlicher Drang zur Vomitation lässt mich vom Tisch aufstehen und einen anderen Ort aufsuchen. Später im Hotel trifft mich noch Montezumas Rache; Imodium und Bioflorin kommen zum Einsatz.

Zum Frühstück genehmige ich mir nur Schwarztee und Brot, suboptimal für die heute zu erwartende Anstrengung, der Besteigung der Festung Alinja, auch "Machu Picchu des Kaukasus" genannt ...

Emil verwöhnt uns, ist Treffpunkt in der Hotellobby und Abfahrt doch erst um 09:30 Uhr; was sich so für die nächsten Tagen einpendeln wird. Wir verlassen die Stadt. Nach einer kurzen Fahrt halten wir an, um den Berg Ilandag zu fotografieren. Mich interessiert jedoch mehr die Gasleitung, die im landesüblichen, auffallendem Gelb parallel zur Strasse verläuft.



Wir erreichen einen Parkplatz und steigen aus. Von hier aus sehen wir unser Ziel, das hoch oben auf einem Sattel liegt - oder ist es ein Joch, Pass, Grat, Kamm oder Rücken? Wie auch immer, rund 1600 Stufen liegen vor uns.

Emil bietet für die ersten paar Hundert Meter eine Fahrt mit einem lokalen Fahrer an. Zu dritt nehmen wir dieses Angebot an; es wird noch genügend Stufen übrig haben. Mit meinen aufgeklappten Wanderstöcke beginne ich den Aufstieg. Die Treppe wurde 2014 renoviert und ist in gutem Zustand.



Der Blick nach unten zeigt, was wir schon geleistet haben und der Blick nach oben, was noch vor uns liegt.


Nach einer halben Stunde erreiche ich das untere Tor der Festung und kurze Zeit später habe ich es geschafft.


"Alinjagala, die historische Festung auf einem Berggipfel in der Nähe von Julfa: Mit dem langgestreckten Plateau, den Ruinen-Quadraten und dem ikonischen Felssporn, ähnelt es frappierend dem Machu Picchu. Mit dem Unterschied, dass die kaukasische Festung aus dem vierten Jahrhundert n. Chr, rund
1000 Jahre älter ist als die südamerikanische Anden-Stadt.
Əlincə (Alinca), bedeutet auch 'unbesiegbar', widerstand vielen langen Belagerungen. Selbst die Armeen von Temur konnten sie jahrelang nicht einnehmen, weshalb die Menschen sie auch Əlincəqala (Alinceqala), die 'unbezwingbare Festung' nannten.
Temür ibn Taraghai Barlas, auch bekannt als Amir Temur, war ein zentralasiatischer Militärführer eines in Samarkand ansässigen turko-mongolischen Stammesverbands und Eroberer am Ende des 14. Jahrhunderts."


Dieser Anblick entschädigt die Strapazen des Aufstiegs; für meine Knie gibt's am Abend Ibuprofen und Voltaren-Salbe.


Auf der anderen Seite Blick runter auf die Gemeinde Xanəgah (Khanagah).

"Wer A sagt, muss auch B sagen"; ich beginne mit dem Abstieg und bin dabei froh um meine Leki Stöcke.


Unten angekommen, sammeln wir uns zu einem Tee; den lecker aussehenden Dondurma (Glace-Coupe) gibt es nicht.

Später in Khanagah blicken wir zur Festung hoch; auf dieser Seite führt kein Weg hoch.

Die Weiterfahrt führt uns zum Komplex Khanegah aus dem 12. Jahrhundert.




"Der Grabkomplex von Xanəgah ist ein kleiner Mausoleum-Komplex bei der Ortschaft Xanəgah (Khanegah) und diente einem Sufi-Scheich als letzte Ruhestätte. Die (laut einer Inschrift) zumindest in Teilen von einem Chodscha namens Dschamal ad-Din errichtete Anlage besteht aus einem wohl ins 12. oder 13. Jahrhundert datierenden Hauptbau und einem würfelförmigen Anbau aus dem 15. Jahrhundert.
Im Stil der Nachitschewaner Schule gehalten wurde das Mausoleum aus hellen Ziegeln gebaut, besitzt einen viereckigen Grundriss und geht danach in ein Achteck über und wird schliesslich von einer Kuppel gekrönt. Im Erdgeschoss befindet sich eine Gebetsnische, die mit Arabesken und Pflanzenmotiven verziert ist, darunter liegt die Grabkammer."





