Der kursiv geschriebene Text stammt von meinen Recherchen im Internet.


Garhwal & Kumaon, Uttarakhand, Indien 
Seit ich Indien 1974 zum ersten Mal bereist habe, bin ich von diesem Land fasziniert. Weitere Reisen folgten 
2002, 2007, 2015 sowie 2018. Ich habe immer noch nicht genug, deshalb will ich zum sechsten Mal nach Indien ...
"Incredible India" - Unglaubliches Indien - wird mich wohl zeitlebens nicht mehr loslassen. Mich fasziniert dieses Land wie kein anderes. Es sind deren viele Gründe ...
Die Grösse Indiens ist wie vom Norden Europas bis nach Sizilien; entsprechend unterschiedlich sind die 29 Bundesstaaten (und 7 Unionsterritorien).
Die geographische Vielfältigkeit mit hohen Bergen - dem Himalaya im Norden als der höchste Gebirgszug der Welt - flachen Ebenen, tropischen Regenwäldern, kargen Flächen, Wüsten, fruchtbaren Flussebenen und Deltas.
Die ethnische Vielfalt der Gesellschaft mit einer Vielzahl von Kulturen der gänzlich unterschiedlichen Bevölkerung- und Religionsgruppen.
Der Hinduismus mit seinen verschiedenen Göttern und dem Glauben an die Seelenwanderung, der Wiedergeburt aller Lebewesen.
"Die indische Gesellschaft wird trotz verfassungsmässiger Religionsfreiheit vom religiösen hierarchischen Kastensystem bestimmt. Die mit Abstand grösste Religionsgruppe sind die Hindus, gefolgt von Muslimen, Christen und den historisch aus Indien stammenden Sikhs, Buddhisten und Jaina."
Die uralten Traditionen und Architekturen von Tempeln, Stupas und Moscheen.
Das gegensätzliche Nebeneinander, einerseits von modernem Leben, Luxus mit unglaublichem Reichtum, und andererseits von weitverbreiteter Armut, Kinderarbeit, Dörfer ohne Strom und Wasser.
Das omnipräsente Potpourri der Düfte und die indische Küche mit den
charakteristischen Currys und der Vielfalt der Gewürze. Schon manche Träne habe ich verflossen, ob der Schärfe in indischem Essen, aber ich habe die Geruchs- und Geschmacksstoffe lieben gelernt.
"Die Vielfältigkeit der indischen Küche spiegelt nicht nur die enorme Grösse des Landes, sondern auch dessen Religion- und Kulturgeschichte wider. So findet man in der indischen Küche viele Elemente der orientalischen Küche wie zum Beispiel Pilaw, aber auch westliche Einflüsse der ehemaligen Kolonialmächte wie Tomaten, Kartoffeln und Chili."

Nach Ladakh/Indien im 2018 und Iran im 2019 werde ich zum dritten Mal mit diesem Anbieter unterwegs sein. Seit meiner Töff-Tour durch den Iran, kenne ich den Gründer und CEO, Günter (Günni) Schiele, persönlich. Er hat nebst 25 Jahren Erfahrung auf Indiens Strassen noch nicht genug und plant mit Leidenschaft immer wieder weitere Motorradtouren. Vor Ort in Indien hat er ein erfahrenes Team, geleitet von Abdul Ahad Khan, Partner & Director India, und seinen beiden Söhnen Rouf Khan und Aqib Khan; letzterer war unser Guide in Ladakh.
Wheel of India GmbH, Hauptstrasse 20, D-29640 Schneverdingen, +49 (5193) 51 91 91, info@wheelofindia.de, www.wheelofindia.de
Ich werde in guten Händen sein, so dass ich ausser dem Flug buchen und meinen persönlichen Vorbereitungen, lediglich das e-Visa für Indien einholen muss. Dieses wird mir am 23. März 2026 bewilligt.

"Der erste Schritt jeder Reise ist der Entschluss, aufzubrechen. Es ist die kleine Handlung, die der Überwindung der Trägheit folgt und den Weg für Planung, Vorfreude und das tatsächliche Abenteuer ebnet."
Mir scheint, die innere Freude auf das Motorradabenteuer scheint noch nicht bis nach Aussen vorzudringen. Die Anspannung des Packens, des Aufbruchs, beim Abschliessen der Wohnung, ist in meinem Gesicht sichtbar. Und doch, die Reise vom kleinen Industrieland Schweiz ins bevölkerungsreichste Land der Erde, dem Schwellenland Indien, beginnt. Die Stadtbahn S1 bringt mich in ein paar Minuten in die Kantonshauptstadt Zug, wo ich in den Interregio IR 75 umsteige, der mich direkt in den unterirdischen Bahnhof am Flughafen führt.

Kurzes Anstehen beim Check-in. Danach habe ich meine Boardingkarte in den Händen und mein Gepäck, die grosse Tasche und der kleinen Koffer, geht seinen eigenen Weg. Den Rucksack und die Helmtasche nehme ich als Handgepäck ins Flugzeug.
Bei einem Besuch in der Lounge geniesse ich nochmals einen guten Espresso, vermutlich für lange Zeit der letzte. Danach fahre ich mit der unterirdischen Verbindungsbahn zum Terminal E wo das Warten beginnt.

Es scheint, der Swissflug hat Verspätung. Nach einer halben Stunde des zusätzlichem Wartens ist es soweit; aber ich werde zurückgewiesen, mir fehlt der Stempel, der beweist, dass bei mir einreisevisatechnisch alles in Ordnung ist. Also zurück zu einem provisorisch aufgestellten Schalter, das Visa vorzeigen, und danach erhalte ich den Bestätigungsstempel.


Nach dem Start wird schon bald das Mittagessen serviert. Der Blick in die Weinliste zeigt, dass sie den Riesling-Sylvaner aus Spiez im Angebot haben, dem Ort wo ich geboren und aufgewachsen bin.

Klar bestelle ich von diesem Wein, jedoch geht es nicht mit Bärndütsch (Berndeutsch), so wiederhole ich mich in englisch, um das Gewünschte zu bekommen.

Das Menü scheint definitiv nicht zum Loslösungsprozess des Verlassens der Komfortzone zu gehören.
"Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen. Denn was du heute kannst erleben, kann dir morgen keiner geben."





"Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen und dann würde was uns gross und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein." Reinhard Mey, 1974.
Mit der Verspätung aus Zürich im Gepäck, ist bereits Mitternacht (-3,5 h Zeitunterschied) vorbei, als ich auf dem Flughafen in Delhi lande. Die fahrplanmässige Ankunft wäre gestern um 23:35 Uhr gewesen.
"Der Indira Gandhi International Airport ist ein internationaler Verkehrsflughafen im Nationalen Hauptstadtterritorium Delhi in Indien. Er liegt im Südwesten der eine einzige Agglomeration bildenden Megastadt, die mit Neu-Delhi auch die indische Hauptstadt umfasst. Der Flughafen gehört zu den verkehrsreichsten in Asien und verfügt über vier Start-/Landebahnen sowie drei Terminals: Terminal 1 ist der ehemalige Palam International Airport, das für den nationalen Flugverkehr verwendet wird. Terminal 2 und vor allem Terminal 3 sind für internationale Flüge vorgesehen. Der Indira Gandhi International Airport dient als Drehkreuz für zahlreiche indische Fluggesellschaften wie Air India, Alliance Air, IndiGo Airlines und SpiceJet. Zu den Commonwealth Games 2010 wurde der Flughafen an das Netz der Metro Delhi angeschlossen."
Trotz der späten Zeit ist der Flughafen voll in Betrieb. Das Einreiseprozedere verläuft zügig. Beim Gepäckband heisst es aber dann warten, bis ich meine beiden Gepäckstücke entgegen nehmen kann. Bei einem Money Changer wechsle ich 200 Euro. Da ich nur 200-Rupien-Noten (rund 1.67 CHF) möchte, läuft die Notenzählmaschine beinahe heiss.


Bald stehe ich in der Ankunftshalle und sehe mir die vielen wartenden Abholer mit Namensschilder an. Vergebens. Weder entdecke ich meinen Namen, noch denjenigen von Wheel of India. Nicht unbedingt ein beruhigendes Gefühl. so aktiviere das Roaming in meinem Mobiltelefon und rufe Rouf an. Doch, ein Fahrer sei da. Wo ich denn sei, werde ich gefragt. Ich frage den Security beim Ausgang, wo ich hier genau stehe und gebe diese Info an Rouf weiter. Nach einer gewissen Zeit erscheint ein Mann mit einem Schild. Er bringt mich in ein Parkhaus und organisiert einen Fahrer für mich, was nicht ohne weiteres Warten von sich geht.


Endlich erreiche ich das Hotel City Star, checke-ein, werde dabei gefragt, wo die beiden anderen seien - keine Ahnung, ich sei alleine gereist - und suche mein Zimmer auf. Das Gepäck wird mir nach oben gebracht und ich gebe, mangels Kleingeld, dem Mann eine meiner 200-Rupien-Note, was sicherlich zuviel ist. Bevor ich mich gegen zwei Uhr ins wartende Bett lege, stelle ich den Wecker. Rouf hat mir am Telefon gesagt, dass die Abfahrt um 09:45 Uhr festgesetzt sei.


Namaste Delhi.
"Delhi ist eine Metropole im Norden. Delhi schliesst mit New-Delhi die indische Hauptstadt ein. Das Unionsterritorium untersteht direkt der indischen Zentralregierung, wobei ihm seit 1992 durch einen Sonderstatus ein gewisses Mass an Autonomie zusteht. So hat Delhi ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung, der ein vom Parlament gewählter Chief Minister vorsteht. Das eine einzige Agglomeration bildende Hauptstadtterritorium Delhi ist in elf Distrikte sowie drei kommunale Verwaltungseinheiten unterteilt. Das Hauptstadtterritorium Delhi hatte bei der Volkszählung 2011 rund 16,8 Millionen Einwohner und gehört weltweit zu den Megastädten.
In Old-Delhi, einem Viertel aus dem 17. Jahrhundert, befinden sich das imposante Rote Fort aus der Mogulzeit, eines der Wahrzeichen Indiens, und die weitläufige Moschee Jama Masijd (auch Freitagsmoschee), in deren Innenhof 25'000 Menschen Platz finden. In der Nähe liegt Chandni Chowk, ein lebhafter Basar mit Imbissen, Süssigkeitenläden und Gewürzständen."
Beim Frühstück treffe ich auf Helmut, 78, aus Duisburg. Der alte Knabe ist ein vielreisender, rüstiger Rentner, der auf seinem Reiseblog Helmut on Bike seine erlebten Eindrücke festhält.
Mit beim Frühstück ist auch Martin, 71, aus Münster. Die beiden sind, unabhängig voneinander, bereits einen Tag früher angereist. Die fehlenden anderen sind später in der Nacht gelandet und können sich wohl von der sehr kurzen Nacht noch nicht verabschieden.

Nach und nach treffen wir uns mit unserem Gepäck in der Lobby. Rouf, 32, aus Srinagar, unser deutsch und englisch sprechenden Guide der Tour, Peter, 59, aus Frankfurt, der Youngster unserer Gruppe sowie noch ein weiterer Helmut. Um Klarheit zu erhalten, benennen wir Helmut, 74, aus Kassel, recht bald als Helmut Junior. Mit meinen 73 Jahren bin ich somit der Drittjüngste, oder Drittälteste.
"Nach dem Frühstück beginnt eure Reise - noch nicht auf dem Motorrad, aber bereits intensiv. Ein privater Transfer bringt euch in rund sechs Stunden nach Rishikesh, dem Tor zum Himalaya. Schon unterwegs spürt ihr das indische Leben in voller Wucht: bunte Trucks, lärmende Städte, fliegende Händler, Kühe auf der Strasse. Und dann - plötzlich - Ruhe. Rishikesh liegt am Ganges, umgeben von sanften Hügeln, bekannt für Ashrams, Yogazentren und eine tief spirituelle Energie. Hier taucht ihr ein in die besondere Atmosphäre dieses Ortes, der einst sogar die Beatles verzauberte."

Der Gepäcktransport kommt, wir gehen nach draussen ...

... wo unser Fahrer, Sanjeev, 50, aus Kangra, daran ist, das Gepäck auf zwei Autos zu verladen. Während der andere Fahrer nur für heute engagiert ist, wird Sanjeev uns mit seinem Fahrzeug auf der ganzen Tour begleiten.



"Der indische Strassenverkehr ist von permanentem Chaos, regem Treiben und ständigen akustischen Signalen geprägt. Er erfordert höchste Aufmerksamkeit, da sich Autos, Motorroller, Rikschas, Fussgänger, Fahrräder und oft auch Tiere die Fahrbahn teilen. Staus, eine ganz eigene Vorfahrtlogik sowie ein tief verankerter Linksverkehr bestimmen den Alltag."
Inmitten vom Chaos: ein Vorgeschmack was uns erwartet, wenn wir dann selber fahren werden.
Es dauert eine Weile, bis wir den lauten Stadtverkehr hinter uns gelassen haben und auf einer guten Strasse zügig vorwärtskommen.

Riesige Reklametafeln links und rechts der Strasse. Oft aber auch nur noch Reste davon, was wohl auf eine stotternde Wirtschaft zurückschliessen lässt.



Mittagspause: Das Essen und die Getränke sind nicht in unserem Tour-Paket enthalten. Rouf bittet uns, eine erste Einlage in die Gemeinschaftskasse zu leisten. Aus dieser wird er jeweils das Mittagessen und die Getränke, exkl. Alkohol - die Biere am Abend werden werden separat abgerechnet - bezahlen. So geht's einfacher.

Das ist die zusammengewürfelte Gruppe für die nächsten knapp drei Wochen. V.r.n.l.: Martin, Helmut, Peter, Helmut jr, Rouf und Ueli. Geduldig nimmt Rouf die Wünsche eines jeden einzelnen auf und bestellt beim Kellner, erstmals auch etwas ohne Zwiebeln für den einzigen Schweizer.

Es geht weiter.


Same Same But Much Different.


Arbeitsplätze am Strassenrand, auch für Kids.

Für die letzten rund 7 Km benötigen wir eine Stunde. Gegen 17 Uhr erreichen wir unser Hotel Shivansh Inn Ressort in Rishikesh.


Während Rouf unsere eingesammelten Pässe an der Rezeption zum Fotokopieren abgibt, die Seiten mit dem Foto und dem Zoll-Ankunftsstempel sind gefragt, tippen wir das Wi-Fi-Password ein.

Danach erhält jeder einen Zimmerschlüssel. Bis zum Treffen um 19 Uhr fürs Abendessen, macht jeder mit der Zeit wie es ihm gefällt.


Das einladende Bad ist offen, geräumig und verfügt über alles was notwendig ist.
Auf meinem Spaziergang entdecke ich eine Royal Enfield Thunderbird.

"Royal Enfield ist ein indischer Motorradhersteller mit Hauptsitz und Produktionsstätte in Chennai, Tamil Nadu. Royal Enfield ist die älteste Motorradmarke, die ununterbrochen produziert. Das erste Royal Enfield Motorrad wurde 1901 von der Enfield Cycle Company in Redditch, Worcestershire, England, gebaut. Das Unternehmen war für die Konstruktion und die Erstproduktion der Royal Enfield Bullet von 1932 verantwortlich, dem Motorradmodell mit der längsten Produktionszeit in der Geschichte. Seit 1955 wird Royal Enfield in Lizenz von Madras Motors, seit 1993 eine Tochtergesellschaft des indischen Automobilherstellers Eicher Motors, hergestellt. Das Unternehmen produziert Motorräder im klassischen Design, darunter die Royal Enfield Bullet, Classic 350, Royal Enfield Thunderbird, Meteor 350, Classic 500, Interceptor 650, Continental und Hunter 350. Royal Enfield stellt ausserdem Adventure- und Offroad-Motorräder wie die Royal Enfield Himalayan her. Die Motorräder sind mit Ein- und Zweizylindermotoren ausgestattet."

Rouf ist auch für den Biereinkauf zuständig, das Lager ist im Gepäckauto. Er lässt jeweils die für den Abend gewünschte Anzahl im Hotel in den Kühlschrank stellen und nach dem Abendessen, auf ein Zimmer bringen. Als Raumgeber stellt sich Martin (rechts) zur Verfügung. Die Biere waren zu wenig lang im Kühlschrank, für meinen Geschmack zu warm, so verabschiede ich mich nach einer halben Dose.
Bevor ich mich ins Bett zum Lesen und Schlafen hinlege, lege ich meine Stirnlampe bereit; Stromausfälle gehören in dieser Gegend zum Alltag.