Wir fahren zum Ashabi-Kahf, einem religiösen Höhlenheiligtum inmitten einer beeindruckenden Berglandschaft.
"Die natürliche Höhlenformation befindet sich im Sangesur-Gebirge auf 1665 Metern Höhe, mit mehreren Kammern mit hohen Decken."

"Die Legende der Siebenschläfer ist eine Heiligenlegende, die sowohl im Christentum als auch im Islam vorkommt und sich um junge Männer dreht, die vor Verfolgung durch Kaiser Diokletian in einer Höhle Zuflucht suchen und dort lange schlafen. Im Islam ist die Geschichte im Koran in Sure 18 - Sure Al-Kahf (die Höhle) zu finden und dient dazu, die Idee der Wiederauferstehung zu veranschaulichen."

Es scheint, dass der heutige Tag den Treppenstufen gewidmet ist.

Den Aufstieg über die Eisentreppe zum "Paradies" erspare ich mir.

Emil hält bei einer Stelle an und zeigt uns, wie wir mit nach oben gerichteter Kamera eine spezielle Sicht einfangen können.

"I believe in angels, something good in everything I see. I believe in angels, when I know the time is right for me. I'll cross the stream, I Have a Dream." (ABBA, 1979).

Ich war schon in vielen Höhlen, deshalb erspare ich mir den Schlussaufstieg, dafür ...



... umrunde ich dreimal den schwarzen Stein, eine heilige Reliquie.


Nun fahren wir zurück nach Naxçıvan, zum Tebriz Hotel; die ***** entsprechen bei weitem nicht westlichem Standard.


Zum Abendessen gehen wir individuell, aber viele von uns kehren im Melisa Restoran & Kafe ein, welches in unmittelbarer Hotelnähe liegt. Zudem sieht sind die Speisen ausgestellt, was die Bestellung vereinfacht.

Überraschung ...

Heute fahren wir zuerst nach Culfa, der Grenzstadt zum Iran; auf iranischer Seite befindet sich das namensgleiche Jolfa. Die Stadt selber besuchen wir nicht, aber das in der Nähe liegende Gulustan-Mausoleum.


"Das Gülüstan-Mausoleum (Gülüstan türbəsi) ist ein monumentales Baudenkmal, dessen Errichtung ungefähr auf das Ende des 12. oder den Beginn des 13. Jahrhundert datiert."

"Die historische Stätte, die im Laufe der Zeit erheblichen Verfall und Beschädigungen erlitten hatte, wurde vor wenigen Jahren wieder restauriert."

Wir sind hier sehr nahe zur iranischen Grenze; der schwarze Grenzzaun im Hintergrund stammt noch aus der Sowjet-Zeit.
Mein Mobilfunkanbieter in der Schweiz informiert mich schon mal über die entsprechenden Roamingkosten im Iran.

Wir gehen im Park ein paar Runden um das Grabmal herum. Bei der ersten Begegnung erhalte ich noch ein "Nein" von zwei spazierenden jungen Frauen. Beim zweiten Kreuzen sagt mindestens die eine "Ja" zu einem Selfie.

Danach fahren wir zur nächsten Besichtigung, der Daridagh-Thermalquelle, eskortiert von den - auch in dieser abgelegenen Gegend - allgegenwärtigen Gasleitungen.






Unablässlich kommt das natürliche, warme und mineralreiche Wasser aus der Erde. Für das Bad wird es in Leitungen und Kanälen zum Haus geführt.



So, nun wird es ernst, wir betreten das Bad, wo es für die vier Badewilligen (3 Männer und eine Frau) zuerst zur Blutdruckkontrolle geht.


Günther, Jano und Carsten ziehen sich um und geniessen das Bad, während dessen in der Frauenabteilung Evelyn ihrem Körper den alkoholfreien Mineraliencocktail gönnt; wir anderen begnügen uns mit Tee oder Pulverkaffee.

Unsere nächstes Ziel ist der Ort Ordubad, bekannt für seine blühenden Gärten und seinen Reichtum an Früchten, wenn denn Saison ist. Wie Emil uns erklärt, hat jedes Quartier seine eigene Moschee. Es gibt aber auch eine Hauptmoschee, die Juma-Moschee, die wir als erstes besuchen.
"Die Stadt Ordubad war seit dem Mittelalter von grosser Bedeutung für die Region. Zeitweise Hauptstadt eines kleinen Sultanats war sie meist wichtiges Verwaltungszentrum in wechselnden Reichen. Im 18. Jahrhundert war Ordubad Hauptstadt des Bezirks Āzā-Jerān des von Persien abhängigen Khanat Nachitschewan. 1828 fiel die Stadt mit dem Khanat an das Russische Kaiserreich. Noch heute ist die Stadt eine der wichtigsten in der Autonomen Republik Nachitschewan."







Die kleinen Steine in der linken Schachtel dienen einem hygienischen Zweck: beim Niederwerfen berührt die Stirn den Stein und nicht den Teppichboden.
Wie beten Muslime?

"Muslime beten fünfmal täglich. Das Gebet, genannt Salah, besteht aus bestimmten Bewegungen wie Stehen, Verbeugen und Niederwerfen, wobei der Körper und der Gebetsort sauber sein müssen. Für das Gebet ist die richtige Körperhaltung wichtig: Man legt die Hände auf Brust oder Bauchnabel, rezitiert das Glaubensbekenntnis und die Sure Al-Fatiha aus dem Koran. Neben den Pflichtgebeten gibt es auch freiwillige Bittgebete. Vorbereitung: Vor dem Gebet waschen sich Muslime, um ihren Körper zu reinigen. Sie wählen einen sauberen Ort und können einen Gebetsteppich verwenden. Gebetsrichtung: Muslime beten in Richtung der Kaaba in Mekka. Die Richtung wird mit einem Gebetskompass oder einer App bestimmt. Die Gebetsbewegungen: Das Gebet besteht aus verschiedenen Haltungen: Stehen: Muslime stehen auf und legen die rechte Hand über die linke auf der Brust oder dem Bauchnabel. Verbeugen: Sie beugen sich nach vorne. Niederwerfen: Sie werfen sich auf den Boden nieder, was den Höhepunkt des Gebets darstellt."

Nun führt uns Emil auf einem Spaziergang durch den Ort. Ausgerechnet jetzt beginnt es zu regnen. Es ist der erste Regen für uns auf der Reise; meine Regenjacke liegt im Hotel. Gert packt sein funkelnagelneues Spitzhaubenmäntelchen aus.

Einige gehen in den nahen Markt und kaufen sich Regenschirme. Die Schamgrenze zum Schutz vor dem nassen Niederschlag scheint tief zu sein ...

.. denn es gab nur Kinderschirme zu kaufen; allerdings hört der Regen bald wieder auf.


Geschlechtergerechtes Anklopfen: Links für Männer, rechts für Frauen. Im Haus drinnen tönten die beiden Klopfer unterschiedlich, so öffnete je nach dem die Frau oder der Mann die Türe.


Wenn bei einem Haus ein neuer Eingang gebaut wird, stellt der Hausbesitzer ein Gesuch und die Behörde schicken Handwerker vorbei, um die Gasleitung neu zu verlegen.



Vor der Sarsheher-Moschee, 18. Jahrhundert, steht ein uralter Baum.
"Die 1986 renovierte zweistöckige Sarsheher-Moschee, sie diente auch als Herberge, besitzt einen Mihrab (Gebetsnische), hölzerne Säulen, Gitterfenster und ein Innenhof"

Backstage gibt es noch viel zu tun.






Wir lassen dieses Restaurant rechts liegen und gehen zum Geschichtsmuseum, welches in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert untergebracht ist. Das Gebäude war früher ein Basar und später ein Sportstätte für das traditionelle Gulesh-Wrestling.
"Die Ringkämpfe beginnen mit einem zeremoniellen Aufwärmen, bekannt als Meidan-Gazmek, ein ritueller Tanz. Während dieses Vorspiels ziehen die schlanken Kämpfer mit freiem Oberkörper weite, bestickte Hosen und weiche Gürtel an. Sie bewegen sich anmutig in einem kreisförmigen Muster auf beiden Seiten des Teppichs und schwingen dabei abwechselnd ihre Arme nach oben und nach hinten. Darauf folgt eine Reihe von Bewegungen, bei denen sie sich auf den Boden fallen lassen, ihre Arme beugen und den Teppich mehrmals mit ihrer Brust berühren. Danach springen sie wieder hoch und begrüssen sich gegenseitig mit einer breiten, respektvollen Geste, einem traditionelles Grusszeichen."