"Rishikesh ist eine indische Stadt im Bundesstaat Uttarakhand. Rishikesh hat ungefähr 70'000 Einwohner und liegt in einer Höhe von 372 m. Von Delhi ist sie 225 km entfernt. Rishikesh ist Ausgangspunkt für Pilger zu den heiligen Orten im Garhwal-Gebirge: Badrinath, Kedarnath, Yamunotri, Gangotri und Gaumukh, der Quelle des Ganges. Durch Rishikesh fliesst der Ganges, der hier nicht nur durch mythologische Bedeutsamkeit als heiliger Fluss, sondern auch durch klares Wasser und landschaftliche Schönheit besticht. Der Ganges verlässt hier den Himalaya und fliesst dann weiter durch die Ebenen Nordindiens bis zum Golf von Bengalen.
In Rishikesh gibt es eine Vielzahl an Tempeln und Ashrams, sowohl historische als auch in neuerer Zeit erbaute. Die Stadt zieht jährlich Tausende von Pilgern und Touristen an, sowohl aus Indien als auch aus westlichen Ländern. Sie beherbergt etliche Yoga-Zentren, die teilweise auf eine lange Tradition zurückblicken. Rishikesh hat daher den Ruf, die „Yoga-Hauptstadt“ der Welt zu sein. Hindus glauben, dass eine Meditation in Rishikesh, ebenso wie ein Bad im heiligen Fluss Ganges, näher zur Erlösung (Moksha) führt.
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Triveni Ghat und der Bharat Mandir, der älteste Tempel der Stadt. Während der 1960er Jahre besuchten die Band The Beatles (1968) und mehrere andere Musiker wie Mike Love von den Beach Boys und Donovan den dortigen Ashram von Maharishi Mahesh Yogi, um zu meditieren; dieser Ashram mit seinen markanten eiförmigen Pavillons wurde 1997 aufgegeben und verfällt seitdem. Trotzdem ist der Ashram eine beliebte Touristenattraktion der Stadt. Da Rishikesh sich auf beiden Seiten des Ganges ausbreitet, ermöglichen zwei Fussgängerbrücken die Überquerung des Flusses."
Rishikesh hat für uns aber noch eine andere Bedeutung: hier beginnt unsere Motorradtour durch die beiden Regionen Garhwal und Kumaon.

Gewöhnungsbedürftig: Mein Zimmer liegt im dritten Stock (3rd Floor), der Lift zeigt jedoch Stockwerk 2 an.
Beim Frühstück konzentriere ich mich auf das, was mir bekannt vorkommt; viel ist es nicht.

Nudeln mit Mixed Pickles, diese sollten auf meiner Reise noch zu einer Sünde von mir werden.
"Indische Mixed Pickles (Achar) sind eine würzige, pikante Beilage aus Gemüse und Früchten, die in einer kräftigen Mischung aus Öl, Essig und traditionellen Gewürzen eingelegt sind . Sie werden wie ein Würzmittel (relished) in kleinen Mengen zu Currys, Reis, Fladenbrot (wie Roti oder Naan) oder Joghurt gegessen, um den Geschmack zu intensivieren."

Um elf Uhr treffen wir uns in der Rezeption. Übernahme der Royal Enfields und Einfahrrunde mit Auftanken. Dabei lernen wir das letzte Mitglied unserer Gruppe kennen, unseren Mechaniker Harish, 32, aus Delhi.

Das ist meine Royal Enfield Bullet 500. Ich kenne dieses Modell bereits von meiner Ladakh-Tour 2018 (Nordindien) sowie der Mustang-Tour 2021 (Nepal). Für mich perfekt, leicht und angenehme Sitzhöhe. Nebst mir fahren Rouf und Helmut jr eine Bullet 500, während Helmut sr, Martin und Peter sich für das Modell Himalayan entschieden haben.
"Die Royal Enfield Bullet 500 ist ein Motorrad des indischen Motorradproduzenten Royal Enfield, der aus einem britischen Hersteller von Gewehren, Motorrädern und Automobilen hervorging. Technisch basiert die Bullet auf einer Konstruktion aus den 1930er Jahren. Nur der Motor wurde heutigen Abgasnormen angepasst. Sie hat einen 500-cm³-Einzylindermotor in einem einfachen Einrohrrahmen mit mittragendem Motor, Hinterradschwinge und Teleskopgabel mit schmalen 90/90 x 19" Reifen vorn und 110/80 x 19" am Hinterrad.
Die Royal Enfield Himalayan ist ein Reiseenduro-Motorrad des zum Eicher-Konzern gehörenden indischen Herstellers Royal Enfield."


JK: Mein Motorrad ist im indischen Unionsterritorium Jammu und Kashmir registriert.
Wir lernen schnell, uns im Chaos zurechtzufinden. Hupen, einmal, zweimal oder dauernd, bis ich mein Überholmanöver beendet habe. Wir überholen rechts und links, wo gerade Platz ist. Rouf weist uns später darauf hin, dass wir ab morgen, ausserhalb der Städte, nur rechts überholen sollten.
Bei der Tankstelle herrscht das gleiche Prinzip wie auf der Strasse; jeder schaut nur für sich. Harish lotst uns um die wartenden Autos herum zu einer Zapfsäule für Motorräder.

Wir fahren weiter, wo der Verkehr ruhiger wird. Bevor wir umkehren, haben wir eine Getränkepause mehr als verdient. V.l.n.r.: Rouf, Martin, Peter und Ueli.

Für die Statistik: 61'575 Kilometer ist der Stand zu Beginn der Reise, abzüglich die 25 Km der Einfahrrunde.
Wir sind schweissgebadet zurückgekommen, was nicht nur am Strassenverkehr lag ...

Ich gehe in mein Zimmer um auszuruhen. Als ich später in den Gruppen-Chat schaue, lese ich:
"Also, die Bäckerei gegenüber hat geöffnet. Ich gehe in 10 Minuten los."
"Wir gehen jetzt los. Strasse rauf und links gegenüber."
Da ich derweil nur "luftbekleidet" auf dem Bett liege (es ist sehr heiss im Zimmer), passt es mir jetzt nicht.
"Luftbekleidet" bedeutet vollkommen nackt zu sein. Der Ausdruck stammt ursprünglich aus dem Sanskrit (digambara) und wird meist in einem religiösen, philosophischen oder spirituellen Kontext verwendet. Je nach Zusammenhang hat der Begriff unterschiedliche Bedeutungen. Jainismus (Religiöse Askese): In dieser altindischen Religion gibt es eine Mönchsordnung namens Digambara (wörtlich: "die im Himmels- oder Luftkleid gehen"). Diese Asketen leben als Zeichen absoluter Bedürfnislosigkeit und weltlicher Enthaltsamkeit völlig nackt."
Später gehe ich auch raus. Die gesuchte Bäckerei finde ich jedoch nicht, dafür im Hotel Cïel ein Cafe, wo ich, nach einem Espresso, doch noch einen Chilled Coffee erhalte.

Bei einem andere Cafe fühlen sich zwei Kühe offensichtlich wohl. Ob sie sich wegen dem "Aroma" zueinander zugezogen fühlen?

Um 15:30 Uhr ist der nächste Fixpunkt: Treffpunkt in der Lobby für einen gemeinsamen Spaziergang runter zum Ganges. Lange gehen wir nicht, als Rouf uns sein Lieblingslokal zeigt, das Café Honey Hut.

Die Einrichtung überrascht, wirkt frisch, das lebendige, bienenorientierte Design gefällt. Es gibt viele Honig-Leckereien, sowohl in flüssiger wie in fester Form: ein bienenreiches Erlebnis für alle Sinne.
Für mich darf es ein Zitronengrastee für 150,00 ₹ (1.25 CHF) sein, ein wohltuender Zitronengrastee mit Zitronensaft und Akazienhonig.

Bienenwahrheiten an den Wänden.

Das war definitiv ein Besuch wert.

Der Spaziergang führt uns nun zum Ganges runter.
"Der Ganges entspringt im indischen Himalaya (Bundesstaat Uttarakhand) auf ca. 3'890 Metern Höhe am Ende des Gangotri-Gletschers (Gomukh). Der Ganges ist mit einer mittleren Wasserführung von über 12'000 m³/s der zweitgrösste Fluss Indiens und Bangladeschs (Südasien). Der über 2600 Kilometer lange Fluss entwässert die grosse Ebene südlich des Himalaya, eines der am dichtesten bevölkerten Gebiete der Erde. Religiös betrachtet ist der Ganges der heiligste Fluss der Hindus."

"Der Ganges ist stark verschmutzt, weil er die Lebensader für Hunderte Millionen Menschen ist, dadurch ist der Ganges zu einem der schmutzigsten und am meisten vergifteten Flüsse der Welt geworden. Die Hauptursachen sind extrem hohe Mengen ungeklärter Industrieabwässer (Chemikalien aus Gerbereien und Fabriken), unbehandelte menschliche Fäkalien, Bestattungsrituale am Flussufer sowie mangelnde Umweltauflagen und fehlende Kläranlagen in den dicht besiedelten Regionen. Jährlich werden die sterblichen Überreste Zehntausender Menschen an den Ufern verbrannt und die Asche wird dem Fluss übergeben. Zudem werfen Gläubige Opfergaben, Tierkadaver und Hausmüll in das Wasser, da der Fluss im Hinduismus als heilig und reinigend gilt. Im Glauben der Hindus besitzt die Flussgöttin Ganga selbstreinigende Kräfte. Daher spielen Verschmutzungen für viele Gläubige bei den täglichen rituellen Waschungen oder beim Trinken des Wassers eine untergeordnete Rolle."
Wir überqueren die neuere der beiden Brücken, die die beidseitigen Ufer miteinander verbinden.



Der Bharat Mandir Temple, der älteste Tempel der Stadt, der Gott Vishnu gewidmet ist.
"Vishnu ist einer der wichtigsten Hauptgötter im Hinduismus und bildet zusammen mit Brahma (dem Schöpfer) und Shiva (dem Zerstörer) die Trimurti – die heilige Dreifaltigkeit, in der er die Rolle des Bewahrers und Beschützers der Welt einnimmt. Er gilt als allmächtiger Erhalter, der das kosmische Gleichgewicht zwischen Gut und Böse wahrt und die Menschen vor dem Chaos rettet."

Gleich auf der anderen Seite der Brücke wird ein Lastwagen repariert.

Die Strasse beim Tempel ist voller geschäftlicher Aktivitäten.



Ist dir da nicht ein Fehler unterlaufen?

"Das Triveni Ghat ist das grösste und bekannteste Ghat in Rishikesh und liegt am Ufer des Ganges. Gläubige besuchen den Ghat, um rituelle Bäder zu nehmen, in dem Glauben, dass diese sie von ihren Sünden reinigen."


Wir machen uns auf den nun aufwärts führenden Rückweg.


Baugerüst mit Bambusrohren.

Rouf organisiert für den Rest des Weges ein Tuk-Tuk.
Das Abendessen nehmen wir um 19 Uhr im hoteleigenen Restaurant ein; wegen der Moskitos ziehen wir Indoor dem Garten vor.
"Heute startet eure Motorradreise richtig, und zwar mit einer grandiosen Bergstrecke. Von den Ganges-Ufern in Rishikesh geht es auf kurvenreichen Strassen stetig bergauf nach Mussoorie, einer der bekanntesten Hillstations Nordindiens. Unterwegs öffnen sich spektakuläre Ausblicke ins Tal, und der Fahrtwind trägt den Duft von Pinien und feuchtem Waldboden mit sich. In Mussoorie erwarten euch koloniale Architektur, kleine Cafés und die berühmte Mall Road. Ein Ort, der koloniale Nostalgie mit indischer Lebendigkeit verbindet."

Um acht Uhr gehe ich zum Frühstück. Von unserer Gruppe ist noch keiner da. Danach kehre ich ins Zimmer zurück um mich für die Abfahrt - Rouf hat sie auf 9 Uhr angesetzt - bereit zu machen.

Unschön, ja, aber ich bin froh, ein funktionierendes WiFi zu haben und mit dem Zugang zum Internet, Kontakt zur Welt.
Unsere Gruppe ist überpünktlich mit Sack und Pack in der Rezeption. Sanjeev beginnt mit dem Verlad des Gepäcks. Harish war auch schon aktiv und hat unsere Motorräder in Abfahrtposition aufgestellt. Die einen installieren ihr Mobiltelefon und Helmut sr sein Verbindungstool zur Helmkamera. Wir sind bereit, es kann losgehen. Rouf gibt das Zeichen zur Abfahrt. Die Motoren werden gestartet, der erste Gang reingeschoben und der erste Fahrtag beginnt. Die Fahrt aus der Stadt hinaus ist erwartungsgemäss mit viel lärmendem Verkehr verbunden. Aber nach ein paar Abzweigungen sind wir auf einer schmalen Strasse, die uns mehrheitlich bergauf führt. Der Verkehr ist nicht mehr störend.
Nach den vielen Überholmanöver prüfe ich jeweils, wer vor und wer hinter mir fährt. Dabei realisiere ich, dass wir dem Alter nach hinter unserem Guide fahren: 78, 74, 73, 71, 59. Bei der ersten Pause mache ich die Jungs auf diese sich zufällig ergebene Reihenfolge aufmerksam. Alle sind zufrieden mit ihrer Position, auch Schlussmann Peter; ich persönlich fahre nicht gerne am Schluss, fühle mich unter Stress. Peter hat aber auch ein Navi auf dem Motorrad, so wird er den Weg zur Not auch alleine finden. Wir behalten diese Sequenz bis zum Schluss der Tour bei, abgesehen in den Städten, wenn's mit dem Überholen oft nicht anders geht.

Offensichtlich sind wir auf der richtigen Strasse unterwegs.

Nach einer Stunde gibts irgendwo den ersten Halt. Wie es scheint, in einer eher buddhistischen Umgebung. Es wird zur Routine werden, das die meisten einen Masala Chai wünschen, nebst stillem Wasser.

"Masala Chai bezeichnet in ganz Südasien ein Getränk aus Schwarztee, Milch, Zucker und einer Gewürzmischung. Im westlichen Sprachraum werden ähnliche Milchtees häufig als Chai Latte oder Chai Tea Latte in Cafés angeboten."
Wir fahren weiter. Das Fahren macht Spass, viele Kurven, nun beinahe kein Verkehr. In der Luft liegt ein angenehmer Piniengeruch.



Es ist Zeit für eine Mittagspause. Wir können Harish jeweils melden, wenn wir ein Problem mit unseren Motorrädern haben. Während den Pausen oder abends geht dann unser Mechaniker ans Werk: Mein rechter Spiegel ist nicht mehr fest; kein Problem für ihn.



Soll ich ein Onion Parantha nehmen? "An onion parantha is a type of Indian flatbread made with whole wheat flour, onions, and spices. It is a popular breakfast dish in North India and is often served with Yogurt, pickles, and chutney." - aha, das ist ein Frühstück.
Wie wäre es mit Onion Pakora? "Onion Pakora is a fritter originating from the Indian subcontinent. They are sold by street vendors and served in restaurants across South Asia. They often consist of vegetables such as potatoes and onions, which are coated in seasoned gram flour batter and deep-fried."
Diejenigen die mich kennen wissen, dass ich so etwas nie bestellen oder essen würde. Dann viel lieber ein Paneer Pakora. "Paneer Pakora bringt den Zauber des indischen Streetfood auf den Teller. Cremiger Paneer wird in einem würzigen Kichererbsenteig gewendet und goldbraun und knusprig frittiert. Diese oft als Snack genossenen Häppchen werden am besten mit würzigem Chutney und einer heissen Tasse Masala Chai serviert, um ein authentisches Geschmackserlebnis zu erleben."

Als wir nach 13 Uhr Mussoorie erreichen, heisst es in den ersten Gang runterschalten, denn die Auffahrt zum Hotel Rockland Residency ist steil.

Einchecken, Pässe gegen WiFi-Zugang tauschen, und kurz darauf im Zimmer eine organisierte Auslegeordnung machen. Nach einem Nickerchen und einer erfrischenden Dusche mache ich eine Runde ums Hotel herum.

Das Nachbargebäude vom Hotel ist eine Baustelle.


Auch hier wird Bambus für den Gerüstebau verwenden.
Um 16:30 Uhr treffen wir uns zur Besichtigung von Mussoorie. Rouf organisiert ein zweites Auto, so dass alle einen Platz für die Fahrt auf den Gebirgskamm hoch haben.
"Masuri (Hindi: Masūrī; englisch: Mussoorie) ist eine kleine Stadt mit 30'118 Einwohnern (2011) im indischen Bundesstaat Uttarakhand. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 1921 m und zieht sich etwa 15 km über einen zerklüfteten Bergkamm. Masuri wurde 1832 von dem britischen Abenteurer Captain Young als Hill Station gegründet und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Inder der Mittelschicht, die der Hitze der Ebene entfliehen wollen. Es bietet den Touristen eine Flaniermeile, The Mall, eine Seilbahn, mit der man auf den nahe beim Zentrum gelegenen Gun Hill fahren kann, sowie zahlreiche Vergnügungsbuden und Souvenirläden. Hauptattraktion ist aber die Aussicht auf die Wälder und Gipfel des mittleren Himalaya. In und rund um Masuri sind von westlichen Missionaren zahlreiche Schulen mit Internaten gegründet worden."

Cool, da können wir am Shopping Festival alles geben.




Eines ist offensichtlich, Inderinnen und Inder stehen auf Süsses.



Aber auch die beiden Helmuts lieben Süsses, spazieren sie doch mit Glace in der Hand.







Das Flanieren auf The Mall ist eigentlich angenehm, keine Autos, aber Roller. Und wenn sie kommen, kommen sie schnell und hupend. Aber wenn jemand ein schlechtes Gewissen hat, dann wir als Fussgänger, wir stehen ja hierarchisch auf der untersten Stufe der Verkehrsteilnehmer und haben gefälligst Platz zu machen.