Nach dem Besuch möchte eine der Museumsmitarbeiterinnen ein Gruppenfoto von uns. Klar, dass ich auch für ein Foto mir ihr frage.

Wir verlassen Ordubad und fahren zurück.

Unterwegs entdecke ich Bauarbeiter, die neue Strommasten aufstellen und Stromleitungen installieren.


Diese speziellen Berge sind ein Halt wert.



"Das Mausoleum des Jussuf ibn Kusejir ist ein Bauwerk, welches 1162 von Baumeister Adschemi ibn Abubekr als Grabmal für den Feldherrn Jussuf ibn Kusejir errichtet wurde."

Doch noch eine Besichtigung: Blick vom Korridor-Fenster im Hotel auf eine grosse Baustelle.

Bevor wir in die faszinierende Berglandschaften fahren, besuchen wir drei Sehenswürdigkeiten in der Stadt, die sogar vom Hotel aus - je nach Stockwerk und Richtung - zu sehen sind, zuerst das Momine-Khatun-Mausoleum.

Heute ist wieder ein Praktikant dabei. Er und Emil lösen sich bei den Erklärungen in englisch ab.
"Das Mausoleum von Momine Khatun wurde von Ildegizid Atabeg Jahan Pahlawan (1175–1186) zu Ehren seiner ersten Frau, Mu'mine Khatun, in Auftrag gegeben und 1186/87 fertiggestellt, wie die Inschriftentafel im kufischen Stil über dem Eingang belegt."

Fällt euch etwas auf?

Genau, der Schiefe Turm von Pisa lässt grüssen.
"Das Momine-Khatun-Mausoleum ist schief, weil es im Laufe der Jahrhunderte nicht stabil war und die Fundamente über die Zeit nachgegeben haben. Es wurde mehrfach restauriert, aber es wurde nicht vollständig korrigiert, um die ursprüngliche Ausrichtung wiederherzustellen."
Zur Zeit wird von einer ausländischen Firma wieder ein Versuch unternommen, deshalb ist das Grabmal als Baustelle um- und der Zugang geschlossen. Der anwesende deutsche Projektleiter/Architekt/Geologe, dem wir auch schon in unserem Hotel begegnet sind, lässt uns auf die Baustelle und erklärt, was vorgeht. Mit Bohrungen werden Proben aus dem Untergrund genommen um danach festzulegen, wie die Schieflage gestoppt und allenfalls der Neigungswinkel reduziert werden kann.


Gleich anschliessend an das Mausoleum sind unzählige Fundstücke in einer Art Freilichtmuseum platziert.





Wir gehen an der Mausoleum-Baustelle vorbei und gelangen durch einen Park zum Palast des Khan von Nachitschewan.


"Der Palast der Nachitschewaner Khans ist ein historisches und architektonisches, im Stil der Nakhchivan-Maragha-Architekturschule, Denkmal aus dem 18. Jahrhundert. Der Palast ist ein exquisites Beispiel östlicher Architektur, das in warmen Orangetönen gehalten ist und wunderbar mit der umgebenden Natur harmoniert. Von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum frühen 20. Jahrhundert diente dieses Gebäude als Residenz der Herrscher des Khanats von Nachitschewan – einem der vielen unabhängigen Kleinstaaten, die nach dem Tod Schah Nadis 1747 im Kaukasus und im Iran entstanden. Das dreistöckige Gebäude ist reich mit Buntglasfenstern im „Shebeke“-Stil verziert."

Bevor wir das Innere bewundern, geniessen wir von der Rückseite des Palastes aus die Aussicht auf die Stadt und Umgebung.


Die wunderschönen Glasfenster sind Sichtschutz von Aussen und erhellen die Räume.

Kleine Mosaikteile lassen sogar Blicke in den Park zu.



Auf unserem Rundgang durch die Räume werden wir von Museumsmitarbeiterinnen begleitet und beäugt. Sie können aber nicht verhindern, dass ich über einen mitten in einem Raum stehenden kleinen Tisch stolpere. Nix passiert, alter Tourist und uralter Tisch sind wohlauf.

Wir kehren zum Bus zurück und beginnen die Fahrt in die faszinierende Berglandschaft auf über 2200 MüM. Die Fahrt gefällt mir, präsentiert sich doch die Umgebung in warmem und güldenem Herbstlicht. Beim ersten der drei Seen halten wir an.





Ob das ein Foodtruck sei, frage ich Emil. Nein, das sei ein Camper, in dem würden die Imker während deren Hochsaison schlafen.

Wieso ein Schweizer Kühe fotografiere, fragt mich Carsten, der am Südrand des Norddeutschen Tieflandes lebt. Weil ich noch nie nachitschewanische Kühe gesehen habe?

Wir fahren weiter bergwärts und gelangen zum Zorbulaq-See, dem höchstgelegenen Batabat See, der sogar eine kleine Insel hat. Die Strasse führt noch weiter, aber nur noch zu Militärbaracken, weil wir hier sehr nahe der Grenze zu Armenien sind.

"Die Batabat Bergseen: Diese kleinen natürlichen Becken entstanden in der Antike durch die gewaltigen Kräfte von Lawinen und Erdrutschen und stammen aus einer Zeit, die die Einheimischen als 'vorsintflutliche' Epoche bezeichnen. Das atemberaubende Panorama ist eine harmonische Mischung aus hohen Bergen und üppigen Wiesen, bedeckt mit hohen grünen Gräsern und leuchtenden Wildblumen. Für Botaniker ist Batabat ein Paradies, das den Blick in alle Richtungen schweifen lässt. Die Flora umfasst eine bemerkenswerte Artenvielfalt, darunter die rustikale Küchenschelle, die zarte Mishoquia, Schwalbenwurz, Katzenminze, Wolfsmilch und die wilde Orchidee Jatryschnik. Und dies ist nur ein kleiner Einblick in die botanische Vielfalt, die in dieser unberührten Umgebung gedeiht. Rund um die See wächst ein besonderes Kraut, der Tragant, als 'Gras der Unsterblichkeit' bekannt."

Emil schlägt vor, hier auszusteigen und den Weg zum See runter zu Fuss zu gehen.

Wir treffen auf Imker, die ihren Verkaufsstand aktiviert haben, und erhalten Kostproben vom Honig und von Pollen.


Nachdem der überschaubare Verkaufsrummel vorbei ist, kann ich den Imkerstand in aller Ruhe fotografieren.


"Nanu, wo sind alle hin?" Ich meine nicht die Bienen, sondern meine Reisebegleitung, die ich ...

... in der Besenbeiz der Imker wieder antreffe.
"Eine Besenbeiz ist eine saisonale, bäuerliche Gaststätte, die meist an einen Landwirtschaftsbetrieb angeschlossen ist und sich in ländlichen Gebieten befindet. Der Name stammt daher, dass früher ein Besen als Zeichen für die Öffnung vor der Tür hing. Sie bietet in der Regel einfache, hausgemachte Speisen und die eigenen Produkte des Hofes an, wie Wein, Fleisch oder Käse."

Gemütlich ist es hier drinnen, und warm, und es gibt Tee mit Honig zum Süssen.



Danach führt uns Emil zur Quelle, die den See mit frischem und kaltem Wasser speist.



Wir beginnen die Talfahrt. Beim ersten See, bei dem wir angehalten haben, biegt der Fahrer ab und wir fahren auf einem kleinen Weg zum dritten See.


Dieser See ist bemerkenswert, hat er doch einige kleine, torfige Inseln, die auf der Wasseroberfläche schwimmen.

Wieder zurück auf der Strasse geht's zuerst talwärts und dann, bei einer Abzweigung, wieder aufwärts, zu einem überraschenden Geheimnis Eurasiens: Skifahren im Kaukasus.
"Das grösste Skigebiet im Kaukasus ist das Shahdag Mountain Resort, das für jede Altersstufe geeignet ist, von Anfängern bis zu den unerschrockensten Skifahrern, die über mehr als 30 Kilometer Pisten laufen.
Tufandag, auf der anderen Seite des weiten Mount Shahdag, bietet ebenfalls eine perfekte Mischung aus Abenteuer, Natur und Kultur. Die makellosen Pisten ergeben 15 Kilometer für Snowboarder und Skifahrer, während die Schule vor Ort über ausreichende Kindertruppen für Anfänger verfügt.
In Nachitschewan, der Heimat des Kleinen Kaukasus, in der Nähe des gleichnamigen Dorfes, etwa 2'000 Meter über dem Meeresspiegel, liegt das neueste Skigebiet: Agbulag. Das Resort ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet und verfügt über eine Skischule, Freizeitparks für Familien und ein Hotel."