Nach individuellen Verlängerungen der Spaziergänge treffen wir uns alle im vorher von Rouf gezeigten Restaurant. Was für eine Überraschung, sie haben Bier im Angebot, das am Tisch getrunken werden darf.

"Kingfisher ist eine seit 1857 existierende, und mit 36 % Marktanteil die meistgekaufte Biermarke Indiens. Gebraut werden die Kingfisher-Biere von der United Breweries Group. Sie werden in 52 Länder exportiert. Hauptsitz des Konzerns ist in Bengaluru (Bangalore), der Hauptstadt des südindischen Bundesstaates Karnataka."

Nein, nein, lächeln ist nicht nötig, aber bitte zur Kamera schauen. Danke.


Impressionen auf dem Rückweg zum Hotel.




Die Vorschau von Wheel of India: "Die Strasse schlängelt sich durch tiefe Täler und grüne Berghänge. Ihr durchquert abgelegene Dörfer, in denen die Zeit langsamer zu ticken scheint, und passiert urige Teestuben, in denen ein kurzer Halt zum Erlebnis wird. Die Fahrt ist kurvig, teils steil, und immer wieder öffnet sich der Blick auf die dramatische Landschaft Garhwals. Uttarkashi, euer Ziel, liegt am Ufer des Bhagirathi-Flusses und ist bekannt für seine Tempel und als Basis für Pilger auf dem Weg nach Gangotri."
Meine persönliche Rückschau: Es war ein toller Fahrtag, lange zwar, aber abwechslungsreich. Kurven bis zum Abwinken, bergauf und bergab. Wenig Verkehr, dafür schmale Strassen. Die wenigen Busse und Lastwagen tauchten gefühlsmässig immer in den Kurven auf und haben erst gehupt, als sie mich sahen. Erschrocken bin ich jeweils ganz links an den Strassenrand gefahren, habe oft auch angehalten, weil mir der Platz zu eng vorkam. Nebst Fahrzeugen und Menschen auf den Strassen, begegneten wir Kühen, Ziegen, Eseln, Hunden und Affen.
Aber nun schön der Reihe nach ...

Wir wären bereit, aber das Frühstück noch nicht.


Ready for takeoff.

Peter mit seiner Hightech-Airbag-Sicherheitsweste. Eine intelligente Sensorik erkennt Stürze in Millisekunden und löste den Airbag blitzschnell aus. Wie Peter mir erzählt hat, war er wegen dem enthaltenen Zünder zwei Stunden beim Air India-Check-in-Schalter und musste Erklärungen über die Technik abgeben. Schlussendlich konnte er die Weste im Gepäck aufgeben.


Auch Rouf ist in Good Vibes Laune.

Fahrer Sanjeev, Guide Rouf und Mechaniker Harish.



Nach einer Stunde halten wir wieder an, diesmal mit Getränkeaufnahme im Apple Garten Cottage & Restaurant.

"Das Apple Garden Cottage & Restaurant ist ein idyllisches Bergrefugium in der Nähe von Dhanaulti an der Strasse zwischen Mussoorie und Uttarkashi. Es ist bekannt für seinen atemberaubenden Blick auf die Apfelplantagen und weitem Bergpanorama."

Was schaut ihr?


Und weiter geht die Fahrt, manchmal durch Wälder, dann wieder an landwirtschaftlich genutzten Hängen vorbei. Eines bleibt aber gleich: Kurven, Kurven und nochmals Kurven.






Um die Mittagszeit herum halten wir bei einem kleinen Restaurant an. Richtig essen wollen wir nicht. Einer beginnt, einen der vielen Snackbeutel aufzureissen, andere folgen nach und schon bald liegt ein Potpourri indischer Geschmacksrichtungen auf den Tischen. Rouf hält den Überblick und bezahlt am Schluss alles, inkl. der diversen Getränke.




Später gibts noch einen Halt. Früher oder später - je nach Verkehr und Überholmöglichkeiten - trifft jeweils auch unser Gepäckauto mit Sanjeev und Harish ein.


Um halb drei herum erreichen wir unser Tagesziel Uttarkashi. Es ist immer eine Überraschung, was für ein Hotel uns erwartet, denn ich habe mir die Hotels im voraus im Internet nicht angeschaut. Diesmal fährt Rouf durch den Ort durch um in Laksheswar links auf eine Strasse abzubiegen, die steil aufwärts führt. Vor einem Tor hält er an. Wir sind beim Monal Tourist Home angekommen.


Treppen, Treppen und ...

... nochmals Treppen - mit kreativer Lücken-Lösung - bis ich mein "Zimmerchen" erreiche.
Wie es scheint, habe ich eines der 4-Bett-Zimmer erwischt - oder kommen noch weitere Gäste zu mir?


Auf dieser Terrasse werden wir später ein kühles Bier geniesssen.


Nein, nein, so ordentlich haben wir nicht geparkt, das war Harish's Werk.

"Die Strecke ist anspruchsvoll, aber unvergesslich. Ihr folgt teils unbefestigten Nebenstrassen, überquert kleine Brücken, schlängelt euch durch Wälder und abgelegene Hügellandschaften. Die Szenerie wechselt zwischen wilder Natur und kultivierten Feldern. Immer wieder laden Bergpanoramen und schroffe Schluchten zum Staunen ein. Tilwara liegt ruhig am Mandakini-Fluss, ein Ort zum Durchatmen und Entspannen."

Heute fahren wir, wegen den vielen Kilometern, bereits um 8:30 Uhr los. Martin und Peter, seid ihr bereit für die Herausforderungen des Tages?
Der Besitzer des Hotels verabschiedet sich persönlich von uns. Er sei zwar kein Biker, sondern ein Bicyclist und Mountaineer. Als Bergführer habe er schon viele Gruppen auf die umliegenden Berge geführt.

Nach den ersten 1 1/2 Stunden ein verdienter Halt.


Der Gang auf die Toilette ist beinahe so abenteuerlich wie das Töfffahren auf der Strasse ...



Als ich wieder oben bin, realisiere ich, dass ich vergessen habe zu spülen - ??? - wir fahren trotzdem weiter.


Die Strassen sind schmal, dafür, ausser bei ein paar beschädigten, längeren Stellen, in gutem Zustand. Später nimmt der Verkehr zu; viele Pilgerbusse sind unterwegs.

Unsere Enfields brauchen Benzin. Hier finden wir eine Tankstelle ohne Drängelei.

Nachmittagshalt. Rouf bestellt ein paar warme Kleinigkeiten, die wir uns teilen.


Helmuts view: Helmut sr kann mit seiner Helmkamera die Situationen während dem Fahren festhalten, was die Eindrücke unserer Fahrerlebnisse besser wiedergeben kann als in Worten. Ich habe mir deshalb ein paar Fotos von seinem Blog geschnappt. Danke Helmut.

Fahren auf schmalen Strassen und ...


... über Brücken.

Schulkinder auf ihren langen Wegen und ...

... verschiedene Verkehrsteilnehmer suchen ihren Platz auf der Strasse.

Gegen halb fünf Uhr erreichen wir Tilwara und unser Hotel, das Mandakini Resort Tourist Guest House, einem Betrieb von GMVN (Garhwal Mandal Vikas Nigam Ltd.) welches ein staatliches Unternehmen vom nordindischen Bundesstaat Uttarakhand ist.

Die Passwort-Übersicht pro Haus/Zimmer löst zuerst eine kleine Unruhe aus. Schlussendlich ist es aber nicht so kompliziert wie es aussieht, gilt der WiFi-Zugang doch für alle Häuser und Zimmer.

Hier geht's zu meinem Haus Sumeru und meinem Zimmer 112, wo mich bereits ein "betörender Duft" erwartet. Ich hasse den schrecklich stinkenden Geruch indischer Mottenkugeln; also weg damit.

"In Indien werden Mottenkugeln, meist basierend auf Naphthalin, nicht nur zum Schutz von Textilien verwendet. Sie gehören zum Alltag und werden vor allem in Abflüssen, Toiletten und Waschbecken platziert. Dies dient dazu, Kakerlaken fernzuhalten und unangenehme Gerüche aus dem Rohrsystem zu übertünchen.
Gesundheitsgefahr: Herkömmliche Mottenkugeln auf Naphthalin-Basis gasen kontinuierlich aus. Die Dämpfe reizen Augen und Atemwege, können rote Blutkörperchen schädigen und gelten als potenziell krebserregend. Vorsicht in Unterkünften: Da der strenge Geruch tief in Textilien (wie Handtücher und Bettwäsche) einzieht, sollten Sie Ihre Kleidung nicht direkt in Hotel- oder Schrankfächern lagern, in denen sich diese Kugeln befinden. Umgang: Achten Sie darauf, die chemischen Tabletten nicht mit blossen Händen zu berühren, und halten Sie den direkten Kontakt sowie das ungelüftete Einatmen in kleinen Badezimmern auf Reisen gering."
Nach dem Einrichten im Zimmer, einer Ruhepause und einer belebenden Dusche, schaue ich mich im Resort um.


Der Mandakini-Fluss hat nicht viel Wasser, was sich durch den Monsun-Regen ändern wird.

"Der Monsun in Indien ist ein grossräumiges Windsystem, das das Klima auf dem indischen Subkontinent prägt und halbjährlich seine Richtung ändert. Er teilt das Jahr in eine feuchte Regenzeit (Sommermonsun) und eine trockene Jahreszeit (Wintermonsun) ein, die für Landwirtschaft, Ökosystem und Wirtschaft essenziell sind."



Ich beende meinen Spaziergang und gehe zum Restaurant, welches wegen Stromausfall aber dunkel ist. Bier gibt es erwartungsgemäss nicht. Wie wäre es mit einem kalten Süsswasser? Negativ. Dann bestelle ich halt das einzige vorhandene, eine gekühlte Flasche Aquafina.
"Aquafina ist eine US-amerikanische Marke für gereinigtes Flaschenwasser, die vom Konzern PepsiCo hergestellt wird. Das Wasser zeichnet sich durch seinen reinen Geschmack aus, der durch ein spezielles 7-Stufen-Reinigungsverfahren namens „Hydro-7“ (u.a. mit Umkehrosmose) erreicht wird."
Nach und nach treffen die Kollegen ein und so geniessen wir den "Apéro", draussen im Schatten.

Da in der Küche mit Gas gekocht wird, ist unser Abendessen um 19 Uhr gesichert. Es gibt ein Art Thali.
"Beim Thali (Hindi für „Teller“) handelt es sich um ein traditionelles Menü, bei dem Reis oder Fladenbrot in der Mitte einer grossen Metallplatte angerichtet und von mehreren kleinen Schälchen (Katoris) umgeben ist. Diese enthalten verschiedene Currys, Linsengerichte, Chutneys und Joghurt."

Den Reis habe ich erst nach dem Fotografieren geschöpft.
"Ein Fahrtag voller Kontraste: Von tiefen Tälern geht es hinein in die hochalpine Welt Garhwals. Ihr passiert üppig grüne Terrassenfelder, gewundene Flusstäler und abgelegene Hirtendörfer. Die Strassen sind gut ausgebaut, doch immer wieder fordern euch enge Serpentinen und steile Anstiege. In Joshimath, am Fusse der heiligen Berge gelegen, mischt sich spirituelle Atmosphäre mit atemraubender Natur – ein idealer Ort, um Erlebnisse des Tages sacken zu lassen."
Eindrücke auf dem Weg zum Frühstück.

Der Pilgerbus wird für die Abfahrt bereit gemacht.

Wegen zu geschlossen.

Die Aufladestation ist nicht öffentlich, nur für die Hotelgäste.

Was, wenn ich in diesem Haus ein Zimmer zugeteilt bekommen hätte?
Um 9 Uhr fahren wir los. Eine Stunde später heisst es bei einer Baustelle Geduld haben. Wir sind die Vordersten beim Warten ...

... Korrektur: wir waren die Vordersten. Während wir schön brav auf der linken Seite warten, sind Fahrzeuge auf der Spur des Gegenverkehrs nach vorne gekommen. Was ist, wenn es weiter geht - wo hat der Gegenverkehr Platz?

Die Motorradfahrer mit den Fahnen sind Pilger.

Nach 20 Minuten macht der Bagger Platz. Die Huperei und das Drängeln beginnt. Alle wollen los. Aber da ist ja auch noch der Gegenverkehr ...
Nach weiteren 1 1/2 Stunden der erste Halt in Karanprayag, einer Stadt am Zusammenfluss vom Alaknanda und Pindar River.



Das Restaurant hat einen Balkon mit einer grandiosen Aussicht auf das Unschöne.




Manchmal entzieht sich mir der Grund, warum Rouf einen Halt ohne Trinkmöglichkeit macht; wohl wegen der Aussicht, die aber oft nicht viel hergibt.

Der Lunchhalt überrascht mit der farbigen Ausstattung und dem Design.


Ich habe mich den Gelüsten meiner Kollegen nach einem salty lemon juice angeschlossen. Ist nicht mein Ding.
"Ein salziges Zitronengetränk aus Indien wird als Nimbu Pani (Zitronenwasser) bezeichnet. Es ist eine erfrischende, traditionelle Limonade, die süss, sauer oder salzig, kombiniert durch Gewürze wie Kreuzkümmel und schwarzes Salz, besonders aromatisch schmeckt."

Beim Warten aufs Essen, schaue ich mich im Restaurant um.

What's on in town?

Ueli, was machst du da?

Disclosure: Entwarnung, es handelt sich um ein gestelltes Foto - Fake pur.

Seit längerem fahren wir an Gebirgszügen entlang, mit hohen Bergen um uns herum.


Helmuts view.

Mit den steilen Hängen gehören Hangrutsche wohl zur Tagesordnung.

Pilger sind in Kleinbussen und ...

... in Bussen unterwegs, aber viele ...

... auch zu Fuss, tagelang, wochenlang, bis sie ihre Ziele erreichen.

Gegen halb vier erreichen wir das Hotel Dronagiri, wo wir drei Nächte bleiben werden. Nicht weil es so schön ist, aber es liegt optimal für die beiden bevorstehenden Tagesausflüge.


Du machst mir nichts und ich mache dir nichts - Deal?



"Badrinath ist einer der heiligsten Orte des Hinduismus, ein Tempelort mit intensiver spiritueller Energie. Die Fahrt dorthin führt durch spektakuläre Berglandschaften und enge Täler. In der Stadt selbst erwartet euch ein lebendiges Mosaik aus Mönchen, Pilgern und kleinen Geschäften."

Der Rezeptionbereich vom Hotel. Nach meiner Nachfrage, gebe ich ein paar Kleidungsstücke zum Waschen.

In meinem Zimmer habe ich viel Platz und ...

... die Gepäckablage ist auf bequemer Höhe. Zuerst dachte ich, das sei womöglich ein Kajütenbett für die Pilger, aber Rouf meinte, da ich ein Familien-Zimmer hätte, sei das wirklich fürs Gepäck gedacht.


Das WC in meinem Bad ist multifunktional nutzbar, sitzend ...

... oder für kauernder Stellung, extra mit breiten Rand und rutschfesten Trittflächen. Wie es dabei mit der Treffsicherheit aussieht, entzieht sich meinem Wissen.

Einmal am Wassermischer gedreht und drei Einzelteile machen sich selbständig; zwei davon habe ich gefunden.

Die megaschweren Eisenstühle im Speisesaal machen beim Verschieben auf dem Plattenboden entsprechenden Lärm.

Um halb zehn ist Abfahrt.

Bei einem Check-Point werden wir angehalten. Während wir bei Narendra Modi warten, lässt Rouf die Nummern unserer Motorräder registrieren.
"Narendra Damodardas Modi, geboren am 17. September 1950 in Vadnagar, Indien, ist ein indischer Politiker der Bharatiya Janata Party und seit Mai 2014 amtierender Premierminister Indiens. Zuvor war er von 2001 bis 2014 Chief Minister des Bundesstaates Gujarat. Unter seiner Führung hat sich Indien wirtschaftlich, gesellschaftlich und militärisch weiterentwickelt."

Nach der Registrierung fahren wir offiziell als Pilger weiter.

"Ein lauschiges Plätzchen ist ein Ort, der durch Gemütlichkeit, Ruhe und oft eine abgeschiedene, versteckte Lage besticht. Solche Orte laden zum Entspannen ein, da sie Schutz vor Lärm, Trubel und neugierigen Blicken bieten."
Nichts von dem trifft zu, als Rouf um 11 Uhr den Blinker stellt und anhält. Aber nach 1 1/2 h freuen wir uns über eine Pause.


Wir mischen Wasser mit Cola, diesmal ist es dasjenige von Pepsi; wir sind da nicht heikel, nehmen was es gibt.


Eine Kuh gesellt sich zwischen unsere Pferdestärken.
"Kühe gelten in Indien als heilig und unantastbar. Sie werden als Symbole für Fruchtbarkeit und Leben verehrt. In der Praxis führt dieses kulturelle Tabu zu grossen Herausforderungen: Viele Tiere sind streunende Strassenkühe, da das Schlachten in den meisten Bundesstaaten verboten ist.
Religiöse Bedeutung: Im Hinduismus gilt die Kuh als Mutter und heiliges Tier. Der Glaube besagt, dass zahlreiche Gottheiten in ihr wohnen. Milch, Dung und Urin werden als rituelle Gaben genutzt.
Schlachtverbote: In der Mehrheit der indischen Bundesstaaten ist die Schlachtung von Kühen streng verboten.
Strassenkühe: Viele ehemalige Milchkühe werden nach der produktiven Phase auf die Strasse entlassen, was zu riesigen Populationen streunender Rinder im urbanen Raum (wie etwa in Neu-Delhi) führt. Diese Tiere suchen oft im Müll nach Nahrung, leiden Hunger und verursachen häufig Verkehrsunfälle.
Spannungsfeld: Das Thema ist hochpolitisch. Extremistische Gruppen setzen sich aggressiv für den Kuhschutz ein, was teils zu Übergriffen auf Händler oder Minderheiten führt. Auf der anderen Seite stehen Bauern, deren Ernten durch streunende Rinder zerstört werden, was zu schweren wirtschaftlichen Problemen führt."


Die Gegend wird rau und gebirgig; das Fahren macht Spass.

Ob die Brücke bis zu unserer Rückkehr befahrbar sein wird ...?

Namaste Switzerland.
"Sika ist ein weltweit tätiges Schweizer Unternehmen der Spezialitätenchemie mit Hauptsitz in Baar (meinem Wohnkanton). Die Verkaufsorganisation von Sika ist auf acht Zielmärkte ausgerichtet: Building Finishing, Concrete, Waterproofing, Roofing, Flooring, Sealing & Bonding, Engineered Refurbishment und Industry."
Helmuts view:

Durchfahrt in einer der ganz wenigen Orte, die wir heute passieren ...

Eine der vielen Baustellen unterwegs.

Pilger zu Fuss; sie müssen wirklich strenggläubig sein, um solche Strapazen auf sich zu nehmen.

Die in den Felsen gehauenen Strassen sind mehrheitlich in sehr gutem Zustand, ausser ...

... wenn sie es nicht sind.

Kurz nach 12 Uhr erreichen wir Badrinath, welches auf 3'145 Metern über Meer liegt. Wir suchen uns einen Parkplatz für unsere Motorräder, dabei passen wir uns den ortsüblichen No Parking Gepflogenheiten an.


"Badrinathpuri (oder Badrinath) ist eine Kleinstadt im indischen Bundesstaat Uttarakhand. Der Ort liegt am Alaknanda-Fluss. Oberhalb des Orts befindet sich der Nilkantha-Berg. In Badrinath steht der hinduistische Badrinath-Tempel. Der Tempel gehört zum hinduistischen Pilgerweg Chota Char Dham sowie zum hinduistischen Pilgerweg Char Dham. Aufgrund dieses Tempels gehört Badrinath zu den heiligen Städten des Hinduismus. Nicht zuletzt deshalb ist Badrinath ein beliebtes Ausflugsziel in Indien."
Wir warten auf Sanjeev und Harish. Nachdem die beiden angekommen sind, legen wir unsere Jacken, Handschuhe und Helme ins Auto und machen uns auf den Weg zum Shri Badrinath Temple.

"Shri ist ein ehrerbietiger indischer Titel, der für Respekt, Glück und Wohlstand steht. Es wird als Beiname für hinduistische Gottheiten und Heilige verwendet, um deren Erhabenheit zu betonen."


"Korbsänften, Kandi genannt, dienen Pilgern, die nicht gut zu Fuss sind, als traditionelles Transportmittel."





Nein, wir benötigen keinen Weidenkorb und - zum Glück - auch kein Oxygen (Sauerstoff); andere, die die Höhe nicht gewohnt sind, hingegen schon.





Und dann sehen wir ihn zum ersten Mal, den Badrinath-Tempel.

"Der Badrinath-Tempel ist eine der heiligsten Pilgerstätten im Hinduismus, dem Gott Vishnu geweiht und bildet den nördlichen Abschluss der berühmten Char Dham-Pilgerroute. Er liegt im indischen Bundesstaat Uttarakhand auf etwa 3'100 Metern Höhe im Himalaya."

"Die Char Dham-Pilgerreise ist eine der heiligsten Routen im indischen Himalaya. Sie führt zu den vier heiligen Stätten Yamunotri, Gangotri, Kedarnath und Badrinath. Die traditionelle Route verläuft im Uhrzeigersinn, beginnt in Haridwar oder Rishikesh und erstreckt sich über eine Gesamtdistanz von etwa 1'600 Kilometern.
Die vier heiligen Stätten (Dhams) Yamunotri: Der Ursprung des Flusses Yamuna. Die Anreise erfordert eine etwa 7 Kilometer lange Wanderung ab Janki Chatti. Gangotri: Die Quelle des heiligen Flusses Ganges. Der Tempel liegt auf einer Höhe von 3'100 Metern. Kedarnath: Dem Gott Shiva geweiht und die am schwersten zugängliche Stätte (erfordert meist eine anspruchsvolle 16-km-Wanderung oder einen Helikopterflug ab Guptakashi). Badrinath: Der wichtigste der vier Tempel, der dem Gott Vishnu geweiht ist und im malerischen Garhwal-Himalaya liegt."
Upps: Nachdem ich das Foto vom Tempel gemacht habe und mich zu Gruppe umdrehe, ist diese nicht mehr da. Weit voraus glaube ich, ein paar bekannte Köpfe zu sehen. Ich setze meinen Weg in der einzig möglichen Richtung - die Pilger werden im Einbahn-Prinzip zum und vom Tempel geschleust - fort. Bei einer Abzweigung nehme ich den Weg, den die meisten Menschen nehmen, runter zum Alaknanda-Fluss, einem der Hauptquellflüsse des Ganges.

Nicht alle Pilger haben das Einwegprinzip verstanden, so wird von allen Seiten gedrängt und geschubst; es heisst aufpassen auf den Treppenstufen. Den Glauben, dass ich meine Gruppe in diesem Gewimmel finden werde, gebe ich auf. Im Nachhinein war es Glück, die Gruppe verloren zu haben - sie ist bei der Abzweigung geradeaus gegangen - sonst hätte ich das Nachfolgende gar nicht erleben können.

Ob diese Haltung bequem ist?

Auf der Brücke über den Alaknanda gibt es merklich mehr Platz.

Meinem Ziel bin ich schon bedeutend näher gekommen.


"Swastika, ein Jahrtausende altes Glückssymbol: In Indien ist das Symbol, das im Westen als Hakenkreuz bekannt ist, unter dem Namen Swastika bekannt und ist ein uraltes, heiliges Symbol für Glück, Wohlstand und Frieden. Es hat absolut nichts mit dem Nationalsozialismus, Antisemitismus oder Adolf Hitler zu herkömmlichen westlichen Bedeutungen zu tun. Die Nationalsozialisten haben dieses jahrtausendealte Zeichen im 20. Jahrhundert gestohlen, missbraucht und für ihre eigene rassistische Ideologie umgedeutet.
Die Swastika ist ein Symbol mit vielen Stilen und Bedeutungen und wird seit Jahrtausenden in vielen Kulturen und Religionen auf der ganzen Welt verwendet."

Da vorne scheint es einen Aufgang zum Tempel zu geben.

Es wird eng; Ueli inmitten des Pilgerstroms.
Nachdem ich das Nadelöhr - mit Gegenverkehr - hinter mir habe, zeigt sich mir ein anderes Bild.

Viele Pilger nutzen das Wasser des Alaknanda für ein heiliges Bad.



Nachdem ich es bis sehr nahe zum Tempelzugang geschafft habe, treffe ich die Entscheidung, den Tempel nicht zu besuchen. Es hat genügend Besuchende, zudem graust es mir beim Gedanken, meine Motorrad-Stiefel auszuziehen und draussen stehen zu lassen. Stattdessen gehe ich über die Brücke um zum Ausgangspunkt zurückzukehren.


Blick auf die andere Brücke, woher ich gekommen bin. Die orange Linie zeigt den gedeckten Pilgerweg zum Tempel; den Anfang dazu habe ich allerdings nicht gesehen.

Es fällt mir schwer, mich von diesem Anblick zu lösen.



Da oben, zwischen den beiden Häusern, endet mein Rundgang.

Mit der Gruppe ist keine Zeit abgemacht worden, wann wir uns bei den Motorrädern treffen sollen; den Weg dorthin würde ich jedenfalls finden. Also aktiviere ich mein Telefon und rufe Rouf an. Die Verbindung ist schlecht. Er erklärt mir, welchen Weg ich nehmen soll ... nachdem ich vor einem grösseren Hotel stehe, rufe ich ihn nochmals an. Ich sei ganz in der Nähe, er werde mich holen kommen. Kurz darauf treffe ich auf Rouf und Harish, die mich zum Restaurant Sardeswari führen, wo die Gruppe zu Mittag isst.


Ich bestelle auch eine Kleinigkeit. Beim Bezahlen zeigt mir Rouf die Rechnung: 1'960'200 Rupien (16'403 CHF) oder 1'960.00 Rupie (16.40 CHF)?

Wir kehren zu unseren Motorrädern zurück - keine Bussenzettel zieren sie - ziehen uns wieder komplett an und machen uns auf den Rückweg zu unserem Hotel in Joshimath.

Statt einem Apéro vor dem Abendessen schauen wir dem unerschöpflich fliessenden Verkehr zu. Die Fahrzeuge auf der näheren Spur sind zurückkehrende Pilger von Badrinath, die anderen wollen dorthin.
"Ein kurzer, aber steiler Ritt bringt euch nach Auli, einem bekannten Wintersportort auf über 3000 MüM. Hier öffnet sich ein beeindruckender Blick auf den Nana Devi und andere Himalaya-Giganten. Ihr verbringt den Vormittag inmitten dieser imposanten Szenerie, bevor es am Nachmittag zurück nach Joshimath geht. Der Kontrast zwischen der kargen Hochgebirgslandschaft und dem bunten Leben im Tal macht diesen Tag zu einem echten Höhepunkt."

Peter kann heute nicht mitkommen, er hat sich bereits gestern Abend zum Abendessen entschuldigt. Es geht ihm nicht so gut und er will den Tag zur Erholung nutzen. Gute Besserung Peter.
Wir andern fahren um halb zehn Uhr los. Die Fahrt dauert nicht lange und wir können schon bald unsere Royal Enfields auf grünem Untergrund und vor einer schönen Bergkulisse auf die Seitenständer kippen.




Im Uhrzeigersinn: Helmut jr, Martin, Rouf und Helmut sr.

Wir gehen zur Talstation vom Sessellift.





Oben angekommen stellt uns Rouf die Frage: Spazieren oder mit einem Geländefahrzeug einige Punkte anfahren? Die einstimmige Antwort fällt rasch, da wir dadurch mehr sehen werden als zu Fuss. Alle sieben finden Platz beim nicht gerade gesprächigen Fahrer.


Blick auf einen Siebentausender, den 7816 hohen Nanda Devi.
"Der Nanda Devi ist nach dem Kangchendzönga der zweithöchste indische Berg und der höchste, der sich komplett auf indischem Territorium befindet. Sein Name bedeutet 'Göttin der Freude'. Neben dem 7816 m hohen Hauptgipfel gibt es noch den 7434 m hohen Ostgipfel Sunanda Devi."

Es ist unglaublich schön hier oben, und still.




Martin, Helmut sr und Helmut jr.

Helmut jr und Rouf.




"Das Unternehmen Maruti Suzuki India Ltd. ist ein indischer Pkw-Hersteller. Maruti wurde 1981 als Joint Venture zwischen Suzuki und der indischen Regierung gegründet. Mit Stand 30. Juni 2025 hielt die japanische Suzuki-Gruppe 58,28 % der Anteile an Maruti Suzuki."

In unserem Maruti scheint schon alles kaputt zu sein, was kaputt gehen kann; aber der Fahrer hat das alte Fahrzeug im Griff.

Das scheint mir ein anspruchsvoller Hang im Winter zu sein.

Blick auf ein Militär Camp.

Blick zurück auf unserem weiteren Weg aufwärts.

Der letzte Halt ist auf einer Alp, wo actionmässig viel geboten wird und ultimative Adrenalinkicks erlebt werden können.


ATV Ride: "Ein ATV Ride bezeichnet eine Fahrt oder Tour mit einem sogenannten ATV. ATV ist die englische Abkürzung für All-Terrain Vehicle, was auf Deutsch wörtlich Geländefahrzeug bedeutet. Im alltäglichen oder umgangssprachlichen Sprachgebrauch wird dieses Fahrzeug oft auch als Quad bezeichnet."

Diese Aktivität ist bei den indischen Touristen sehr beliebt; auch Rouf hat mehrere Runden erfolgreich absolviert.

Rocket Ejector: "Der englische Begriff Rocket Ejection (wörtlich: Raketenausstoss) ist ein beliebtes Extrem-Fahrgeschäft, bei dem man mithilfe von Gummiseilen oder pneumatischem Druck explosionsartig in den Himmel katapultiert wird."

Zorbing Ball: "Diese riesigen, doppelwandigen Kugeln, in denen man einen Hang hinunterrollen kann, werden Zorbs genannt. Die Freizeitaktivität selbst nennt sich Zorbing. Ein Zorb besteht meist aus zwei ineinander liegenden, transparenten Kunststoffkugeln (PVC oder TPU), wobei der Zwischenraum mit einem Luftpolster gefüllt ist. Beim klassischen Downhill Zorbing wird man im Inneren festgeschnallt. Beim sogenannten Hydro-Zorbing bleibt man unangeschnallt und rutscht (ähnlich wie in einer kleinen Wasserrutsche) zusammen mit etwas Wasser im Ball umher."

Letzte Vorbereitungen; danach stellt sich ein indisches Teenie dem Abenteuer.

Zipline: "Eine Zipline (auf Deutsch auch Seilrutsche oder im Alpenraum Tyrolienne genannt) ist eine Freizeitanlage, bei der man an einem Stahlseil befestigt mit einer Rolle talwärts oder über Schluchten saust. Man benötigt keine Vorkenntnisse und fliegt durch die Schwerkraft angetrieben durch die Natur."
Nachdem Rouf die Zipline mit Freude erlebt hat, will es auch Helmut Junior wissen.

Kurzer aber freundlicher Kontakt mit einer indischen Touristengruppe.




Während unserer Tour sind wir auch auf den Geschmack von Limca gestossen. Ein paar Schlucke pur, danach gemischt mit stillem Wasser. Limca schmeckt fruchtig, erfrischend zitrusartig, spritzig sauer und ist nicht so süss wie andere Limonaden.
"Limca ist eine indische multinationale Marke für kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke mit Zitronen- und Limettengeschmack, die hauptsächlich in Indien und bestimmten Teilen der USA hergestellt werden. Sie enthält 60 Kalorien pro 150-ml-Dose. Es hat einen hohen Anteil an Kohlensäure (Carbonated Water), was es besonders frisch und prickelnd macht. Der Geschmack kommt jedoch von künstlichen Aromen, das Getränk enthält keine echten Fruchtbestandteile."

Wir kehren zur Bergstation vom Sessellift zurück und fahren damit talwärts.





Unser Pfingstsonntagausflug, den wir alle - nein, Peter leider nicht - genossen haben, geht zu Ende. Wir haben diesen beinahe fahrfreien Tag positiv erlebt. Es wahr eine Wohltat, die Natur ohne störenden Verkehrslärm zu erleben. Bevor wir auf unsere Motorräder steigen, die wir auf dem Gelände vom Auli Resort abgestellt haben, kehren wir in dessen Restaurant ein. Rouf bestellt eine Kleinigkeit zum Essen, worauf die Küche aktiv wird.

Um halb drei herum kommen wir in unserem Hotel in Joshimath an; Freizeit bis zum Abendessen. Vor dem Essen treffen wir uns auf der Terrasse über der Strasse und schauen dem Verkehr zu. Wie Waldorf und Statler, die beiden älteren Herren in der Loge der Muppet Show, die für ihre bissigen Kommentare bekannt sind, kommentieren wir den chaotischen Verkehr. Pilgerautos, Pilgerbusse, Pilgermotorräder, alle wollen nach Badrinath oder kommen von dort.



Zwei Ambulanzfahrzeuge mit Blaulicht und Sirene versuchen sich Gehör und Platz zu beschaffen; vergeblich.
Das vegetarische - dran habe ich mich längst gewöhnt - Abendessen schmeckt sehr gut.

"Weiter geht es in Richtung Kumaon, über kleine Bergstrassen und durch stille Dörfer hinein in eine Region, die vielen Reisenden bislang verborgen blieb. Euer Tagesziel, Gairsain (auch Bhararisain genannt), ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch politisch bedeutend: Es ist die Sommerhauptstadt des Bundesstaates Uttarakhand. Ihr spürt hier einen ganz anderen Rhythmus als im touristischen Süden, entspannt, ländlich, authentisch."
Frühstück gibts ab acht Uhr und die Abfahrt ist auf 9 Uhr angesagt. Wir sind wieder vollständig, Peter konnte sich erholen.

Von mir aus kann's losgehen.

Den ersten Halt machen wir in einem kleinen Shop einer Familie. Die Eltern kümmern sich um die von Rouf aufgegebene Bestellung und die Kinder - beide in Schuluniform - sind auch beschäftigt.


Im Gestell entdecke ich auch Bio-Produkte (organic).