Abzweigung zum Skigebiet Ağbulaq.



Der Förderband-Skilift heute und zu anderer Jahreszeit.
Eine Fahrt mit dem Sessellift will ich auf jeden Fall machen; der Preis ist bescheiden. Allerdings fahren die Sessel nicht. Bis einer der beiden Männer aus dem Häuschen kommt. Der Motor gestartet wird und der Angestellte auf einen Sessel sitzt um nach oben zu fahren. Wir müssen warten, bis der wartende Mitarbeiter den Bescheid erhält, dass sein Kollege oben angekommen ist. Dann sitzen Jano und ich auf einen 4er-Sessel und los geht's.

Ist dies im Winter eine Mittelstation?

Auf der Fahrt denke ich an meine Wind- und Regenjacke, die wieder nicht mitgekommen ist.

Wir kommen oben an und schauen Thomas und dem Praktikanten zu, wie sie das Aussteigen - ohne Skis - während der Fahrt meistern.


Wir gehen ein bisschen herum, auch um das geschlossene Bergrestaurant. Da sich aber temperaturmässig kein längeres Verweilen aufdrängt, bereiten wir uns für die Talfahrt vor.


Während der Fahrt geniessen wir die atemberaubende Ausblicke auf die Bergwelt und die Skipisten unter uns.

Bevor wir mit dem Bus die Heimfahrt beginnen, suchen wir Tualetlər im Restaurant auf. Zu unserem Erstaunen ist der ganze Speisesaal schön gedeckt.


Wir sind uns einig, einen schönen Tag in einer für uns fremden, aber faszinierenden Bergwelt erlebt zu haben.
Von den fünf Sternen vom Hotel ziehe ich schon mal einen wegen der TV- und WLAN-Installation ab.

Der Rucksack ist gepackt, ich bin bereit.
Diamir hat uns vor der Reise über eine Programmänderung informiert:
"Aktuell ist der Besuch zu den Gamigaya-Petroglyphen (diese Felszeichnungen sind Tausende von alten Gravuren, die Szenen der Jagd, Tänze und das tägliche Leben darstellen und teilweise bis ins 4. Jahrtausend v. Chr. zurückdatiert werden) in den Bergen bei Ordubad nicht möglich, da die Strasse dahin seit Anfang September aufgrund von Bauarbeiten vollständig gesperrt ist. Die Behörden haben die Strecke sowohl aus Sicherheitsgründen als auch zum Schutz der Besucher vorübergehend geschlossen. Als Alternative unternehmen Sie einen Ausflug zum Pazmari-Wasserfall. Die Strasse wurde kürzlich deutlich verbessert, so dass die Fahrt angenehm und komfortabel verläuft. Ab Nakhchivan-Stadt dauert der Transfer etwa 1 bis 1 1/2 Stunden. Vom Parkplatz führt ein kurzer, gut begehbarer Weg (ca. 5 Minuten) zum Wasserfall; mit festem Schuhwerk bequemen zu bewältigen."

Wir fahren, wie schon am Dienstag, über Gulustan nach Ordubad und dann ins Gebirge bis ins Dorf Unus.
"Unus ist ein Dorf und eine Gemeinde im Bezirk Ordubad, es liegt 33 km am Hang des Zangezur-Kamms. Die Bevölkerung ist mit Gartenarbeit, Landwirtschaft und Viehzucht beschäftigt. Im Dorf gibt es eine weiterführende Schule, eine Bibliothek, einen Club und ein medizinisches Zentrum. Sie hat eine Bevölkerung von 743."


Im Dorf Unus warten vier Geländefahrzeuge auf uns. Wir verlassen unseren Bus und verteilen uns auf die 4x4-Fahrzeuge.



Unser Bus hätte diese Strasse doch wohl auch geschafft ...


... jedoch ab hier ist die Geländegängigkeit der Offroaders gefragt: Allradantrieb, hohe Bodenfreiheit und robuste Bauweise.




"Jetzt ist Schluss mit lustig“ - Was wohl Diamir mit "... die Fahrt angenehm und komfortabel verläuft." meinte?

Nach diesem Felsen hält unser Konvoi an: Fotosession.




Das Schweizer
Team mit Jano, Ueli und Roland (v.l.n.r.).