Coca Cola oder Pepsi Cola?
Wenn nach der ersten Flasche keine zweite Gekühlte mehr am Lager ist, wechseln wir halt die Marke.
Zerdrückte Flaschen auf dem Tisch? War da ein Schweizer am Werk?
"Luft raus, Deckel drauf! ist die goldene Regel für die fachgerechte Entsorgung von Plastik- und PET-Getränkeflaschen in der Schweiz. Drücken Sie die leere Flasche zusammen und schrauben Sie den Deckel wieder fest. Dadurch sparen Sie bis zu dreimal mehr Platz in Ihrem Sammelbehälter, verhindern lästige Gerüche und entlasten die Umwelt durch effizientere Transportwege."

Beim Gang zur Toilette realisiere ich, dass dies auch das private Bad der Familie ist.




Nanu, diesen Lastwagen kennen wir doch, brauchten wir doch vorhin lange, bis die ganze Gruppe ihn überholen konnte.
"Ashok Leyland ist ein börsennotierter indischer Nutzfahrzeughersteller. Das Unternehmen wurde im Jahr 1948 im indischen Madras als Ashok Motors gegründet, um Fahrzeuge des britischen Unternehmens Austin zu montieren. Sieben Jahre später wurde der Name nach der Beteiligung von Leyland in Ashok Leyland geändert. Im selben Jahr begann auch der Nutzfahrzeugbau. Im Jahr 1987 wurde Ashok Leyland von der indischen Firma Hinduja und von Iveco übernommen. Danach wurden auch Iveco-LKW-Modelle mit ins Modellprogramm aufgenommen, so der von Iveco übernommene Ford Cargo als Ashok Leyland Ecomet. Ashok Leyland war 1993 der erste Indische Automobilhersteller, der nach ISO 9002 zertifiziert wurde. Im Juli 2006 übernahm Hinduja alle Anteile von Iveco an der Holding."

Helmuts view:

Glück gehabt: Als wir beim Hotel starten, ist unsere Spur frei, so fahren wir an der kilometerlangen Kolonne auf der Gegenfahrbahn vorbei.

Manchmal wird es eng.

Indische Frauen tragen die Last des Alltags.

Wir erreichen die Stadt Gairsain und fahren zu unserem Hotel GMVN Rest House.
"Gairsain ist eine Stadt im Distrikt Chamoli des indischen Bundesstaates Uttarakhand, nahe der Sommerhauptstadt Bhararisain, und liegt am östlichen Rand des ausgedehnten Dudhatoli-Gebirges, fast im Zentrum des Bundesstaates."

Frisch geduscht und herausgeputzt treffen wir uns später zu einem gemeinsamen Spaziergang. V.r.n.l.: Martin, Helmut jr, Helmut sr, Peter und Ueli.

Konzentration beim indischen Billard.
"Carrom wird oft auch als 'Fingerbillard' oder indisches Billard bezeichnet. Bei diesem Geschicklichkeitsspiel versuchen zwei oder vier Spieler, flache Holzscheiben (die Carrom Men) mithilfe eines speziellen, grösseren Spielsteins (dem Striker) durch Schnippen in die Löcher an den vier Ecken des Holzbretts zu befördern."

Abfallsammlung von Hand.

Kampagnen für eine saubere Stadt und für das Bewusstsein für korrekte Abfalltrennung.



Schon wieder ein Hindu Tempel den wir nicht besuchen.

Big Brother Is Watching You Helmut!

Café Milange versus Royal Enfield ...

... Rouf ist noch am Erklären, dass dies ein altes Modell von Royal Enfield sei, welches rechts geschaltet ist, als die grössten Schleckmäuler unserer Gruppe bereits in himmlische Sphären eintauchen. Sie haben vorgängig das Cafe Milange gegoogelt.



Zwei Red Velvet Cake zu je 250 Rupien (2.10 CHF) - im Vergleich zu Mix Sauce Pasta, 90 Rupien (0.76 CHF) - ein teures Vergnügen, werden serviert.
"Red Velvet Cake (Roter Samtkuchen), auch Mahogany Cake oder Red Devil Cake genannt, ist ein Kuchen der Südstaatenküche in einer hell- bis dunkelroten oder rotbraunen Farbe. Der Kuchen war besonders zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr populär; in den letzten Jahren werden diese Kuchen in Nordamerika zunehmend wieder gebacken.
Es gibt für diesen Kuchen kein Standardrezept: Red Velvet Cake wird normalerweise als geschichteter Kuchen mit Schokoladenaroma hergestellt und mit einem cremigen Guss überzogen. Gewöhnlich besteht der Kuchen aus Buttermilch, Butter, Mehl, Kakao und Roter Bete. Die Menge des Kakaos variiert in den verschiedenen Rezepten, einige verzichten ganz darauf. Der Überzug besteht in der Regel entweder aus Frischkäse oder Buttercreme. Die rotbraune Farbe des Kuchens ist das Resultat einer chemischen Reaktion des im Kuchen enthaltenen Kakaos mit säurehaltigen Zutaten wie zum Beispiel Buttermilch. Trotzdem wird oft noch rote Lebensmittelfarbe hinzugefügt, um den Effekt zu intensivieren, besonders wenn der Kuchen keine Schokolade enthält und eher leuchtend rot als rotbraun werden soll."






Das Abendessen ist heute später als sonst, erst um halb acht kann unser Hunger gestillt werden.

Den Ort fürs Essen habe ich gefunden, aber ich bin zu früh da. So mache ich noch eine kleine Runde ums Hotel.


Harish hat die Räder wieder schön aufgestellt beim Parken.

"Die heutige Etappe führt euch weiter nach Osten, in die historische Stadt Almora, ein echtes Zentrum des Kumaon. Almora liegt spektakulär auf einem Bergrücken mit Blick auf die umliegenden Himalaya-Gipfel. Die Stadt ist bekannt für ihre unverwechselbare Küche. Nach eurer Ankunft bleibt Zeit, durch die Altstadt zu schlendern und das besondere Flair dieses Ortes auf euch wirken lassen."
Die Wetteraussichten für heute sehen am Start und am Ziel gut aus, warm auf jeden Fall.

Zehn Minuten vor der abgemachten Zeit sind wir alle abfahrbereit.


Nach einer guten Stunde gibt es den ersten Getränkestopp; das Essen in der Garküche wird nicht für uns gemacht. Ich habe sowieso keine Lust zum Essen, da mich Montezumas Rache arg getroffen hat und mich zusätzlich Magenkrämpfe plagen.
"Der Begriff leitet sich vom aztekischen Herrscher Montezuma II. ab. Die Legende besagt, dass der Kaiser kurz vor seinem Tod im Jahr 1520 einen Fluch über die spanischen Eroberer aussprach. Die Magen-Darm-Beschwerden, die Reisende in der Region heimsuchen, werden scherzhaft als diese späte Rache des Aztekenherrschers an den ausländischen Besuchern bezeichnet."

Helmuts view:

Die Fahrt gefällt, sie führt uns über kleine Strassen, durch Wald und Wiesen.


Die Böden in den Pinienwälder sind von Tausenden Piniennadeln bedeckt, die zwar einen angenehm intensiven, harzigen Duft verbreiten, aber auch das Wachstum anderer Pflanzen unterdrücken. Deshalb werden die Böden "kontrolliert" - wir sehen aber meistens keine Feuerwächter - angezündet um Gras (Futter für die Tiere) neuen Lebensraum zu geben.


Am Nachmittag erreichen wir Almora und unser Hotel Sunita Sun City Centre, wo wir zwei Nächte bleiben werden.
"Almora ist eine Stadt im südöstlichen Teil des indischen Bundesstaates Uttarakhand. Die Stadt liegt im Vorderen Himalaya auf 1633 m Höhe über dem Meeresspiegel. Der Fluss Kosi verläuft westlich an Almora vorbei. Gegründet wurde Almora 1560 von der Chand-Dynastie. Almora ist eine wichtige Marktstadt in der Region Kumaon und ein bedeutsamer Verkehrsknotenpunkt."
Das Hotel überrascht mit einer Tiefgarage und einer Bar.

Am frühen Abend treffen wir uns, um unter Führung von Rouf, die Altstadt zu erkunden.

V.l.n.r.: Rouf, Ueli, Martin, Peter, Helmut sr und Harish; es fehlt Fotograf Helmut jr.


"Der Königstiger, auch Bengal-Tiger oder Indischer Tiger, ist eine Unterart des Tigers. Er ist auf dem Indischen Subkontinent verbreitet und wird von der IUCN ((International Union for Conservation of Nature) als stark gefährdet eingestuft. Die gesamte Population wird auf weniger als 2500 Individuen geschätzt."



Bunte Fryums.
"Fryums (auch bekannt als Far Far oder Papadums) sind beliebte, knusprige indische Snacks, die meist aus Kartoffelstärke, Tapioka oder Weizenmehl bestehen. Sie sind in vielen bunten Farben und Formen (Räder, Sterne, Buchstaben) erhältlich und plustern sich bei Kontakt mit heißem Öl sofort auf."


"Traditioneller indischer Baustil mit bunten Holzfassaden und kunstvollen Holzschnitzereien. Diese regionalen Baustile nutzen Holzkonstruktionen, um sowohl Erdbeben zu trotzen als auch lebendige, farbenfrohe Akzente im Stadtbild zu setzen."



Die vier Spieler beim Carrom, in der Schweiz Carambole genannt, ziehen viele Zuschauer an.
"Das Brett- und Geschicklichkeitsspiel gilt als Volkssport in Indien. Es ist auch in Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka, Afghanistan, Burma und Nepal verbreitet. Wann und wo das Spiel entstanden ist, lässt sich nicht mehr nachweisen; es wird gesagt, dass Carrom von indischen Maharadschas erfunden wurde."

Es gibt eigentlich alles zu kaufen, zum Teil halt in anderer Form, wie die Snackbeutel 'am Meter'.
"Snackbeutel (wie Chips oder Erdnüsse) kann man in Indien oft in langen, zusammenhängenden Plastikketten – kaufen; das hat praktische, wirtschaftliche und logistische Gründe. Diese langen Produktketten werden Slam-Bänder oder Clip-Strips genannt. Die Hauptgründe für diese Verkaufsform sind der enorme Platzmangel in den Läden. Die meisten Einkäufe in Indien erledigen die Menschen in sogenannten Kiranas, das sind winzige, traditionelle Tante-Emma-Läden. Diese Läden haben oft keinen Platz für grosse Regale im Verkaufsraum. Die Händler hängen die Snack-Ketten einfach an die Decke, an Türrahmen oder an die Aussenwand des Ladens. Das spart wertvolle Stellfläche am Boden. Zudem sind in Indien Mini-Verpackungen (sogenannte Sachets) extrem beliebt. Eine kleine Tüte Chips kostet oft nur 5 bis 10 Rupien (umgerechnet wenige Rappen). Die Kunden kaufen lieber täglich eine frische, kleine Portion, als eine riesige Tüte zu lagern."

Nun aber: Rouf und Harish haben sich ihre Sandalen von einem Schuhputzer reinigen lassen.

"In Indien sind Baumtempel, heilige, lebende Bäume, tiefe spirituelle Orte, die selbst als Tempel oder Wohnstätte der Götter verehrt werden. Verehrung heiliger Bäume (wie der Pappelfeige oder dem Banyan-Feigenbaum) ist im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus tief verwurzelt."

Ein Pink e-Tuk-Tuk kommt auf uns zugefahren.
"Das Pink Lady e-Tuk-Projekt in Almora ist eine lokale Initiative, bei der umweltfreundliche, pinkfarbene Elektro-Rikschas (e-Tuk-Tuk) eingesetzt werden. Diese werden lokal von Frauen gefahren, um eine sichere, emissionsfreie Transportmöglichkeit für Pendler und Touristen in der bergigen Stadt zu schaffen und bietet gleichzeitig ein nachhaltiges Einkommen für die Frauen."


Wenn keine Lianen (verholzte Kletterpflanzen) vorhanden sind ...

Beim Abendessen lasse ich mich weg von vegetarisch hin zu Tandoori Chicken verführen. Keine gute Idee, das Huhn lag wohl länger im Ofen als es gelebt hat; keine Spur von unfassbar lecker, saftig oder zart.
"Tandoori Chicken ist ein weltbekanntes, indisches Gericht aus saftigem Hähnchenfleisch, das in einer würzigen Joghurt-Marinade eingelegt und traditionell in einem heißen Lehmofen (Tandoori) gebacken wird."

Originalprogramm wäre der Tagesausflug nach Bhuvneshwar, ca. 210 Km.
"Ihr brecht früh auf, das Ziel ist mystisch und spektakulär zugleich: die Höhle von Patal Bhuvaneshwar. Der Legende nach ist sie der Eingang zur Unterwelt und der Wohnsitz von Shiva, Vishnu und Brahma. Der Abstieg in die 160 m lange Höhle mit ihren bizarren Gesteinsformen ist ein Erlebnis, das spirituelle Tiefe und geologische Wunder verbindet. Am Abend kehrt ihr nach Almora zurück, mit eindrücklichen Bildern im Kopf."
Einige aus der Gruppe konsultieren Google Map und stellen bei der Routenbeschreibung fest, dass wegen den vielen Pilgern mit erheblichem Stau gerechnet werden muss. Für einen Weg benötigen wir mindestens 4 1/2 Stunden, ohne Pausen. Rechnen wir für die Besichtigung der Patal Bhuvaneshwar Höhle zwei Stunden ein, wird der Tagesausflug mindestens 11 Stunden dauern. Wir fragen Rouf nach einer Alternative. Er schlägt eine Fahrt nach Kausani vor, wo wir einen Ashram und einen Teegarten besuchen können. Wir sind alle für diese Alternative.
Gestern Abend habe ich Rouf über mein gesundheitliches Problem berichtet. Er organisierte mir zwei Beutel Electral, die ich je in einem Liter Trinkwasser auflösen soll. Einen Liter habe ich bereits gestern getrunken, mit dem zweiten beginne ich zum Frühstück und stelle den Rest in den Kühlschrank in meinem Zimmer.

"Bei Electral-Pulver handelt es sich um eine orale Rehydratationslösung (ORS), die hauptsächlich zur Vorbeugung oder Behandlung von Dehydratation und zum Ausgleich von durch Durchfall, Erbrechen oder übermässigem Schwitzen verlorenen Elektrolyten und Flüssigkeiten eingesetzt wird."
Um halb zehn Uhr fahren wir los, zuerst zu einer Tankstelle. Unter dem Guide-Helm und -Jacke steckt heute Harish, er tauschte den Platz mit Rouf, der bei Sanjeev im Auto fährt.


Bei so einem freundlichem Welcome können wir nicht vorbeifahren.


Peter und Fahrer Sanjeev.

2 1/4 Liter Pepsi für 90 Rupien (rund 75 Rappen).
Als ich meine Kollegen frage, was FiZZ bedeute, kann mir keiner eine Antwort geben, geschweige denn was EXTRA FiZZ bedeutet.
KI sei Dank hier die Antwort: "Pepsi Extra FiZZ ist eine spezielle Version der klassischen Pepsi-Cola, die mit einem deutlich erhöhten Kohlensäuregehalt für ein besonders prickelndes und intensives Geschmackserlebnis sorgt. Der Hersteller bewirbt das Produkt oft mit dem Slogan 'Extra FiZZ' (mehr Sprudel) - 'Extra Taste' (mehr Geschmack."
Wie auch immer, wir mischen das schwarze Getränk wie üblich mit stillem Wasser.

Wir erreichen Kausani, legen unsere Motorradjacken und Helme ins Auto, und gehen zu Fuss - sind wir Wandervögel? - zum Ashram hoch.

"Kausani, ein friedlicher Bergort im Distrikt Bageshwar in Uttarakhand, ist bekannt für seine atemberaubende Naturschönheit und den weiten Blick auf den Himalaya. Er wird auch als „Schweiz Indiens“ bezeichnet und ist berühmt für seine malerische Landschaft rund um die drei Hauptgipfel des Himalaya-Gebirges."


Wir überlassen es Rouf, Nebensächlichkeiten wie Eintritt zu bezahlen, und gehen durchs Tor hindurch.


"Ein Ashram ist ein traditioneller, spiritueller Rückzugsort im Hinduismus, der oft als klosterähnliche Lebensgemeinschaft dient. Menschen wohnen oder besuchen ihn temporär, um sich unter der Anleitung eines Meisters (Gurus) dem Yoga, der Meditation und der inneren Einkehr zu widmen.
Im Anasakti Ashram (auch bekannt als Gandhi Ashram) verbrachte Mahatma Gandhi im Jahr 1929 zwei Wochen. Weil er sich so sehr in die unberührte Natur verliebte, nannte er die Region die 'Schweiz von Indien'. Während seines Aufenthalts schrieb er sein berühmtes Werk über Anasakti Yoga (das Yoga der Wunschlosigkeit und Nicht-Anhaftung).
Mohandas Karamchand Gandhi (genannt Mahatma Gandhi; * 2. Oktober 1869 in Porbandar, Provinz Bombay, Britisch-Indien; † 30. Januar 1948 in Neu-Delhi, Delhi, Republik Indien) war ein indischer Rechtsanwalt, Publizist, Morallehrer, Asket und Pazifist, der zum geistigen und politischen Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung wurde."