Guide Emil.

Mir gefallen solche Fahrten.

Alles einsteigen bitte, wir fahren weiter.




Auf der anderen Seite winden sich immer wieder Strassen in die Höhe.



Bei dieser Stelle, mit Blick auf einen kleinen Wasserfall unterhalb uns, halten wir nochmals an. Ab hier werden wir zu Fuss weitergehen und die Fahrzeuge vorausfahren lassen.





Bei diesem Parkplatz warten die Fahrzeuge auf uns; eines parkt auf dem Weg, der rechts nach oben führt.

Wir gehen aber weiter als die Autos, wollen ja den Wasserfall sehen.

„Der Weg ist das Ziel“ bewahrheitet sich einmal mehr, beim Anblick dieses "Kümmerlings" von einem Wasserfall.



Ob die Brücke hält?

Gert traut ihr nicht.

Ich versuche Gert zu trösten in dem ich den Serienbildmodus der Kamera einschalte, so dass bei einem Einsturz alles festgehalten wäre ...

... es tröstet Gert nicht.

Auf der Rückfahrt begegnen wir einem Hirten.

Zurück in Unus angekommen überrascht uns einer der Fahrer damit, dass er uns zu sich nach Hause einlädt. Gelebte Gastfreundschaft. Nebst Tee und Nüssen, erhalten wir auch leckere Sucuk.

"Sucuk oder Sujuq ist eine Süssigkeit. Diese besteht aus Walnüssen und Honig, die in eingedicktem Maulbeersaft getaucht und anschliesssend zum Trocknen aufgehängt werden."

So werden sie gemacht:

Herrlich diese leuchtenden Farben des Herbstes.
Nun ist es an der Zeit, die Rückfahrt anzutreten, denn unterwegs sind wir bei einer einheimischen Familie zu einem späten Mittagessen/frühen Abendessen eingeladen. Emil hält unterwegs an und kauft Getränke, inkl. Bier und Wein.

Bier in einer Zwei-Liter-Flasche.

Ein Samowar. Das traditionelle Gerät ist ein zentrales Element der Teekultur und dient dazu, Wasser für Tee heiss zu halten. Auf meiner Reise 2015 mit der Transibirischen Eisenbahn war in jedem Eisenbahnwagen ein Samowar in Betrieb.

Der Gastgeber, oben am Tisch, isst mit uns, während seine Frau in der Küche für uns tätig ist. Verschiedene Speisen, von Vorspeisen über den Hauptgang bis zu Desserts, werden uns auf den Tisch gestellt.


Mit einem grossen Applaus bedanken wir uns bei der Köchin und verabschieden uns.

Mit dem Flug nach Baku, beginnt eigentlich heute schon die Heimreise, die ich morgen mit zwei weiteren Flügen und Bahnfahrten fortsetzen werde. Bis zum Abflug um 17:30 Uhr nach Baku, verbleiben uns noch ein paar Stunden für Besichtigungen in der Stadt Naxçıvan.


Zuerst fahren wir zum Markt Cahan Ticarət Mərkəzi, einem Einkaufszentrum mit einem Basar dahinter.

Nach dem wir das Einkaufszentrum zügigen Schrittes durchquert haben, zeigt uns Emil die Stelle, wo wir uns alle später wieder treffen wollen. Alleine mache ich mich auf, den Markt zu erkunden.

Bei meinem Bummel kreuz und quer durch den Basar entdecke ich ...
... Bekanntes ...




... Anderes ...


Eleganz für Damen und Herren.


... Unbekanntes ...

Obwohl Unbekanntes, habe Sujuq ja schon schon gegessen.




... Lebendiges ...


... Totes und ...

... Befremdliches.


"Von den Resten und den Knochen, lässt sich ein Süpplein kochen."

Der Mann brennt zuerst mit einem Bunsenbrenner die Haare von den Tierbeinen (gesehen) und den Köpfen (nicht gesehen) und schrubbt die Teile danach mit einer harten Bürste sauber. Und dann? Emil erklärt mir später, dass diese Knochen sehr lange gekocht werden und danach als Medizin, z.B. bei Brüchen, zur Anwendung kommen.

Nun besuchen wir das Nakhchivan State History Museum; es gibt viel zu lesen, wenig Fotogenes. Ich entdecke zwei Mausoleen, die wir besucht haben. Im Museum muss ich feststellen, dass hier meine Charmeoffensive keinen Erfolg hat, keine der Museumsmitarbeiterinnen lassen sich mit mir ablichten.