"Mahatma Gandhi besass als ständiger Begleiter eine kleine Statue der 'drei weisen Affen', ein Geschenk eines japanischen Mönchs. Sie symbolisieren das berühmte japanische Sprichwort: 'Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen', bzw. frei übersetzt 'Kein Böses sehen, kein Böses hören, kein Böses sagen.'"

Wir kehren runter zum Dorf um anderswo wieder - nochmals: sind wir Wandervögel? - zum Teegarten hochzusteigen.

"Kausani-Teeplantage: Mitten in Kausani liegt die Kausani-Teeplantage, berühmt für ihre weitläufigen, grünen Teegärten vor der Kulisse des majestätischen Himalayas. Besucher können durch die ordentlich aufgereihten Teebüsche schlendern, traditionelle Teepflücker Techniken beobachten und atemberaubende Ausblicke auf Gipfel wie Nanda Devi und Trishul geniessen. Die Plantage ist ein ideales Ziel für Fotografie, Naturwanderungen und um das reiche Erbe der indischen Teekultur zu erleben."

Wir ignorieren die Einkehrmöglichkeiten und steigen weiter den Weg durch die Teeplantagen hoch, bis wir ...


... ein gemütliches Schattenplätzchen mit Sitzgelegenheiten finden; hier lassen wir uns nieder.

Wo ist Helmut Senior? Wir entdecken ihn weiter unten in einer Teestube; also nichts wie hin.

Für einen Lemongrass Tea bin ich immer zu haben.

Helmuts view:




Wir kehren nach Almora zurück. Zurück im Zimmer trinke ich die Salz-Lösung fertig, die gekühlt wesentlich besser schmeckt.
Danach habe ich das Gefühl, dass ich einen kurzen Besuch in der Bar vor dem Abendessen verdient habe.


Doktor Ueli gestattet Patient Ueli einen Old Monk. Erinnerungen an meine Indien-Reise 2012 kommen hoch ... Darjeeling ... in einem Schaukelstuhl auf der Veranda sitzend ... ein Glas Old Monk in der Hand ...

"Wer aus Indien kennt nicht Old Monk? Der Rum zählt zu den liebsten heimischen Spirituosen für die über 1,4 Milliarden Einwohner des Subkontinents und ist daher auch einer der am meisten verkauften Zuckerrohrschnäpse weltweit. In der westlichen Kultur ist Old Monk noch eine relative Neuerscheinung. Die jugendliche Generation Indiens mischt den Rum, der voller Vanille- und Karamellnoten steckt, am liebsten mit Wasser. Das hat keine geschmacklichen, sondern rein kosten technische Gründe. Sowieso erfreut sich der Old Monk Rum so grosser Beliebtheit, da er von den Preisen her sehr zugänglich ist. Der Rum entstammt der Mohan Meakin-Brauerei in Ghaziabad und kam 1954 auf den Markt. Mohan's Sohn Kapil machte Old Monk in den 70er Jahren so berühmt, dass der Name quasi gleichbedeutend mit dem Wort Rum war. Viel Marketing oder Werbung brauchte es allerdings nicht, um dem Rum einen Kultstatus zu verleihen. Nach der Jahrtausendwende hatte die Marke zunehmend zu kämpfen: Whisky kam in Indien ganz gross raus und viele internationale Getränke waren auf einmal zu ebenfalls günstigen Preisen erhältlich. Vielleicht entschied man sich auch deswegen dazu, neue Märkte zu erschliessen. Old Monk Rum wird sieben bis zwölf Jahre lang gelagert und in den meisten Fällen in Flaschen abgefüllt, die ein Schlangenhaut Artiges Muster aufzeigen."
"Ein entspannter Fahrtag bringt euch in das beliebte Bergstädtchen Nainital, das rund um einen smaragdgrünen See liegt. Schon die Abfahrt bietet fantastische Ausblicke auf terrassierte Hänge, Pinienwälder und schimmernde Bergseen. In Nainital angekommen, lädt der See zum Bootsfahren ein, und die kolonial geprägte Promenade zum Flanieren. Hier vermischen sich indische Urlaubsstimmung und Bergidylle auf ganz eigene Weise."
Es geht mir wieder gut, WHO-Drink, Imodium und Bioflorin sei Dank.
Nun, so entspannt sollte der Fahrtag dann doch nicht werden ...

Das Wetter macht mit, von A wie Almora, über B wie Bhimtal Lake bis N wie Nainital.

Wir sind mit Sack und Pack bereit.

Ungewohnter unterirdischer Start. Da die Auffahrt sehr steil ist und wir oben nicht unbedingt anhalten möchten, frage ich Rouf, ob wir auf der Strasse links oder rechts fahren; rechts.

In Indien gehören frei herumlaufende Rinder und Stiere zum alltäglichen Strassenbild. Aufgrund ihres besonderen Status als heilige Tiere im Hinduismus bewegen sie sich völlig frei durch den Verkehr. Dennoch können die bis zu mehreren Hundert Kilo schweren Tiere durch Kämpfe, Erschrecken oder Paarungsverhalten zu einer unberechenbaren Gefahr für den Strassenverkehr und Fussgänger werden.
Mein Bullen-Kontakt: Am linken Strassenrand liegen drei Kühe nebeneinander - tatsächlich sind es Stiere - mit dem Hinterteil Richtung Strasse. Da kommt von rechts ein weiterer Stier über die Strasse, - wir reduzieren unser schon nicht hohes Tempo - geht zum grössten Liegenden hin und beschnuppert ihn am Hinterteil. Das passt dem grossen Bullen gar nicht. Im Nu steht dieser auf allen vier Beinen, dreht sich um und die beiden schweren Tiere schlagen die Köpfe zusammen und drücken sich gegenseitig weg. (Machtkampf, Abklärung der Rangordnung). Der über die Strasse gekommene wird auf die Strasse gedrängt, aber da ist ja Ueli ...

... alles geht sehr schnell von sich. Ich spüre einen Schlag am linken Bein - ausgerechnet an meinem Problemknie - das nach hinten gedrückt wird, der Töff kommt ins Schwanken, ich gebe Gas und alles ist mit einem schmerzendem Knie vorbei. Die hinter mit fahrenden Kollegen meinen später, wenn mich ein heiliger Stier berührt habe, sei dies sicherlich in gutes Omen. Nach zwei Schmerztabletten ist alles wieder gut.

Kurz vor Mittag erreichen wir den Bhimtal See
"Der Bhimtal Lake ist ein See in der Stadt Bhimtal im indischen Bundesstaat Uttarakhand, dessen gemauerter Staudamm 1883 errichtet wurde. Es ist der grösste See in der Region Kumaon, die auch als „Indischer Lake District“ bezeichnet wird. Der See dient der Trinkwasserversorgung und der Aquakultur verschiedener Fischarten. In der Mitte des Sees gibt es eine Insel, die touristischen Zwecken dient, mit einem Aquarium. Der See liegt auf einer Höhe von 1375 Metern über dem Meeresspiegel auf dem Gebiet der Stadt Bhimtal im Distrikt Nainital."

Peters neustes Royal Enfield Himalayan Modell unterscheidet sich von ...

... der robusteren RE-Himalayan von Martin; weniger Technik, weniger anfällig.

Gegenüber den Himalayan's kommt meine Bullet 500 bieder daher, dafür sehr zuverlässig und langlebig.

Wir spazieren kurz dem Ufer entlang, aber da wir an den angebotenen Wasseraktivitäten nicht interessiert sind, kehren wir zu den Motorrädern zurück. Die zurückgelassenen Jacken und Helme sind von Rouf bewacht worden.



Auch das Essensangebot lassen wir links, resp. rechts liegen.



Nach einer kurzen Weiterfahrt kehren wir im Machan ein. Wir werden von einem super Service überrascht: Your satisfaction is our motto! - stimmt absolut.


Eine Lemon Coriander Soup habe ich noch nie gegessen, also bestelle ich eine.

Da wird sie gemacht und kurze Zeit später serviert.

Lecker.

Adaption der Drei Affen der Weisheit an die Gegenwart.
Helmuts view:

Noch 62 Kilometer bis zu unserem Tagesziel.

Mobile Verpflegungsstände am Strassenrand.

Frauen tragen Futter für die Tiere nach Hause.

Auf einer guten Strasse am Naini See entlang.
"Der Naini See, auch bekannt als Naini Tal , ist ein natürlicher Süsswassersee inmitten der Stadt Nainital in Kumaon, Uttarakhand . Er entstand tektonischen Ursprungs und war ursprünglich nahezu kreisrund, bis häufige Erdrutsche ihm eine sichelförmige Gestalt verliehen. Der Naini See ist, wie auch andere Seen in Kumaon, ein wichtiger Bestandteil des Tourismus und der Erholung in der Region. Er ist einer der vier wichtigsten Seen von Kumaon; die anderen drei sind der Sattel See, der Bhimtal See und der Naukuchiyatal See."

Gegen halb fünf Uhr erreichen wir Nainital und unser Hotel The Pavilion. Sanjeev und Harish melden, dass sie noch im Stau stecken und frühestens in einer Stunde eintreffen werden.



Um das Warten zu überbrücken, stelle ich mein Zimmer Himalayan vor.
Danach nehme ich eine Dusche und ... meine Tasche mit der frischen Wäsche ist immer noch nicht da, also warte ich im Adamskostüm auf das ersehnte Gepäckstück.

Ich bin bereit für den gemeinsamen Spaziergang durch Nainital.
"Nainital ist eine Kleinstadt im indischen Bundesstaat Uttarakhand. Nainital liegt in den Ausläufern der Region Kumaon im Himalaya am Naini See Mit einer Höhe von über 2000 Metern gehört sie zu den am höchsten gelegenen Städten des Landes. Wegen seines Sees und der landschaftlichen Schönheit der Umgebung ist Nainital ein bekannter Urlaubsort. Die Alphabetisierungsrate lag 2011 bei 92,93 %. Nainital ist die judikative Hauptstadt von Uttarakhand, denn hier befindet sich das oberste Gericht des Bundesstaates. Auch der Gouverneur von Uttarakhand hat hier seinen Sitz."

Während unserem Spaziergang sehen wir viele Touristen, indische, aber keine aus dem Westen.

Alles klar? Der Mann auf der Strasse schaut verwundert in die Höhe um zu sehen, was ich fotografiere.

Ohne Verkehr geht's hier aber auch nicht.

Da hat es kürzlich gebrannt, zum Glück nicht auf der anderen Seite der Strasse, denn da gehen wir hinein ...

Diesmal verzichte ich nicht, ein Burnt Basque Cheesecake darf es für mich sein.
"Ein Basque Burnt Cheesecake ist ein extrem cremiger Käsekuchen ohne Boden, der bei sehr hoher Hitze gebacken wird. Dadurch karamellisiert die Oberfläche dunkel, während das Innere herrlich weich und wabbelig bleibt. Das Original stammt aus dem Baskenland (auch San-Sebastian-Cheesecake genannt) und benötigt nur wenige Zutaten."

Auf den Kaffee hätte ich verzichten können.

Die Produktion macht einen guten Eindruck.

Die beiden indischen Teenies warten auf ihre Bestellung.
Während dem Essen Blick auf den Strassenverkehr:

Am vielfältigen Essensangebot ist auch ersichtlich, dass Nainital eine Touristenstadt ist.



Anstehen für ...

... Tuk-Tuks.

Ja dann viel Glück.

An der Uferpromenade wird gebaut, deshalb ist diese mehrheitlich gesperrt.



Eine Moschee.
"Hindus bilden mit einem Anteil von ca. 86 % die grösste Gruppe der Bevölkerung in der Stadt, gefolgt von Muslimen mit ca. 12 %."

Drei lächende Männer aus drei Nationen: A smile costs less than electricity and gives more light.
Diesen Spruch habe ich erstmals 1974 im damaligen Tramper Hotel Amir Kabir in Teheran, Persien, gelesen.


Eigentlich wäre es einfach! Mindestens in der Gasse auf dem nachstehenden Foto mussten wir keinem motorisierten Verkehr ausweichen.

"Ihr fahrt weiter Richtung Süden, durch immer dichter werdende Wälder bis zum Corbett-Nationalpark. Am Nachmittag erreicht ihr Ramnagar, das Tor zum ältesten Nationalpark Indiens, benannt nach dem legendären Tigerjäger und Naturschützer Jim Corbett."

Noch nie waren wir beim Frühstück so eine grosse Anzahl Gäste. Wie ich bei einem Gespräch mit einem indischen Paar erfahre - sie sind mit einem PW mit Chauffeur unterwegs - bleiben die meisten der indischen Touristen 2 Tage/2 Nächte hier, bevor sie weiterfahren; der See hat eine grosse Anziehungskraft.


Kurz vor der Abfahrt um 10 Uhr.

Langsam aber stetig verlassen wir die Berge.


Herrlich angenehm: Rouf macht einen Halt mitten in einem Wald, wo es Verpflegungsstände gibt.


Sie haben keinen Masala Tea, so nehme ich auch einen Black Tea. Beim Trinken stutze ich; der Tee hat einen Geschmack, der mich irritiert. Ich frage Rouf, was es mit dem Tee auf sich hat. Da sei schwarzes Salz drin, erklärt er mir.
"Indisches Schwarzsalz, bekannt als Kala Namak, ist ein vulkanisches Steinsalz. Charakteristisch sind seine dunkle Farbe und der intensive Schwefelgeruch. Es ist ein Highlight in der ayurvedischen Medizin, schmeckt nach gekochtem Ei und ist daher besonders in der veganen Küche beliebt. Salz reduziert nachweislich die Wahrnehmung von Bitterkeit in vielen Lebensmitteln. Es kann helfen, bittere Noten im aufgebrühten Tee zu neutralisieren, insbesondere in einem herben Schwarztee oder einem zu lange gezogenen Tee."
Ist gar nicht mein Ding. Bevor ich ihn ausschütte, frage ich Sanjeev, er trinkt ihn gerne.


Ganesha, der beliebte hinduistische Elefantengott, steht für Glück und Neuanfänge.
Helmuts view:

Kurve um Kurve geht's runter; von über 2000 auf etwas mehr als 300 MüM.


Wir kommen in der Ebene an; der Verkehr ist überschaubar, das Überholen auf den geraden Strecken einfach.




Wir sind in Ramnagar wo der Verkehr sehr rasch "normale indische" Verhältnisse erreicht hat. Da vorne rechts ist unser Hotel Corbett Kingdom. Nun heisst es bei der Einmündung in die Strasse, den von rechts kommenden Verkehr zu überlisten um rasch auf die linke Spur zu kommen.


Nachdem Einchecken, Zimmer beziehen und duschen, treffen wir uns für einen Lunch im Hotel-Restaurant. Der Chef de Service hat in Delhi in einem guten Restaurant gearbeitet, wie uns Rouf erklärt; das merkt man, er spricht englisch und ist sehr aufmerksam.

V.l.n.r.: Peter, Martin, Helmut sr, Helmut jr und Ueli.

Das Hotel hat einen Pool; so zieht es die anderen alsbald dorthin. In meinem Gepäck ist eine Badehose inexistent, so mache ich zuerst einen kleinen Spaziergang und gehe danach zum Pool.

Ich denke, dass das Arbeiter (Tagelöhner?) sind, die von der Arbeit zurück in die Stadt gefahren werden.



"Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz."


"Ein Tag für Wildnis pur. Der Corbett-Nationalpark ist Heimat von Elefanten, Hirschen, Krokodilen, Leoparden und natürlich dem berühmtem Bengalischen Tiger. Mit etwas Glück seht ihr die 'Grossen Fünf' Indiens aus nächster Nähe; ein intensives Naturerlebnis, das lange nachwirkt."
Heute klingelt der Wecker früh, müssen wir doch um 6 Uhr abfahrbereit sein.

Das heutige motorradfreie Programm Programm präsentiert sich so:

Mit ein bisschen Verspätung fährt der bestellte Geländewagen beim Hotel vor, einsteigen und der Sonne entgegen fahren.

Nach einer viertel stündigen Fahrt halten wir beim Checkpoint vom Corbett-Nationalpark an. Mit Schrecken stellen wir fest, dass wir bei weitem nicht die einzigen sind, die die frühe Safari gebucht haben.

"Der Corbett-Nationalpark liegt im indischen Bundesstaat Uttarakhand am Fuss des Himalaya. Er ist nach dem britischen Jäger und Naturschützer Jim Corbett benannt, der 1936 massgeblich daran beteiligt war, dass nahe Nainital der erste Nationalpark in Indien eingerichtet wurde. Der Corbett-Nationalpark umfasst knapp 521 Quadratkilometer. Zusammen mit dem angrenzenden Sonanadi-Schutzgebiet bildet er das Corbett-Tiger-Reserve, das 1973 im Zuge des Projekt-Tiger gegründet wurde. Die Landschaft ist durch breite Täler und Hügel charakterisiert."

Ein lokaler Guide vom Nationalpark steigt zu.

Die Pirschfahrt beginnt; ich bin sehr gespannt, was wir von der reichlich beschriebenen Fauna sehen werden.
"Fauna: Die Hauptattraktionen des Parks sind der Bengalische Tiger, der Indische Leopard und wilde Exemplare des Asiatischen Elefanten. Daneben beherbergt er an grösseren Säugetieren den Rhesusaffen, Hulmans, den Goldschakal, den Rotfuchs, den Rothund, den Kragenbären, den Lippenbären, den Buntmarder, den Fischotter, die Kleine Zibetkatze, den Fleckenlinsang, den Fleckenmusang, den Larvenroller, den Indischen Mungo, die Bengalkatze, die Rohrkatze, das Wildschwein, Muntjak, den Axishirsch, den Schweinshirsch, den Sambarhirsch, die Nilgauantilope, den Grauen Goral, das Vorderindische Schuppentier und eine Stachelschweineart. In den Gewässern leben der Gavial und das Sumpfkrokodil. Ausserdem kann man etwa 580 Vogelarten im Park beobachten."

Look to the left, there are some deer, meint der Guide. Ich sehe nichts, dafür ...

... den uns entgegenkommenden Traktor.

Nach rund 15 Minuten erreichen wir den Eingang zum umzäunten Park.

Plötzlich stockt die Fahrt, wir sind inmitten von anderen Geländewagen und vor uns seien Elefanten.

Wo denn, seht ihr sie?

Ja, aber erst, als unser Fahrer an den anderen Fahrzeugen vorbeigefahren ist.


Die Fahrt geht weiter.
Als ich unseren Guide frage, ob es wirklich noch Bengal-Tiger gebe und wann er einen zum letzten Mal gesehen habe, antwortet er mir 'vor drei Tagen'. Da kommt mir der Spruch in den Sinn, der mir mal ein Guide in Indien gesagt hat: Indien ist ein Märchenland und jeder Inder ein Märchenerzähler. Gemäss den entdeckten Fotos aus dem Nationalpark scheint es doch kein Märchen zu sein. Für mich ein noch unrealisierter Traum, einen Tiger in der Wildnis zu sehen; bin wieder mal zur falschen Zeit am falschen Ort.




Ein schöner Termitenhügel am Wegesrand.
"Ein Termitenhügel ist der oberirdische Teil eines Termitenbaus. Termitenhügel sind komplexe, lüftungstechnische Meisterwerke, die von Termiten als Nester und Klimaanlagen erbaut werden. In Indien untersuchte Forschungen zeigen, dass diese Bauten dank vertikaler Gänge die Hitze regulieren, ohne Energie zu verbrauchen. Sie verbessern zudem die Bodenqualität und das Ökosystem."

Zur Abwechslung der Fahrt, Flüsse im Wald und ...



... ein grösserer Trockenfluss.




Hulmans Affen.
"Im indischen Jim Corbett Nationalpark nutzen Hulmans (auch Hanuman-Languren genannt) Felsspalten und Höhlen vor allem als sicheren Rückzugsort und Schutz vor Raubtieren.Obwohl diese Affen die meiste Zeit auf Bäumen oder am Boden verbringen, bieten die felsigen Höhlen in den bergigen Regionen des Parks perfekten Schutz. Benannt sind sie nach Hanuman, einem indischen Gott in Affengestalt."

Bei einem anderen Eingang in den Park machen wir eine Pause.


Ein uralter, schöner Tata-Lastwagen.
"Tata Motors ist der grösste Automobilhersteller in Indien und gehört mehrheitlich zur Tata Group. Das Unternehmen ist im Finanzindex BSE Sensex gelistet. Die Tata-Gruppe ist ein im Jahr 1870 von dem Parsen Jamshedji Tata gegründeter indischer Mischkonzern mit Hauptsitz in Mumbai. Die Tata-Gruppe beschäftigt aktuell über 1 Mio. Mitarbeiter und unterhält Niederlassungen in 85 Ländern."


Die bemalten Tata-Lastwagen sind typisch für das indische Strassenbild.

Es wird geschnitten und geschnipselt; Rouf hat etwas zum Knabbern bestellt.


Schmeckt gut, auch wenn ich nicht weiss, was genau ich hier esse.
Für mich war die Safari eine Enttäuschung, Massentourismus und das zu einem happigen Preis, musste doch jeder von uns 5200 Rupien, rund 45 CHF, bezahlen. Für den Park eine Money Machine, Cashcow oder Goldgrube.
Nun fahren wir im Park weiter zu einem anderen Ausgang und danach zu unserem Hotel.

Für 3450 Rupien (knapp 30 Franken) gibt's eine einstündige Massage.

Später am Nachmittag führt uns Rouf durch die Stadt.

Es beginnt unverfänglich bis wir zum Kundan's kommen, einem Sweets & Namkeen Restaurant.

Die Bestellungen geben wir im Erdgeschoss auf, danach suchen wir uns im ersten Stock Plätze, was im gut besuchten Süssigkeitentempel gar nicht einfach ist.




Ich habe mir ein Namkeen bestellt ...

... was sich zwar als würzig, aber sehr trocken herausstellt.
"Namkeen ist ein Begriff aus der indischen Küche und bezeichnet herzhafte, salzige oder würzige Snacks. Das Wort stammt aus dem Hindi/Urdu und leitet sich von namak (Salz) ab."

Später sehen wir doch noch einen Königs-Tiger.


Ein Alkohol-Shop.
"In Indien heissen die meisten Geschäfte für Alkohol Wine Shop oder Liquor Store. Obwohl sie das Wort Wein im Namen tragen, verkaufen diese Läden fast alle Arten von Alkohol. Sie finden dort also auch Bier, Whisky und Rum. Der Verkauf von Alkohol wird in Indien sehr streng vom Staat geregelt. Die Läden haben oft Gitter vor dem Tresen. Die Kunden stehen dort meistens in dichten Schlangen an. An Feiertagen oder während Wahlen bleiben alle Alkoholgeschäfte geschlossen; diese Tage nennt man Dry Days.

Geschälte Zuckerrohrstangen werden zu Saft gepresst.
"In Indien ist Zuckerrohrsaft eines der beliebtesten und traditionellsten Erfrischungsgetränke, das besonders an Strassenständen frisch gepresst wird. Er ist reich an Energie, Elektrolyten und Mineralstoffen, weshalb er vor allem in den heissen Sommermonaten als natürliche und gesunde Erfrischung gilt."


In the Army Now.
"Werbeplakate der indischen Armee nutzen oft kraftvolle, patriotische Motive, um für den Dienst in den Streitkräften zu werben. Typische Kampagnenmotive zeigen oft Kampffahrzeuge, heldenhafte Soldaten, Slogans wie 'Do you have it in you?' oder historisch auch indische Unabhängigkeitskämpfer."

Nach dem Abendessen treffen wir uns auf ein Kingfisher in Martins Zimmer; der Gastgeber in passendem T-Shirt.

"Nach all den Höhen, Wäldern und Wildtieren bringt auch dieser Fahrtag zurück in die spirituelle Welt Garhwals. Ihr folgt dem Verlauf des Ganges talwärts nach Haridwar, einem der heiligsten Orte Indiens. Abends, wenn sich die Sonne senkt, wird es magisch: Tausende Pilger versammeln sich an den Ghats zum berühmten Ganga Aarti. Ein Meer aus Lichtern, Gesängen und Räucherstäbchen erfüllt die Luft; ein intensiver Abschied von Uttarakhand."
Es scheint, dass wir am letzten Fahrtag Regen haben werden; um 8:30 Uhr starten wir.

Anfangs fahren wir auf einer normalen Strasse, danach wechseln wir auf den National Highway 734 (NH 734),
eine fahrbahn getrennte Strasse, die teilweise mautpflichtig ist, mit 4 Fahrspuren. Wir kommen gut vorwärts, was mit Blick auf die vielen Kilometer, die wir abspulen müssen, hilfreich ist.
"Die National Highways Authority of India (NHAI) sowie das indische Ministerium für Strassenverkehr und Autobahnen Ministry of Road Transport and Highways (MoRTH) bestätigen, dass Motorräder und Motorroller auf sämtlichen National Highways und National Expressways landesweit von der Maut (User Fee) befreit sind."
So fährt Rouf bei den Mautstellen jeweils ganz links an den Barrieren vorbei.
Nach 1 1/2 Stunden blinkt Rouf und fährt zu einer Raststätte.


Wasser, Limca und Masala Chai, der hier in Kulhads serviert wird.

"Kulhads sind traditionelle, unglasierte Tonbecher. Sie werden hauptsächlich für den Ausschank von heissem Chai an Strassenständen verwendet. Durch den Verzicht auf Glasur bleibt der Ton atmungsaktiv, entzieht dadurch dem Getränk etwas Wasser und verleiht ihm durch den Kontakt mit der porösen Tonstruktur ein erdiges Aroma, das oft als sehr angenehm empfunden wird. Nach dem Trinken wird der Kulhad weggeworfen, um zu vermeiden, dass aus einer Tasse getrunken wird, die von einer niedrigeren Kaste benutzt wird. Der Ton der zerbrochenen Tassen wird für die Herstellung neuer Tassen verwendet."

Wir fragen uns, ob das Sinn macht, Werbung für eine Universität zu machen, die im Ranking auf dem 48. Platz liegt. In Anbetracht, dass es derzeit 1'169 Universitäten in Indien gibt, sieht die Perspektive anders aus.
"Das dynamisch gewachsene Hochschulsystem des Landes umfasst zudem mehr als 45'400 Colleges, die akademisch häufig an eine der Universitäten angegliedert sind."

Auf dem Highway sind nicht nur schnelle Gefährte unterwegs.

Wir können den dunklen Wolken nicht ausweichen, irgendeinmal halten wir an und steigen in die Regenkombis.

Helmuts view:





In Haridwar angekommen, hört der Regen auf und es wird augenblicklich erdrückend heiss unter dem Regenanzug. Dazu der Strassenverkehr, der ein Vorwärtskommen beinahe unmöglich macht. Für die letzten 10 Km durch die Stadt hindurch zu unserem Hotel benötigen wir zwei Stunden. Die Nerven werden arg in Anspruch genommen. Als einer aus der Gruppe verschollen scheint, halten wir an. Rouf fährt zurück um ihn zu suchen. Ich ziehe das Regenkombi aus - aber wohin damit? Die Jacke binde ich mir um die Hüfte und die Hose lege ich auf den Sattel und setze mich drauf. Da kommt der Gesuchte angefahren, er hatte lange keine Chance, bei einer Abzweigung den richtigen Weg nehmen zu können; niemand liess ihn durch. Nun fehlt aber Rouf. Helmut sr ruft ihn an, zuerst erfolglos, dann klappt es mit der Verbindung.


Um drei Uhr nachmittags kommen wir beim Hotel Renest Hardiwar an.

Wir haben es geschafft und ich bin geschafft, fertig, kaputt, erschöpft ...

63'049 zeigt der Kilometerzähler zum Schluss; abzüglich dem Anfangsbestand ergibt dies rund 1'500 unfallfrei gefahrene Kilometer.
Beim kleinen Mittagessen sagen wir Dhanyavad, ausgesprochen Dhan-ya-vaad (Danke) und verabschieden Mechaniker Harish und Fahrer Sanjeev. Helmut übernimmt die Verdankung und übergibt die Couverts mit unsere Tips in Rupien und Euro. Harish wird noch heute die Motorräder verladen während Sanjeev morgen mit unserem Gepäck nach Delhi fahren wird.

Rouf organisiert zwei Tuk-Tuks mit denen wir zum Ganges fahren, resp. soweit, wie es die Pilgerströme zulassen.


Wir sind zu dritt im Tuk-Tuk, während diese Pilgerinnen auf eine weit höhere Passagierzahl kommen.



Alle haben die gleiche Richtung, sie gehen zu den Ghats am Ganges um dem Ganga Aarti beizuwohnen,.
"Die Ganga Aarti ist ein atemberaubendes, tägliches Feuerritual am Ufer des Flusses Ganges. Priester opfern dem Fluss Licht und Blumen, begleitet von Gesängen und Glockenklängen. Gläubige lassen kleine brennende Öllampen auf dem Wasser treiben, um für Segen zu bitten. Das Ritual findet jeden Abend direkt nach Sonnenuntergang statt."

Irgendeinmal verlassen wir die Tuk-Tuks, weil wir zu Fuss schneller vorankommen.

Hoi zäme!

"Haridwar ist eine Stadt im Bundesstaat Uttarakhand mit etwa 230'000 Einwohnern (Volkszählung 2011). Sie ist Verwaltungssitz des Distrikts Haridwar und liegt am Ganges in einer Höhe von 288 m. Im Hinduismus ist sie eine Pilgerstätte und zählt zu den sieben heiligen Städten. Im Brahmakund (heilige Wasserbecken oder Quellen) fliessen nach Vorstellung der Gläubigen die himmlischen Wasser in den Ganges. Ein Tempel hier soll den Fussabdruck Vishnus enthalten.
Die sieben heiligen Städte Indiens werden im Hinduismus Sapta Puri genannt. Hindus glauben, dass der Besuch dieser sieben spirituellen Orte die Seele befreit und Erlösung (Moksha) bringt. Die sieben heiligen Orte sind: Ayodhya, der Geburtsort von Gott Rama. Mathura, die Stadt gilt als der Geburtsort von Gott Krishna. Haridwar: Der Name bedeutet „Tor zu Gott“. Hier verlässt der heilige Fluss Ganges die Berge des Himalaja und fliesst in die Ebene. Varanasi: Dies ist die heiligste aller sieben Städte, sie ist dem Gott Shiva geweiht. Viele Hindus möchten hier sterben, um direkt ins Nirwana einzugehen. Kanchipuram: Dies ist die einzige heilige Stadt im Süden Indiens, sie ist weltberühmt für ihre vielen grossen Tempel. Ujjain: Diese historische Stadt liegt in Zentralindien am Fluss Shipra. Hier findet alle zwölf Jahre das riesige Pilgerfest Kumbh Mela statt. Dwarka): Diese Küstenstadt liegt ganz im Westen Indiens am Arabischen Meer. Sie war laut den alten Sagen die Hauptstadt des Königreiches von Gott Krishna."

Ja genau, dorthin wollen wir.

Abfallberge bei Grossveranstaltungen sind nicht nur bei uns im Westen in riesiges Problem, sowohl für die Umwelt wie auch für die Städte und Gemeinden.



Da vorne wollen wir hin; nun muss Rouf noch den Zugang finden.


Von der Dachterrasse des Restaurants haben wir einen guten Überblick auf das Geschehen.



Um über diese Brücke gehen zu können, muss man wohl ein Ober-VIP sein.

Die Zeremonie beginnt mit den Gebete der Priester.




Wir machen uns auf den Heimweg.

Vergeblich versuche ich einen Blick auf das Geschehen auf dem Ganges zu erhaschen.



Freundliche und lachende Gesichter.




Dieser Pilger schwebt wohl in anderen Sphären.

Verabschiedung von Rouf durch Helmut sr; Rouf wird morgen mit uns nach Delhi reisen, aber da wir uns danach trennen werden, ist heute der letzte gemeinsame Abend.
"Nach dem Frühstück startet die Rückreise mit dem Zug nach Delhi, oder für einige von euch noch weiter nach Agra. Wer sich für die Taj Mahal-Variante entschieden hat, erreicht die Stadt am Abend und hat Gelegenheit, sich schon einmal auf das grosse Finale am nächsten Morgen einzustimmen."
Zum letzten Mal übergeben wir unser Gepäck an Sanjeev, der damit nach Delhi fährt, während Rouf für uns Zugtickets reserviert hat. Ohne Frühstück und nur mit Rucksack, fahren wir um 05:30 Uhr mit zwei Tuk-Tuks zum Bahnhof Haridwar. Wir sind zu früh da, unser Zug, der Jan Shatabdi Express der Northern Railway, fährt erst um 06:30 Uhr.


Auf dem "Bahnhofplatz" wartende schon viele Menschen, die meisten sind zurückkehrende Pilger.

Nun immer schön Rouf hinterher, er wird schon wissen, auf welcher Plattform unser Zug abfährt.

Klar, man kann auch schlafen während dem Warten.


05:50 Uhr: Noch 40 Minuten bis zur Abfahrt.


Über die Passerelle gelangen wir auf unser Perron, wo sich Rouf erkundigt, wo unser Wagen stehen wird.

Unser Zug wird von Osten in den Bahnhof einfahren.

Mit Sonne im Gesicht ist ...
"Wenn die Sonne unser Gesicht wärmt, fühlen wir uns meistens sofort besser. Das liegt daran, dass das helle Licht unsere Laune hebt und uns Energie schenkt."

Am Bahnhofkiosk ist viel los; ich kaufe mir Chilled Coffee statt ...

... hier Wasser aufzufüllen.



V.l.n.r.: Helmut sr, Rouf, Helmut jr, Martin und Peter.

In einer Endlosschleife ertönt immer wieder die gleiche Ansage für einen ankommenden Zug - in Hindi und in Englisch - auch wenn dieser auf einer anderen Plattform einfährt; nervig.


06:34 Uhr: Unser Zug scheint Verspätung zu haben.



06:50 Uhr: Nun sind wir schon eine Stunde am Bahnhof am Warten.

"Wasser ist zum Waschen da, falleri und fallera, auch zum Zähneputzen kann man es benutzen."