Im Heydar Aliyev Sarayi, dem ehemaligen aserbaidschanischen Staatschef Heydar Aliyev gewidmet, ist das Teppichmuseum integriert.

Im Museum erhalten wir eine kurze Führung mit Erklärungen zur langen und reichen Tradition der aserbaidschanischen Teppichkunst, welche als integraler Bestandteil der nationalen Kultur gilt.





Als ehemaliger Lastwagenfahrer der Schweizer Armee interessiert mich das "Militärmuseum" mehr. Es zeigt aber nicht neue Land- und Luftfahrzeuge der Aserbaidschanische Streitkräfte, sondern bei den ausgestellten Exponaten handelt es sich um von der Sowjetarmee zurückgelassenen Ausrüstungen.







Danach fahren wir zu Kaffee und Kuchen in einem gemütlichen kafe, guter Service und saubere Toiletten inbegriffen.

Statt einem Espresso bestelle ich zum Cheesecake ein Sprite, was nicht so passend ist; aber es löscht meinen Durst.


Auf meine Frage was sie lernen, bekomme ich von den Frauen "Mathematik" zu hören.

Der leichte Hunger ist gestillt, wir fahren zum Flughafen. Beim Aussteigen passiert es: eines meiner Armbänder
hängt beim Rucksack ein und reisst. Die Kugeln und Zwischenteile verteilen sich im ganzen Bus. Da mir die Zeit zum Zusammensuchen fehlt, sage ich es Guide Emil. Mit einem Trinkgeld und einem grossen Dank verabschieden wir uns vom guten und allzeit freundlichen und aufgestellten Reiseführer Emil und dem sicheren Fahrer Emin.
Um 17:30 Uhr starte Flug J 2266 und bringt uns nach Baku.

Alle haben, nur einer nicht; vergebens wartet Carsten auf seinen Koffer. Er nimmt mit einem Flughafenmitarbeiter Kontakt auf. Wir anderen warten natürlich, gehen aber irgendeinmal in die Ankunftshalle um die wartende Reiseleiterin zu informieren. Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht der Koffer auf; er ist in den internationalen Terminal geleitet worden. So kommen wir verspätet im Hotel an. Einige gehen zu einem letzten Abendessen in Baku auswärts, ich begnüge mich mit einem Einkauf in einem Lebensmittelladen und essen im Hotelzimmer.
Die Nacht war nicht lang, denn um 03:30 Uhr müssen Roland, Thomas und ich bereit für den Transfer zum Flughafen sein. Aber jammern dürfen wir nicht, der grössere Teil der Gruppe hatte den Flug bereits um drei Uhr.
Der Flug TK 339 von Baku nach Istanbul ist um 06:15 Uhr, mit Ankunft um 08:30 Uhr lokaler Zeit in Istanbul. Im Transit in benutze ich diesmal die Vorzugsbehandlung beim Fast Track für Familien und Menschen 65+.
Um 10:45 Uhr ist mein Weiterflug TK 1207 nach Zürich, wo ich um 12:45 Uhr lande. Beim unterirdischen Bahnhof-Flughafen vernehme ich, dass die Strecke Zürich-Thalwil-Zug wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Deshalb nehme ich beim Hauptbahnhof Zürich die S5, steige in Knonau aus und nehme den Bus, der mich nach Cham bringt.
Zuhause freue ich mich auf das Koffer auspacken ... nein, auf einen doppelten Ristretto.

Eine weitere interessante und lehrreiche Reise findet ein gutes Ende. Diese kombinierte Aserbaidschan & Nachitschewan Tour von Diamir.de ist sicherlich nicht alltäglich, aber empfehlenswert.
Später gibt es einen WhatsApp Verkehr zwischen Nachitschewan und der Schweiz.

"Hello dear friend. How are you? I hope you remember this bracelet. Driver Emin gave it to me, and I made it. Emil from Nakichewan."
"Dear Emil. I'm doing well, and you? Thanks to Emin. Great, fantastic work! Now you have a memory of me. Enjoy it. Best regards from Switzerland, Ueli."
Schön, dass der Fahrer die Teile nicht weggeschmissen hat und mein Armband so einen neuen Besitzer gefunden hat