07:17 Uhr: Rouf geht weg um sich zu erkundigen, wie es mit der Verspätung aussieht. Als er zurückkommt hat er keine konkreten Informationen ausser, dass der Zug gestern 2 Stunden Verspätung hatte. Gemäss seinem App stehe der Zug rund 30 Minuten von hier. Plan B: Allenfalls fahren wir mit Autos nach Delhi, was wir natürlich bedauern würden. Wir warten weiter.

08:09 Uhr: Dieser Pilger nimmt es offensichtlich gelassen.
"Gelassenheit ist die Fähigkeit, auch in stressigen oder herausfordernden Situationen innerlich stabil zu bleiben und bewusst zu handeln, statt reflexartig zu reagieren. Sie ist keine Gleichgültigkeit, sondern ein Zeichen mentaler Stärke, die eigene Emotionen zulässt, ohne sich von ihnen überwältigen zu lassen."
Wir versuchen auch gelassen zu sein und aktivieren Plan B noch nicht.
08:20 Uhr: Endlich, unser Zug fährt in den Bahnhof. Kaum steht er, beginnt das Gerangel, obschon alle reservierte Plätze haben. Ich mache mich breit, drücke zurück und rufe laut ärgerlich don't push!

Mit 1 Stunde und 50 Minuten Verspätung verlassen wir den Bahnhof Haridwar.


Ich sitze auf einer 3er-Reihe, zusammen mit Helmut jr und Peter.

09:25 Uhr: Gerne nehmen wir das verspätete Frühstück, das Sandwich sehr gerne mit Mixed Pickle.

Laufend zirkulieren Essens- und Getränkeverkäufer durch die Wagen.
"Essensverkäufer in indischen Zügen werden umgangssprachlich als Wallas oder spezifisch als Walahs bezeichnet. Die Bezeichnung hängt von dem ab, was sie verkaufen. Chai Walahs laufen 'Chai, Chai' rufend durch die Waggons und verkaufen Tee. Als Food-Wallas verkaufen fliegende Händler im Zug verschiedene andere Snacks und Mahlzeiten."
Nach 5 Stunden und 10 Minuten im klimatisierten Zug, steigen wir in Delhi aus und werden von der Hitze beinahe erschlagen.
"Historisch gesehen ist der Juni einer der heissesten Monate in Neu-Delhi, wobei die durchschnittlichen Höchstwerte tagsüber oft bei etwa 42 °C liegen und in extremen Hitzewellen sogar Werte jenseits der 50-Grad-Marke erreicht werden können."

Zuerst fahren wir ins Hotel City Star, das wir von der ersten Nacht in Indien her bereits kennen. Sanjeev war mit dem Auto schneller in Delhi hier als wir mit dem Zug. Peter und ich sind die einzigen, die das Nachprogramm Agra gebucht haben. Wir verabschieden uns von den anderen und lassen unser Gepäck ins Auto eines anderen Fahrers bringen, der uns in 4 Stunden, wieder in klimatisierter Umgebung, nach Agra fährt.

Als wir um sechs Uhr abends in Agra im Hotel Atithi ankommen - wir sind seit beinahe 13 Stunden unterwegs - begrüsst uns ein lokaler Guide. Er informiert uns, dass wir wegen der Verspätung den Sonnenuntergang vom Mehtab Bagh (Mondscheingarten), auf der anderen Seite des Yamuna-Flusses, genau gegenüber dem weltberühmten Monument, nicht mehr machen können. Der historische Garten sei bereits geschlossen. Er werde uns aber auf eine Dachterasse eines Restaurants führen, wo wir den ersten Blick auf das Grabmahl auch geniessen können.


Nach 1974 und 2002 sehe ich den Taj Mahal nun zum dritten Mal: eines der berühmtesten Bauwerke der Welt, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den sieben neuen Weltwundern.


Anschliessend gehen wir in ein Restaurant, wo wir nicht die einzigen Touristen aus dem Westen sind.

"Wer den Besuch des Taj Mahal gebucht hat, steht frühmorgens vor einem der schönsten Bauwerke der Welt: dem Taj Mahal, im ersten Licht des Tages fast überirdisch schön. Wer möchte, besucht danach noch das Rote
Fort von Agra, bevor es zurück nach Delhi und zum Flughafen geht."
Mein Erwachen ist mit Halsschmerzen und Schluckweh verbunden. Die gestrigen Wechsel von klimatisierten Räumen (Zug, Hotel, Auto) raus in die Hitze sind wohl dafür verantwortlich.
"Am 1. Juni lagen die Höchsttemperaturen in Delhi typischerweise bei etwa 37 °C bis 40 °C.
Der heutige letzte Tag in Indien wird lang werden. State Level Guide (staatlich geprüfter und zertifizierter Reiseleiter) Shahid wartet in der Rezeption auf uns. 05:00 Abfahrt Taj Mahal.

Um halb sechs sind wir beim West Gate Zugang; es hat beinahe noch keine andere Touristen.

Nach dem Passieren der richtigen Schleuse gehen wir eine knappe Viertelstunde bis wir beim eigentlichen West Gate ankommen.

"Darwaza-i-Rauza, auch bekannt als das Grosse Tor oder Great Gate, ist der Haupteingang des Taj Mahal in Agra. An diesem Tor kann es morgens zu den längsten Warteschlangen kommen."

Unser Guide entpuppt sich als Möchtegern-Fotograf. Immer wieder will er uns posieren lassen, einzeln und zu zweit. Wie sich herausstellt, scheint dies bei allen Reiseleitern 'gang und gäbe' zu sein; ein für mich nerviges Verhalten, stauen sich doch die 'Models' bei den besten Foto-Hotspots. Mit meiner direkten Art gebe ich Shahid zu verstehen, dass ich das nicht möchte; ich würde ihn fragen, wenn ich ein Foto möchte. Martin hingegen, mit seiner freundlichen Art, macht schön brav mit.



"Der Taj Mahal ist ein im Jahre 1648 fertiggestelltes Mausoleum (Grabgebäude) am Südufer des Flusses Yamuna am Stadtrand von Agra im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Der Gebäudekern besteht, ebenso wie die Kuppel und die Minarette, aus vor Ort gebrannten Ziegelsteinen, die aussen wie innen mit weissen Marmorplatten verkleidet sind. Der Grossmogul Shah Jahan ließ den Bau zum Gedenken für seine im Jahre 1631 verstorbene Frau Mumtaz Mahal (Arjumand Bano Begum, später auch Mumtaz-uz-Zamani) errichten. Die vier um das Hauptgebäude herum angeordneten Minarette sind leicht vom Gebäude weg geneigt, damit sie bei einem Erdbeben nicht auf das Hauptgebäude stürzen."
Erinnerungen an meinen ersten Besuch im Jahr 1974 hier kommen auf.
"5. August 1974: Ich schreibe in mein Tagebuch: Weck time 05.30 Uhr, mit Taxi zum Bahnhof (06.00 Uhr), Morgenessen, Abfahrt New Delhi 07.15 Uhr, III. Klasse, 20.20 Rs - Ankunft Agra 10.15 Uhr - Sightseeing-Touren mit Bus 10.05 Rs - Fatehpur Sikri - Mittagessen in einem Chinesen-Restaurant - Agra Fort - Taj Mahal – Abfahrt Agra 19.00 Uhr – Taj Express – Ankunft New Delhi 22.20 Uhr."




"Das Grosse Tor (Darwaza-i-Rauza) des Taj Mahal hat zweimal 11 kleine Kuppeln. Die 22 kleinen, weissen Marmorkuppeln (jeweils 11 auf der Vorderseite und 11 auf der Rückseite) wurden als Symbol erbaut. Sie stehen für die 22 Jahre Bauzeit, die für die Fertigstellung des gesamten des Taj-Mahal-Komplexes nötig waren. Jede einzelne der Kuppeln symbolisiert genau ein Jahr harter Arbeit der rund 20'000 Handwerker."



Nun kommt die Sonne und lässt das weltberühmte Mausoleum in schönstem Licht erstrahlen.



"Auf der linken Seite (Westen) des Taj Mahal steht die aktive Taj-Mahal-Moschee. Auf der rechten Seite (Osten) steht das exakte Gegenstück. Dieses rechte Gebäude heisst Jawab und wurde als Gästehaus genutzt. Beide Bauten bestehen aus rotem Sandstein und haben weisse Kuppeln aus Marmor. Das passt perfekt zum roten Eingangstor der grossen Anlage. Die beiden Gebäude sehen von aussen völlig gleich aus. Dem Erbauer war ein spiegelbildliches und harmonisches Gesamtbild extrem wichtig. Nur das linke Gebäude wurde als Ort des Gebets geweiht. Es zeigt nach Westen in Richtung der heiligen Stadt Mekka. Das rechte Haus diente nur dazu, die optische Symmetrie zu wahren und Gäste zu empfangen."

"Der Alaknanda Fluss prägt die Stadt Agra und fliesst direkt am Taj Mahal vorbei, wobei seine Ufer für ihre berühmten Mogul Gärten bekannt sind. Die historische Gartenanlage Mehtab Bagh (Mondscheingarten) liegt direkt gegenüber dem Taj Mahal und diente den Mogul-Herrschern einst als kühle Rückzugsorte und bilden die grüne Kulisse für die weltbekannten Monumente. Er bietet einen der schönsten, unversperrten Blicke auf das Mausoleum, besonders bei Sonnenuntergang." Was wir gestern verpasst haben.
Wir kehren zum Hotel zurück und nehmen das Frühstück ein. Danach führt uns unser Guide zum Marble Handicrafts, einem Betrieb für Einlegearbeiten.

"Indien ist weltweit berühmt für seine kunstvollen Einlegearbeiten in Marmor und Holz, die auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken. Das bekannteste Beispiel für diese Handwerkskunst ist das Taj Mahal. Bei den traditionellen Techniken unterscheidet man vor allem zwischen Arbeiten aus Stein (Pietra Dura) und Arbeiten aus Holz (Tarkashi). Diese Technik kam im 16. Jahrhundert unter den Mogulkaisern nach Indien. Kunsthandwerker meisseln dabei Vertiefungen in feinen, weissen Marmor. In diese Lücken setzen sie passgenau geschliffene Halbedelsteine ein: Blauer Lapislazuli, grüner Achat, roter Karneol und schwarzer Onyx. Die Stadt Agra ist bis heute das Herz dieser Steinmetzkunst."

Ich frage nach Glasuntersetzer und erhalte eine Fülle davon gezeigt. Die aufwändigen und künstlerische Einlegearbeiten faszinieren mich; acht achteckige Untersetzer wechseln den Besitzer.

08:30 Abfahrt Fort: Peter und ich sind uns einig, dass wir dem Roten Fort einen Besuch abstatten wollen und bezahlen den dafür nötigen Eintritt.

Zu Ihrer Sicherheit: Bitte füttern, ärgern, berühren, starren oder stören Sie die Affen nicht.

1974 versus 2026.


"Das Rote Fort ist eine Festung- und Palastanlage aus der Epoche der Mogulkaiser und diente im 16. und 17. Jahrhundert mit Unterbrechungen als Residenz der Moguln. Das Rote Fort wurde 1983 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Ein Teil des Geländes wird heute militärisch genutzt und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Das Rote Fort von Agra liegt auf einem teils natürlichen (Uferböschung), teils von Menschenhand aufgeschütteten Hügel am Ufer des Yamuna Flusses und ist nur etwa 2,5 Kilometer vom Taj Mahal entfernt. Der Bau des Forts wurde 1565 unter Akbar dem Grossen, der die Hauptstadt von Delhi hierher verlegen liess, aufgenommen und unter seinen Nachfolgern, vor allem unter Shah Jahan, in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erweitert. Die Ummauerung war bereits 1571 abgeschlossen. Palastbauten wurden jedoch nicht errichtet, da Akbar bereits kurze Zeit später (1572) in Fatehpur Sikri eine neue Hauptstadt gründete, die er jedoch ebenfalls bald wieder aufgab um in Lahore zu residieren.
Während Akbar vorwiegend mit rotem Barauli-Sandstein der Region Dholpur im heutigen Rajasthan bauen liess, bevorzugte Shah Jahan weissen Marmor mit Verzierungen aus Glas und Halbedelsteinen als Baumaterial.
1648 wurde die Hauptstadt nach Delhi zurückverlegt, womit auch das Rote Fort an Bedeutung verlor. Nach seiner Machtergreifung 1658 stellte Aurangzeb seinen Vater Shah Jahan, den Erbauer des Taj Mahal, im Roten Fort von Agra unter Hausarrest, wo dieser im Jahre 1666 auch starb.
1803 wurde es durch britische Truppen eingenommen. Während des indischen Aufstandes von 1857 war das Rote Fort einer der Orte bewaffneter Auseinandersetzungen."





Der Teil mit weissem Marmor.

Von hier aus hatte Shah Jahan während dem Hausarrest einen guten Blick auf den Taj Mahal, wo seine grosse Liebe ruhte.




Hier überlasse ich nochmals die Kamera von meinem Mobiltelefon dem Guide.

11:30 Abfahrt Delhi: Wir kehren zum Hotel zurück, packen unsere sieben Sachen zusammen, checken aus und lassen das Gepäck ins Auto bringen.

Unterwegs essen wir eine Kleinigkeit, für mich gibt's eine Hot and sour soup.
In Delhi beim Hotel City Star angekommen, treffen wir nochmals auf die beiden Helmuts und Rouf. Martin ist als erster bereits abgeflogen. Rouf hat mir ein Zimmer gebucht, aber ich ziehe die frühe Fahrt zum Flughafen vor. So verabschiede ich mich und lasse mich vom Fahrer des Hotels um 17 Uhr zum Flughafen fahren; wohl wissend, dass mein Flug erst um 21:35 Uhr startet.
Das Check-in hat noch nicht geöffnet. So laufe ich mit meinem Gepäck in einem Gepäckwagen die Check-in-Halle mehrmals von einem Ende zum anderen ab. Zwischendurch setze ich mich auf eine Bank, lese, mache ein Spiel auf meinem iPhone oder schaue mir einen Netflix-Film an.
Nach erfolgreichem Check-in und gelungener Passkontrolle, gibt es bei der Gepäckkontrolle eine überraschende Kontrolle meines Rucksackes; ich habe mein Taschenmesser im Beutel mit den Elektrokabeln vergessen. Mist, keine Chance, das Messer mit eingraviertem Ueli bleibt zurück.

Wer schon mal in Indien geflogen ist, weiss, dass viele Stempel auf der Bordkarte völlig normal und Teil der strengen Sicherheitsvorgaben an den Flughäfen sind.
"Diese Prozesse dienen der Terrorismusprävention und der lückenlosen Dokumentenkontrolle. Die zahlreichen Stempel und Markierungen haben spezifische Bedeutungen und damit wird sichergestellt, dass Sie jede vorgeschriebene Sicherheitsstufe durchlaufen haben."
In einem Duty-free-Shop kaufe ich eine Flasche Old Monk, danach suche ich den Weg zur Encalm Privé Lounge und trinke wieder mal ...

... einen Rotwein.

Swiss-Flug LX 147 ist ein Nachtflug; ich verzichte auf ein Essen, positioniere den Sitz auf Liegen und schlafe mehrheitlich. Irgendeinmal kündigt die Sonne den neuen Tag an.

Um 06:20 Uhr landen wir auf dem Flughafen Zürich und um 07:04 Uhr sitze ich im Zug, der mich direkt in die Stadt Zug führt. Dort steige ich in die Stadtbahn nach Cham um. Nach wenigen Minuten öffne ich die Türe zu meiner Wohnung. Ein schönes Gefühl.

Am Nachmittag gehe ich Lebensmittel und Getränke einkaufen, denn morgen ist mit Fronleichnam ein Feiertag. Der Einstieg in den Alltag verläuft nicht wie gewünscht. Meine "Erkältung" ist hartnäckig. Am Montag habe ich den ersten von 5 Arztterminen innerhalb von zwei Wochen, mit Blutkontrollen und anderen Checks. Ein Blutwert ist mit über 140 extrem hoch, normal wären unter 10. Es scheint, dass mich ein Bakterium in die Knie zwingt. Ein erstes Antibiotika zeigt keine Wirkung; erst mit einem Co-Antibiotikum kommt der Wert runter auf 6.
Ironie: Da überstehe ich das Motorradfahren im extrem chaotischen, lauten und abenteuerlichen indischen Strassenverkehr unfallfrei, aber ein kleiner "indischer Käfer" bringt mich zu Fall.

Der Medikamenten-Mix, den ich vom Arzt erhalte, ist beachtlich, aber schlussendlich werde ich dadurch wieder gesund. Nun muss ich schauen, dass ich die Müdigkeit zum Verschwinden bringe und wieder zu Kräften komme.
Helfen wird sicher die Vorfreude auf die Ankunft eines mit Hilfe von Rouf gekauften Souvenirs, einer Staute vom Elefantengott Ganesha.
Am 3. Juli 2026, früher als erwartet und nicht am FedEx-gemeldeten Wunschtermin, finde ich beim Nachhausekommen eine Kiste vor der Haustüre. Die Sendung kam an, auch ohne Angabe der Ortschaft.



Namaste Lord Ganesha.
Übrigens: Meine leichtfertig geäusserte Bemerkung, dass diese Reise wohl meine letzte exotische Töff-Reise sein wird, nehme ich hiermit zurück - die Lust auf mehr ist immer noch vorhanden. Projekte für 2027 sind bereits in der Pipeline ...